Arctic Race of Norway 2026 Etappe 4 Vorschau, Profile, Favoriten & Prognosen – Thomas Silva will einen weiteren Sieg für Astana holen
Radsport
Die Arctic Race of Norway 2026 wird vom 13. bis 16. August ausgetragen. Das nördlichste Etappenrennen des Radsportkalenders bietet auch in diesem Jahr eine abwechslungsreiche Mischung aus Chancen für die Sprinter und anspruchsvollen Bergankünften. Wir werfen einen detaillierten Blick auf die Profile der einzelnen Etappen.
Ihre Premiere feierte die Rundfahrt im Jahr 2013, als sich mit Thor Hushovd ausgerechnet einer der größten norwegischen Radsportstars zum ersten Gesamtsieger krönte. Inzwischen genießt das Rennen trotz seines Termins in einer dicht gedrängten Phase der Saison einen hervorragenden Ruf. Vor allem starke Kletterer und Klassikerspezialisten können sich auf dem anspruchsvollen Terrain beweisen und ins Rampenlicht fahren.
Die Siegerliste unterstreicht die sportliche Qualität der Norwegen-Rundfahrt: Fahrer wie Gianni Moscon, Dylan Teuns, Alexey Lutsenko und Stephen Williams konnten bereits die Gesamtwertung für sich entscheiden. 2025 triumphierte Corbin Strong, der sich im Kampf um den Gesamtsieg gegen Tom Pidcock durchsetzte.
Zeitplan Arctic Race of Norway 2026
| Etappe | Datum | Start | Ziel | Distanz (km) | Profil |
| 1 | 13.08.2026 | Evenes | Myre | 179 | Flach |
| 2 | 14.08.2026 | Bø i Vesterålen | Andenes | 179 | Flach |
| 3 | 15.08.2026 | Stokmarknes | Storheia Summit (Melbu) | 145 | Hügelig |
| 4 | 16.08.2026 | Sortland | Narvik | 190,8 | Hügelig |
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Vorschau Arctic Race of Norway 2026, Etappe 4
Diese Etappe ähnelt stark dem Renntag zuvor und könnte den Puncheuren sogar noch mehr entgegenkommen, da der Anstieg etwas kürzer und weniger steil ist. Da Thomas Silva jedoch die Königsetappe gewonnen hat, kann er konservativ fahren und erneut auf einen Sprint- sowie einen Gesamtsieg hoffen. Der Astana-Fahrer wird der Mann sein, den es zu schlagen gilt.
Doch Lennert van Eetvelt darf man keinesfalls abschreiben. Auch er ist ein äußerst explosiver Fahrer und könnte trotz des fehlenden Vorteils, den Silva heute hatte, erfolgreich sein. Die explosivere Anstrengung könnte Fahrern wie Felix Engelhardt und Fabio Christen entgegenkommen. Allerdings ist ein solcher Effort schwer zu kontrollieren, und die Renneinteilung könnte ebenfalls entscheidend für den Ausgang der Etappe sein.
Prognose Arctic Race of Norway 2026, Etappe 4:
*** Guillermo Thomas Silva, Lennert van Eetvelt
** Felix Engelhardt, Alessandro Pinarello
- Robbe Dhondt, Wout Poels, Thomas Bonet, Johannes Kulset
Tipp: Guillermo Thomas Silva
Profil Etappe 4: Sortland – Narvik
Die letzte Etappe des Rennens beginnt in Sortland und führt über 190 Kilometer. Der Großteil der Strecke ist flach, allerdings warten gegen Ende des Rennens einige kurze und steile Anstiege auf die Fahrer.
Die Fahrer erreichen Narvik, wo ein urbaner Abschnitt mit zahlreichen Kurven sowie Auf- und Abfahrten wartet, bevor der Schlussanstieg beginnt. 2,8 Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von 8 Prozent sorgen für einen sehr explosiven Anstieg durch die Wohngebiete der arktischen Stadt.
Vorschau auf die 3. Etappe des Arctic Race of Norway 2026
Die 3. Etappe dürfte das Gesamtklassement der Arctic Race of Norway komplett auf den Kopf stellen. Die Königsetappe ist lediglich 146,5 Kilometer lang und verläuft über weite Strecken relativ unspektakulär. Am Schlussanstieg hinauf nach Storheia dürfte der Kampf um den Gesamtsieg jedoch endgültig eröffnet werden. Die entscheidenden 3,4 Kilometer weisen eine durchschnittliche Steigung von satten 10,8 Prozent auf.
