Das
Movistar Team hat seine künftigen Anführer gesichert. Nun steht eine andere Prüfung an: einen der Fahrer zu halten, der den Laden am Laufen hält.
Ivan Romeo hat bis 2030 unterschrieben, Enric Mas und Cian Uijtdebroeks stehen bis 2029 unter Vertrag. Das gibt der Mannschaft von Eusebio Unzué für die kommenden Jahre eine klare Achse. Bei Ivan Garcia Cortina liegt der Fall anders.
Der Asturier ist bis Ende 2026 unter Vertrag, und
laut Nacho Labarga von MARCA hat Movistar bereits Gespräche über eine Verlängerung aufgenommen. Die Absicht ist eindeutig. Movistar will ihn halten, und Garcia Cortina gilt als offen dafür zu bleiben. Das Problem ist der Markt um ihn herum.
Red-Bull-Interesse erhöht den Druck
Red Bull - BORA - hansgrohe zählt dem Vernehmen nach zu den Teams, die 2027 an Garcia Cortina interessiert sind, nachdem es in der Vergangenheit bereits ein Angebot gab. Genau dort wird die Lage für Movistar heikel. Das spanische Team hat Identität, Geschichte und natürliche Anziehungskraft auf einen spanischen Fahrer. Was fehlt, ist die Finanzkraft der größten WorldTour-Projekte.
Im Red-Bull-Aufgebot stehen bereits Remco Evenepoel, Primoz Roglic und Florian Lipowitz. Sollte ein Team dieser Kragenweite ernsthaft auf Garcia Cortina drängen, könnte Movistar in einen schweren Kampf geraten.
Die Logik spricht dennoch für eine Verlängerung. Beide Seiten haben Gründe weiterzumachen. Doch jede Verzögerung, jeder Dissens oder jede Lücke in den Vertragsgesprächen könnte Rivalen eine Einladung sein. Für Movistar geht es nicht nur darum, einen populären Spanier zu halten. Es geht darum, ein Profil zu schützen, das sich nicht leicht ersetzen lässt.
Könnte Ivan Garcia Cortina Movistar verlassen?
Warum Garcia Cortina für Movistar wichtig ist
Garcia Cortina ist weder reiner Sprinter noch Kletterer, und auch kein Grand-Tour-Kapitän. Genau deshalb ist er wichtig. Er gibt Movistar eine andere Dimension. Er beherrscht die Klassiker, behauptet sich in chaotischen Finals, übersteht harte Tage, sprintet aus dezimierten Gruppen und arbeitet tief in Grand-Tour-Etappen hinein. In einer weiterhin stark kletterorientierten Mannschaft hat diese Vielseitigkeit echten Wert.
Sein größter Sieg bleibt der Gran Piemonte 2022. Zudem gewann er Etappen bei Paris–Nizza und der Tour of California, während sein dritter Platz beim GP de Montreal 2019 seine Klasse auf forderndem Eintagesgelände zeigte.
Zuletzt wurde er einer der verlässlichsten Fahrer Movistars für die Frühjahrsmonumente. Sein neunter Platz bei der Flandern-Rundfahrt 2025, gewonnen von Tadej Pogacar, ragt als eines der stärksten jüngeren Resultate eines Teams heraus, das dort selten als natürlicher Anwärter gilt.
Darum ist diese Verlängerung bedeutsam. Garcia Cortina ist nicht der größte Name im Movistar-Aufgebot, aber einer der Fahrer, die den Handlungsspielraum erweitern. Mas, Uijtdebroeks und Romeo sind bereits abgesichert. Garcia Cortina zu halten, wäre eine andere Art Statement. Es würde zeigen, dass man die Fahrer halten kann, die die Balance bringen – nicht nur jene mit dem größten Palmarès.
Das kolportierte Interesse von Red Bull erschwert das. Movistar dürfte weiterhin Favorit auf den Verbleib seines „capitán general“ sein, doch von einer Routineverlängerung kann keine Rede mehr sein.