Victor Campenaerts ist bereits zu einer der sichtbarsten Figuren in Jonas Vingegaards Unterstützungsstruktur beim Giro d’Italia geworden, oft als wichtiger Straßenkapitän und rechte Hand von
Team Visma | Lease a Bike positioniert, während sie ihren Kapitän durch die Tücken der ersten Woche lotsen. Vor Etappe 6 fiel der Beitrag des Belgiers jedoch weniger taktisch und mehr komödiantisch aus.
Vor einem weiteren nassen Tag beim Corsa Rosa erschien Campenaerts am Start mit zusätzlichem Schutz unter dem Helm.
Von Eurosports Anders Mielke gefragt, was es sei, hielt er die Erklärung schlicht. „Eine Mütze. So nennen wir das“, witzelte er, bevor er klarstellte, dass nichts Aerodynamisches oder Revolutionäres hinter der Entscheidung stecke.
Campenaerts erklärt Schutz für die Glatze
Campenaerts sagte, die Wahl diene ausschließlich der Wärme nach dem Leiden im Regen und in der Kälte auf Etappe 5. „Nein, es ist nur, um meinen Kopf warmzuhalten, weil ich mir gestern den Kopf abgefroren habe“, erklärte er. „Ich habe keine Haare auf dem Kopf, aus freien Stücken.“
Dann nahm die Geschichte eine sehr campenaertsche Wendung. Der Belgier verriet, dass der Rat von seinem Vater gekommen sei, der am Vortag wenig begeistert vom fehlenden Kopfschutz seines Sohnes war. „Aber mein Vater war seit seinem 16. Lebensjahr kahl, nicht aus freien Stücken“, sagte Campenaerts. „Und er meinte: ‚Ich verstehe nicht, warum du gestern nichts auf dem Kopf hattest. Du verlierst so viel Wärme.‘“
„Immer auf den Vater hören“
Für einen Fahrer mit großer Verantwortung in Vingegaards Giro-Kampagne war es eine weitere Erinnerung daran, warum Campenaerts zu den unterhaltsamsten Persönlichkeiten im Peloton zählt. Seine Aufgabe in diesem Rennen ist es, Vismas Topfavoriten zu schützen, zu positionieren und zu unterstützen, doch abseits des Rads sorgt er weiter für Leichtigkeit in einer angespannten Anfangswoche. „Immer auf den Vater hören“, fügte er an.
Mielke setzte dem Austausch anschließend einen passenden Schlusspunkt mit der Pointe, die Campenaerts quasi vorgegeben hatte: „Denkt daran, immer auf euren Vater zu hören, besonders wenn er kahl ist.“
Das komödiantische Timing fiel mitten in eine weitere schwierige Giro-Startwoche, in der Regen, Stürze und Kälte das Rennen bereits prägen. Für Campenaerts war die Lektion vor Etappe 6 jedoch weder taktisch noch technisch oder eine Frage der Marginal Gains.
Sie war viel einfacher: Glatzen brauchen eine Bedeckung, und Väter haben meist recht.