Diese extremen Steigungsprozente dürften vor allem den echten Kletterspezialisten entgegenkommen. Lennert Van Eetvelt geht nach seinen starken Leistungen in den Bergen der Tour de France als Topfavorit ins Rennen. Auch Alessandro Pinarello gehört zum engsten Favoritenkreis. Der Italiener hat in dieser Saison bei O Gran Camiño bereits bewiesen, dass ihm kurze und steile Bergankünfte besonders gut liegen.
Guillermo Thomas Silva, Ludovico Crescioli und Johannes Kulset sind ebenfalls starke Kandidaten für den Tagessieg und eine gute Position im Gesamtklassement. Dahinter zählen Wout Poels, Martin Tjøtta und Odd Christian Eiking zu den gefährlichen Außenseitern. Vor allem Eiking weiß bereits, wie man auf Storheia gewinnt: Der Norweger konnte hier in der Vergangenheit schon einmal triumphieren.
Prognose für die 2. Etappe des Arctic Race of Norway 2026:
*** Lennert Van Eetvelt, Alessandro Pinarello
** Guillermo Thomas Silva, Ludovico Crescioli, Johannes Kulset
* Wout Poels, Martin Tjotta, Fabio Christen, Anders Foldager, Odd Christian Eiking
Pick: Lennert Van Eetvelt
Profil Etappe 3: Stokmarknes - Storheia Summit

Stokmarknes - Storheia Summit, 145,5 Kilometer
Die Königsetappe ist zugleich das kürzeste Teilstück der Norwegen-Rundfahrt. Nach einigen kleineren Kuppen verläuft die Anfahrt zum entscheidenden Schlussanstieg weitgehend flach. Anschließend geht es von Meereshöhe hinauf zum 471 Meter hoch gelegenen Storheia Summit.
Bereits vor dem offiziellen Beginn des Anstiegs führt die Strecke einige Kilometer leicht bergauf, entscheidend sind jedoch die letzten 3,4 Kilometer.
Mit durchschnittlich 10,8 Prozent ist die Schlussrampe extrem steil und angesichts dieser Steigungswerte auch vergleichsweise lang. Starke Klassikerspezialisten können hier durchaus bestehen, im Vorteil dürften jedoch Fahrer mit größerer Ausdauer am Berg sein.
Profil Etappe 4: Sortland - Narvik

Sortland - Narvik, 190 Kilometer
Die Schlussetappe der Norwegen-Rundfahrt startet in Sortland und führt über 190 Kilometer. Über weite Strecken ist das Profil flach, ehe im späten Rennverlauf einige kurze und steile Anstiege für zusätzliche Schwierigkeiten sorgen.
In Narvik erwartet die Fahrer ein verwinkelter urbaner Abschnitt mit zahlreichen Kurven und kleineren Wellen, bevor der Schlussanstieg beginnt. Auf 2,8 Kilometern mit durchschnittlich 8 Prozent führt dieser durch die Wohngebiete der arktischen Stadt und verspricht ein explosives Finale.
Siegerliste der Arctic Race of Norway 2026
| Jahr | 1. | 2. | 3. |
| 2025 | Corbin Strong | Tom Pidcock | Christian Scaroni |
| 2024 | Magnus Cort | Clément Champoussin | Kevin Vermaerke |
| 2023 | Stephen Williams | Christian Scaroni | Simon Carr |
| 2022 | Andreas Leknessund | Hugo Houle | Victor Lafay |
| 2021 | Ben Hermans | Odd Christian Eiking | Victor Lafay |
| 2020 | Nicht ausgetragen | ||
| 2019 | Alexey Lutsenko | Warren Barguil | Amund Grøndahl Jansen |
| 2018 | Sergei Chernetski | Markus Hoelgaard | Hugo Houle |
| 2017 | Dylan Teuns | August Jensen | Sergei Chernetski |
| 2016 | Gianni Moscon | Stef Clement | Oscar Gatto |
| 2015 | Rein Taaramäe | Silvan Dillier | Ilnur Zakarin |
| 2014 | Steven Kruijswijk | Alexander Kristoff | Lars-Petter Nordhaug |
| 2013 | Thor Hushovd | Kenny van Hummel | Nikias Arndt |
Vorschau auf die Gesamtwertung der Arctic Race of Norway 2026
Die Gesamtwertung wird auf den letzten beiden Etappen entschieden, deren explosive Bergankünfte den Ausschlag geben dürften. Lennert Van Eetvelt geht als Topfavorit ins Rennen. Der Belgier ist ein Spezialist für dieses Terrain und präsentierte sich zuletzt in guter Form.
Die Nicht-WorldTour-Teams werden auf wertvolle UCI-Punkte aus sein. Wout Poels, Byron Munton und Fabio Christen zählen dabei zu den interessanten Außenseitern.
Astana setzt auf Guillermo Thomas Silva, der bereits eine Etappe beim Giro d’Italia gewonnen hat. NSN schickt Alessandro Pinarello ins Rennen, während Picnic PostNL mit Bjorn Koerdt ebenfalls einen Außenseiter in seinen Reihen hat.
Prognose für die Gesamtwertung der Arctic Race of Norway 2026:
*** Lennert Van Eetvelt, Wout Poels, Byron Munton
** Fabio Christen, Bjorn Koerdt, Guillermo Thomas Silva
* Alessandro Pinarello, Damien Howson, Sebastian Berwick, Johannes Kulset, Martin Tjøtta, Anders Foldager, Andrea Crescioli
Tipp: Lennert Van Eetvelt
Vorschau auf die 1. Etappe der Arctic Race of Norway 2026
Die Auftaktetappe dürfte in einem Massensprint enden, für den es zwei große Favoriten gibt: Ethan Vernon von NSN und Erlend Blikra von Uno-X Mobility. Die beiden Sprinter dürften in einem Peloton ohne viele hochkarätige Sprintzüge zu den schnellsten Fahrern gehören.
Giovanni Lonardi, Lorrenzo Manzin, Emīls Liepiņš, Casper van Uden und Mathieu Kockelmann sind einige der weiteren Sprinter am Start, die um einen wichtigen Sieg kämpfen werden.
Prognose für die 1. Etappe der Arctic Race of Norway 2026:
*** Ethan Vernon, Erlend Blikra
** Giovanni Lonardi, Lorrenzo Manzin
* Emīls Liepiņš, Casper van Uden, Anders Foldager, Mathieu Kockelmann, Jason Tesson, Nikiforos Arvanitou
Tipp: Ethan Vernon
Profil Etappe 1: Evenes - Myre

Evenes - Myre, 179 Kilometer
Die Auftaktetappe der Norwegen-Rundfahrt führt von Evenes nach Myre. Grundsätzlich bietet der Tag den Sprintern eine gute Gelegenheit, allerdings könnten einige späte Anstiege manchen schnellen Fahrern Probleme bereiten.
Vorschau auf die 2. Etappe des Arctic Race of Norway 2026
Die zweite Etappe bietet die wohl klarste Gelegenheit für die Sprinter in diesem Rennen. Zwischen Bø i Vesterålen und Andenes sind nur sehr wenige Höhenmeter zu bewältigen. Sofern das Wetter oder der Kampf um die Positionen keine unerwarteten Probleme verursachen, dürften die schnellen Männer den Tag erneut unter sich ausmachen.
Giovanni Lonardi startet nach seinem Sieg in Myre im Führungstrikot und zählt erneut zu den Topfavoriten. Ethan Vernon bleibt trotz seines fünften Platzes auf der 1. Etappe die offensichtlich größte Gefahr. Das NSN Cycling Team verlor seinen Sprinter dort während der Vorbereitung auf den Sprint. Erlend Blikra und Jason Tesson zeigten ebenfalls genügend Geschwindigkeit, um weiterhin zum engsten Favoritenkreis zu gehören. Auch Riley Pickrell ist nach seinem dritten Platz auf der Auftaktetappe bei einer sehr ähnlichen Zielankunft nicht zu unterschätzen.
Casper van Uden dürfte dieser geradlinigere Sprint ebenfalls besser liegen. Nikiforos Arvanitou, Mathieu Kockelmann und Anders Foldager zählen zu den weiteren Fahrern, die sich einmischen können, falls die größeren Namen das Finale falsch timen.
Prognose für die 2. Etappe des Arctic Race of Norway 2026:
*** Ethan Vernon, Giovanni Lonardi
** Erlend Blikra, Jason Tesson, Casper van Uden, Riley Pickrell
* Nikiforos Arvanitou, Mathieu Kockelmann, Anders Foldager, Emīls Liepiņš
Tipp: Ethan Vernon
Profil Etappe 2: Bo i Vesteralen - Andenes

Bo i Vesteralen - Andenes, 179 Kilometer
Die zweite Etappe führt von Bo i Vesteralen nach Andenes und bietet den Sprintern bei nur wenigen Höhenmetern eine hervorragende Siegchance. Auf dem Weg durch die Fjorde erwartet das Peloton ein weitgehend flaches Terrain.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026







