„Da nimmst du ihm nicht mal eben sechs Minuten ab“ – Jonas Vingegaard warnt vor Giro-Überraschung Afonso Eulálio
Radsport
Jonas Vingegaard hat die erste Woche des Giro d’Italia 2026 bislang exakt nach Plan absolviert. Der Kapitän von Visma - Lease a Bike blieb sturzfrei, kontrolliert und aufmerksam, ohne sich früh das Maglia Rosa aufzubürden. Doch obwohl das Team weiterhin in einer starken Position liegt, hat sich die Dynamik der Rundfahrt inzwischen deutlich verändert.
Denn mit Afonso Eulalio trägt plötzlich ein Fahrer das Rosa Trikot, den viele vor dem Giro nicht auf der Rechnung hatten – und dessen Vorsprung mittlerweile selbst Vingegaard nicht mehr als kurzfristiges Problem betrachtet.
Vor der 6. Etappe machte der Däne im Gespräch mit Cycling Pro Net deutlich, dass die neue Rennsituation keineswegs unterschätzt werden dürfe. Trotz des bevorstehenden Gipfelfinales am Blockhaus glaubt Vingegaard nicht daran, Eulalio den Rückstand sofort wieder abzunehmen.

Jonas Vingegaard sieht Afonso Eulalio beim Giro d’Italia 2026 trotz des bevorstehenden Blockhaus-Finales als ernsthaften Faktor im Gesamtklassement
Vingegaard sieht Eulálio als ernsthaften Faktor
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„Nein, auf jeden Fall nicht. Ich meine, jetzt trägt er das Trikot mit mehr als sechs Minuten Vorsprung, das ist ein gutes Polster“, sagte Vingegaard. „Und ich denke, er kann es sicher eine Weile halten. Denn ja, selbst mit der morgigen Blockhaus-Etappe, er ist ein guter Fahrer. Da nimmst du ihm nicht mal eben sechs Minuten in einer Etappe ab. Also ja, er wird das Trikot eine Weile behalten. Das ist sicher.“
Für Visma - Lease a Bike erinnert die Situation durchaus an frühere Grand Tours. Besonders die Vuelta a España 2023 drängt sich als Vergleich auf, als Sepp Kuss nach einer frühen Flucht überraschend die Gesamtführung übernahm und diese letztlich bis nach Madrid verteidigte – vor Jonas Vingegaard und Primoz Roglic.
Natürlich ist Eulalio nicht direkt mit Kuss gleichzusetzen, zumal der Giro d’Italia noch zahlreiche schwere Bergetappen bereithält. Dennoch bleibt das grundlegende taktische Problem ähnlich: Ein Fahrer mit ausreichend Kletterstärke durfte sich einen großen Vorsprung herausfahren – und verändert damit die gesamte Dynamik des Rennens.
Bislang bestand Vismas Giro-Strategie vor allem aus Kontrolle statt Aggression. Das Team wollte bewusst vermeiden, das Maglia Rosa bereits in der ersten Woche übernehmen zu müssen, um zusätzlichen Medienaufwand und Belastungen im Alltag des Rennens zu umgehen.
Doch inzwischen geht es nicht mehr nur darum, Verantwortung abzugeben. Die Gefahr wächst, das Rennen zu weit aus der Kontrolle geraten zu lassen.
Vingegaard bleibt trotz schwieriger Bedingungen gelassen
Trotz der chaotischen fünften Etappe wirkte Vingegaard auffallend ruhig. Dauerregen, Kälte und schwierige Bedingungen hatten das Feld stark gefordert, doch der Däne zeigte sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf.
„Ich fühle mich immer noch gut“, erklärte er. „Ich bin froh, dass ich gestern durchgekommen bin. Es war ein langer Tag, ein nasser Tag, ein kalter Tag. Also war es am wichtigsten, einfach sicher durchzukommen. Und wir haben keine Zeit verloren. Ich denke, meine Teamkollegen haben gestern einen guten Job gemacht.“
Gleichzeitig deutete Vingegaard an, dass ihm solche Bedingungen möglicherweise sogar entgegenkommen könnten.
„Ich komme normalerweise gut mit harten Bedingungen zurecht“, sagte der Visma-Kapitän. „Ich denke, einige andere leiden ein bisschen mehr als ich. Es geht natürlich darum, warm zu bleiben, und das haben wir gestern als Team ziemlich gut hinbekommen, nicht nur ich. Wir sind sicher durchgekommen.“
Blockhaus könnte die Kräfteverhältnisse erstmals offenlegen
Die erste wirkliche Antwort im Kampf um den Giro-Gesamtsieg dürfte nun am Blockhaus folgen. Vingegaard vermied zwar klare Ansagen darüber, ob Visma - Lease a Bike dort offensiv das Rennen sprengen werde, machte jedoch deutlich, dass der Anstieg keine Schwächen verzeiht.
„Ich denke, der Blockhaus ist ein Anstieg, in dem man sich nicht verstecken kann“, sagte er. „Es wird sicher eine Etappe, in der die GC-Jungs kämpfen, und ja, wer weiß, vielleicht kämpfen wir um den Etappensieg. Das wäre auch schön, aber es liegt nicht nur an uns, auch an anderen Teams.“
Genau dieser Punkt könnte für den weiteren Giro entscheidend werden. Zwar verfügt Visma - Lease a Bike mit Vingegaard über den wohl stärksten Favoriten im Feld, doch die Verantwortung, Eulalios Vorsprung zu verkleinern, wollen die Niederländer offensichtlich nicht allein tragen.
Auch Teams wie Red Bull - BORA - hansgrohe, Lidl–Trek oder Netcompany INEOS stehen nun vor der Frage, wie viel Energie sie bereits vor der Schlusswoche investieren wollen.
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Vingegaard erklärte zudem, warum Visma - Lease a Bike auf der fünften Etappe Victor Campenaerts als Satellitenfahrer in die Fluchtgruppe geschickt hatte – ein Zeichen dafür, dass das Team weiterhin flexibel auf unterschiedliche Rennsituationen reagieren möchte.
„Wir denken bei einer Etappe wie dieser immer – das haben wir oft gezeigt –, dass es gut ist, einen Satellitenfahrer zu haben, falls Pech passiert oder wenn man etwas probieren will“, erklärte Vingegaard. „Es ist nie schlecht, einen Mann vorne zu haben, der jederzeit warten kann. Und genau das war gestern unser Plan.“
Auf die Frage, ob er selbst über einen Angriff nachgedacht habe, antwortete der Däne jedoch zurückhaltend: „Der Abstand war so klein, dass es selbst bei einem Angriff keinen Sinn ergeben hätte.“
Doch genau das könnte sich am Blockhaus schnell ändern. Denn erstmals in diesem Giro d’Italia droht langes Abwarten womöglich zum Risiko zu werden. Vingegaards Botschaft jedenfalls ist eindeutig: Afonso Eulalios Vorsprung ist real – und Visma - Lease a Bike kann sich nicht mehr ausschließlich auf den perfekten Moment zum Zuschlagen verlassen.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
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- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026









