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Der unermüdliche Helfer von Tadej Pogacar: Warum dieser Amerikaner beim UAE Team Emirates - XRG unverzichtbar geworden ist

Radsport
durch Nic Gayer
Kevin Vermaerke
Kevin Vermaerke hat sich in seiner ersten Saison beim UAE Team Emirates - XRG als einer der wertvollsten Helfer der Mannschaft etabliert. Kein anderer Fahrer des Rennstalls aus den Vereinigten Arabischen Emiraten absolvierte 2026 mehr Renneinsätze als der US-Amerikaner. Mit seiner Vielseitigkeit, seiner Zuverlässigkeit und seiner Bereitschaft, sich immer wieder in den Dienst seiner Kapitäne zu stellen, entwickelte sich der 26-Jährige innerhalb kürzester Zeit zu einem wichtigen Bestandteil des Teams.
Seine Profikarriere begann Vermaerke 2021 bei Team Picnic PostNL, wo er in den folgenden Jahren zu den dienstältesten Fahrern der Mannschaft gehörte. Nach mehreren Saisons bei dem Rennstall, der zuletzt zunehmend in die Kritik geraten war, entschied er sich für einen Wechsel zu UAE Team Emirates - XRG und unterschrieb einen Dreijahresvertrag. Eine Verpflichtung, die deutlich machte, welches Potenzial die sportliche Leitung in dem Amerikaner sah.

Vom Klassikerspezialisten zum gefragten Helfer beim UAE Team Emirates - XRG

Schon vor seinem Wechsel hatte Vermaerke insbesondere bei anspruchsvollen Eintagesrennen sein Talent unter Beweis gestellt. Bereits 2019 gewann er die U23-Ausgabe von Lüttich-Bastogne-Lüttich und deutete damit früh seine Fähigkeiten auf hügeligem Terrain an. Auf seinen ersten Sieg im Profibereich wartet er zwar bis heute, doch mehrere starke Ergebnisse unterstrichen seine Klasse. Besonders hervorzuheben ist sein vierter Platz bei der Clasica San Sebastian 2024. Auch bei anderen hochkarätigen Rennen konnte er sich in den vergangenen Jahren regelmäßig weit vorne platzieren.
Kevin Vermaerke in Aktion.
Kevin Vermaerke entwickelte sich in seiner ersten Saison beim UAE Team Emirates - XRG zu einem der zuverlässigsten Helfer. Der US-Amerikaner unterstützte unter anderem Tadej Pogacar und Isaac del Toro bei wichtigen Erfolgen.
Seine größte Stärke liegt seit jeher an kurzen, steilen Anstiegen. Damit passt Vermaerke hervorragend in die sportliche Ausrichtung seines neuen Arbeitgebers, der mit explosiven Kletterern wie Tadej Pogacar und Isaac del Toro über einige der stärksten Fahrer des Pelotons verfügt. Gleichzeitig bietet UAE Team Emirates - XRG seinen Profis einen umfangreichen und abwechslungsreichen Rennkalender, der nahezu allen Fahrern Gelegenheiten eröffnet, neben Helferdiensten auch eigene Ergebnisse und Siege anzustreben.

Ein Mann für alle Fälle: Vermaerke überzeugt an der Seite der UAE-Stars

Während Vermaerke bei Picnic PostNL regelmäßig Verantwortung als Kapitän übernehmen oder auf eigene Rechnung fahren durfte, veränderte sich seine Rolle mit dem Wechsel zu UAE deutlich. Schließlich könnten die sportlichen Ausgangspositionen der beiden Mannschaften kaum unterschiedlicher sein. Während UAE die WorldTour dominiert, fiel Picnic PostNL 2026 sogar hinter den Großteil der Teams auf ProTeam-Niveau zurück.
Seinen ersten Renneinsatz für den neuen Arbeitgeber absolvierte Vermaerke bei der AlUla Tour. Dort belegte er selbst den elften Gesamtrang und unterstützte gleichzeitig Jan Christen auf dem Weg zum Gesamtsieg. Bei der UAE Tour übernahm er anschließend Helferdienste für Isaac del Toro, den er wenig später auch bei Tirreno-Adriatico begleitete.
Im weiteren Verlauf des Frühjahrs bewies der Amerikaner seine Vielseitigkeit bei zahlreichen wichtigen Rennen. Bei Strade Bianche trug er zum Sieg von Tadej Pogacar bei, den er später auch bei der Tour de Romandie erfolgreich unterstützte. Bei O Gran Camiño spielte Vermaerke wiederum eine wichtige Rolle beim Gesamterfolg von Adam Yates. Dazwischen erhielt er bei der Trofeo Laigueglia und Milano-Torino die Gelegenheit, auf eigene Rechnung zu fahren. Mit den Plätzen 16 und 14 erzielte er bei diesen Rennen, die seinem Fahrerprofil besonders entgegenkommen, solide Ergebnisse.
Innerhalb von nur vier Monaten hatte sich Vermaerke damit als zuverlässige Unterstützung für die größten Stars seiner Mannschaft bewährt. Insbesondere Pogacar und del Toro profitierten wiederholt von seiner Arbeit. Dass die Ardennen-Klassiker nicht zu seinem Rennprogramm gehörten, kam ihm angesichts der hohen Belastung entgegen. Mit seiner konsequenten Ausrichtung auf die gemeinsamen Ziele und seinem Anteil an zahlreichen Erfolgen erarbeitete sich der 26-Jährige schnell das Vertrauen der sportlichen Leitung.

Zahlreiche Podestplätze: Vermaerke kommt seinem ersten Profisieg immer näher

Nach einer Rennpause kehrte Vermaerke im Juni ins Peloton zurück und stellte sich erneut in den Dienst von Isaac del Toro. Bei der Tour Auvergne-Rhone-Alpes unterstützte er den Mexikaner auf dem Weg zum Gesamtsieg. Damit hatte der Amerikaner bei sämtlichen wichtigen Erfolgen del Toros in der ersten Saisonhälfte eine Rolle gespielt.
Anschließend bot sich Vermaerke eine besondere Gelegenheit, selbst einen prestigeträchtigen Erfolg zu feiern. Bei den US-amerikanischen Straßenmeisterschaften in Charleston kämpfte er um das begehrte Meistertrikot mit dem Sternenbanner. Ende Juli musste er sich jedoch Quinn Simmons geschlagen geben, der an diesem Tag nicht zu bezwingen war. Vermaerke belegte als zweitbester Fahrer den Silberrang.
Noch näher rückte sein erster Profisieg bei der Österreich-Rundfahrt, wo sich ihm innerhalb von fünf Tagen gleich mehrere aussichtsreiche Gelegenheiten boten. