„Wir setzen auf sein Talent“ – INEOS setzt voll auf Ex-Podiumsfahrer Egan Bernal bei der Strade Bianche 2026

Radsport
Mittwoch, 04 März 2026 um 12:30
eganbernal
Wenn INEOS Grenadiers an diesem Wochenende bei der Strade Bianche an den Start geht, tritt das britische Team mit einem klaren Fixpunkt an: Egan Bernal. Um den Kolumbianer wollen die Briten auf den Schotterstraßen der Toskana ihr Rennen aufbauen.
Zum anstehenden Rennprogramm machte Sportdirektor Leonardo Basso deutlich, dass Bernal die zentrale Figur in der Teamstrategie für das Rennen in Siena sein wird.
„Für die Strade Bianche setzen wir selbstverständlich auf Egan Bernal“, sagte Basso im Gespräch mit Bici.Pro. „Er stand 2021 bereits auf dem Podium und weiß, wie man dieses Rennen fährt. Wir vertrauen auf sein Talent. Er wird am Samstag unser Bezugspunkt sein.“

Ein bewährter Anwärter auf den weißen Straßen

Bernals Führungsrolle bei der Strade Bianche fußt auf einer Leistung, die zu den stärksten seiner frühen Karriere in Eintagesrennen zählt.
2021 wurde er in Siena Dritter, hinter Mathieu van der Poel und Julian Alaphilippe, nach einem offensiven Auftritt über die Sektoren aus Sterrato. Das Ergebnis kam nur wenige Wochen, bevor er den Giro d’Italia gewann, und bestätigte sowohl seine Kletterform als auch seine Fähigkeit, die speziellen Anforderungen der toskanischen Schotterstraßen zu meistern.
Diese Kombination ist der Kern dessen, warum INEOS Bernal als ihre beste Option sieht. Das Rennen belohnt Fahrer mit wiederholten Antritten an steilen Anstiegen und auf technischen Schotterpassagen, Eigenschaften, die dem explosiven Kletterstil des Kolumbianers und seinem Offroad-Hintergrund entgegenkommen.
Will er dieses Podium übertreffen, trifft Bernal jedoch wohl auf die dominierenden Fahrer der aktuellen Generation. Zu den Favoriten in Siena zählen Tadej Pogačar, der die jüngsten Ausgaben prägte, Wout van Aert, Sieger von 2020, und Tom Pidcock, Champion von 2023 und einer der technisch stärksten Fahrer des Pelotons auf Gravel.

Als Nächstes wartet Tirreno–Adriatico

Die Strade Bianche markiert zugleich den Start eines wichtigen Italien-Blocks im INEOS-Kalender, denn die Mannschaft plant, Bernals Programm direkt fortzusetzen. „Bernal bleibt anschließend für Tirreno–Adriatico in Italien, gemeinsam mit Thymen Arensman“, erklärte Basso im selben Interview. „Sie werden unsere Kapitäne für die Gesamtwertung sein.“
Das siebentägige Rennen stellt eine andere Herausforderung dar als das explosive Chaos der Strade Bianche, doch das Team sieht den Kolumbianer weiterhin als zentrale Figur seiner Ambitionen.
Neben den Zielen im Gesamtklassement bringt INEOS mit Filippo Ganna zusätzliche Schlagkraft an den Start. „Bei Tirreno werden wir auch Filippo Ganna dabeihaben“, sagte Basso. „Wie üblich konzentriert er sich vor allem auf Etappen. Wir wollen mit dem Auftaktzeitfahren gut starten, und dann schauen wir von Tag zu Tag.“
Das Programm des Italieners zahlt zudem direkt auf eines der wichtigsten frühen Saisonziele ein.

Sanremo-Ambitionen um Ganna herum aufgebaut

Während Bernal und Arensman den Angriff auf die Tirreno-Gesamtwertung anführen, ist Gannas Fahrplan klar auf Milano–Sanremo ausgerichtet. „Natürlich hilft Tirreno der Form vor Sanremo“, sagte Basso. „Aber der Radsport hat sich im Vergleich zu vor zwanzig Jahren verändert. Heute versucht man, jede Runde maximal zu nutzen, deshalb ist Tirreno auch für sich genommen wichtig.“
Beim Monument an der ligurischen Küste wird der italienische Zeitfahrgigant erneut der Bezugspunkt des Teams sein. „Ganna kommt nach zwei Podestplätzen“, ergänzte Basso. „Er wird also unser Mann für den Zielstrich an der Via Roma sein, und wir werden versuchen, ihn bestmöglich zu unterstützen.“

Giro-d’Italia-Andeutungen ohne Gewissheit

Die italienischen Frühjahrsklassiker könnten auch erste Hinweise darauf geben, wie INEOS die erste Grand Tour der Saison angehen will.
Bernals Präsenz an der Seite von Arensman bei Tirreno–Adriatico hat bereits Spekulationen befeuert, dass das Duo das Rückgrat der Giro-d’Italia-Auswahl des Teams bilden könnte.
Basso beharrt jedoch darauf, dass für endgültige Schlüsse noch zu früh ist. „Wir sind in der Planung“, sagte er. „Für Bernal kann man das als ersten Schritt sehen. Aber der moderne Radsport ist komplex, und wir wollen flexibel bleiben.“
„Beim Giro kann ein Team wie unseres es nicht vermeiden, im Gesamtklassement eine Hauptrolle anzustreben“, fuhr er fort. „Gleichzeitig müssen wir aber auch bereit sein, Chancen auf Etappensiege zu nutzen. Die Balance zwischen diesen Zielen ist wichtig.“
Vorerst bleiben die längerfristigen Pläne jedoch zweitrangig. Zuerst wartet der Test auf den Schotterstraßen nach Siena, wo INEOS seine Linie klar gezogen hat.
Am Samstag wird Bernal nicht nur Teil des Rennens sein. Er ist der Fahrer, dem das Team am meisten vertraut, wenn auf den weißen Straßen der Toskana die entscheidenden Moves beginnen.
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