Team Visma | Lease a Bike ist der schärfste Herausforderer von UAE Team Emirates - XRG, will 2026 aber weg von einer absoluten Grand-Tour-Fokussierung und den Monumenten mehr Gewicht geben.
Matteo Jorgenson, ein außerordentlich vielseitiger Fahrer und Leader auf Weltklasse-Niveau, soll dabei eine Schlüsselrolle übernehmen, um Pogacar auch außerhalb der Rundfahrten anzugreifen.
Visma richtet Fokus auf Monumente – wie Jorgenson Pogacar fordern will
Der US-Amerikaner bestreitet in diesem Frühjahr nicht die Kopfsteinpflaster-Klassiker, sondern startet bei Strade Bianche und Milano-Sanremo, wo er seit seinem Wechsel zu Visma 2024 nicht mehr gefahren ist. Paris–Nice und die Pflasterrennen prägten seine beiden vergangenen Frühjahre, jetzt stellt er deutlich um und legt den Schwerpunkt auf die Ardennen-Klassiker, wo er seine Topform erreichen will.
Bei Strade und in Sanremo fährt er an der Seite von Wout van Aert – in letzterem zudem mit Matthew Brennan –, doch dank seiner Kletterstärke und angesichts von
Tadej Pogacar könnte er im ersten Monument der Saison eine zentrale Rolle spielen. In den Ardennen übernimmt er dann mehr Verantwortung im Visma-Aufgebot und führt das Team bei Amstel Gold Race, Flèche Wallonne und Lüttich–Bastogne–Lüttich an. Das Team hat sich klar das Ziel gesetzt, 2026 ein Monument zu gewinnen.
Dafür muss Jorgenson jedoch gegen
Tadej Pogacar bestehen, der in seinen Zielrennen nahezu unschlagbar ist. Nur Mathieu van der Poel schaffte das 2025. „Wie kann ich ihn schlagen? Gute Frage. Wichtig ist, auf mich zu schauen und die Rennen bestmöglich zu Ende zu fahren. In bestmöglicher Verfassung zu starten“, sagte Jorgenson gegenüber
Wielerflits.
Amstel Gold Race liefert die Blaupause
Jorgenson steht vor einer schweren Aufgabe, gehört aber zu den wenigen, die sie realistisch angehen können. 2024 versuchte er auffällig, Pogacar bei der Flandern-Rundfahrt, dem Giro dell'Emilia und dem GP de Montréal zu folgen. 2025 ging er weniger ins Risiko, zeigte aber, dass er zu den wenigen mit echter Chance zählt – und wenn der Weltmeister einen schlechten Tag erwischt und Jorgenson einen perfekten, ist es in manchen Rennen möglich, den Slowenen zu fordern.
„Wir haben beim jüngsten Amstel Gold Race gesehen, dass er nicht unschlagbar ist. Das macht mir etwas Hoffnung“, gibt er zu. An jenem Tag griff Pogacar früh an, hatte aber nicht die Beine, um durchzuziehen, und wurde von Remco Evenepoel und Mattias Skjelmose gestellt. Letzterer gewann überraschend den Sprint.
Mit 26 Jahren und einer weiteren Saison auf Topniveau kann der Amerikaner noch zulegen. Physisch ist er auf höchstem Level, zudem will er in weiteren Rennaspekten reifen, um sich weiter zu verbessern. „Es ist wichtig, sich stets gut zu positionieren und aktiv zu fahren.“
Jorgenson weiß bereits sehr genau, wie es ist, mit Tadej Pogacar im Rücken zu fahren. @Imago