Team Jayco AlUla reiste als Heimteam mit hohen Ambitionen und einer kompletten Führungsriege zur Tour Down Under, ähnlich wie UAE Team Emirates – XRG. Nach Etappe 2 ist jedoch klar: Nicht die Australier tragen die Verantwortung am Old Willunga Hill, sondern Mauro Schmid, der heute auf Rang drei der Gesamtwertung kletterte.
„Es war so hart, wie ich erwartet hatte! Ich fühlte mich am Corkscrew ganz gut, bis die zwei UAE-Fahrer gingen. Am steilsten Stück habe ich wohl zu viel Energie vergeudet, weil ich den Anstieg vielleicht an Position 70 begonnen habe. Ich musste erst eine große Anstrengung leisten, um nach vorne zu kommen – genau in diesem Moment sind sie attackiert“, sagte der Schweizer Meister in einer Pressemitteilung.
Für Jayco AlUla lief es schlecht: Luke Plapp fiel bereits am Fuß des Corkscrew zurück. Ob ein Defekt oder ein Sturz dahintersteckte, ist unklar – er gut machte zwar wieder Plätze gut, das Team lieferte jedoch keine Aufklärung. Plapp verlor 1:43 Minuten auf Jay Vine und Jhonatan Narváez auf der Etappe. Angesichts seiner Rolle als einer der Topfavoriten ist das ein Debakel.
Ben O'Connor kam in der dritten Gruppe mit 1:08 Minuten Rückstand ins Ziel. Platz 13 in der Gesamtwertung ist nicht das, was das Team anstrebt. Aufgrund der Dominanz von UAE ist ein Gesamtsieg für andere Teams derzeit unrealistisch. Als „Best of the Rest“ liegt jedoch Mauro Schmid auf Rang drei – nach einem starken Prolog untermauerte er das heute mit einer überzeugenden Kletterleistung.
Schmid wird großer Favorit
Er gehörte zur Gruppe, die sich nach dem kategorisierten Anstieg zum Corkscrew formierte, und sprintete zudem auf Tagesrang drei. Damit holte er 4 Bonussekunden auf direkte Konkurrenten und verteidigte seine Position.
„Danach bin ich einfach mein eigenes Tempo gefahren. Ich wusste, dass es mir entgegenkommt, wenn es flacher wird. Wir hatten eine starke Gruppe, und am Ende war es gut, ein paar Sekunden auf die anderen gutzumachen.“
Schmid ist in Australien in Topform. @Sirotti
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.
🏁 FINISH
It’s another strong performance from Mauro Schmid to climb over the Corkscrew and take 3rd from the chase group! 👊👏
RESULT: 3️⃣rd
🇦🇺 #TourDownUnder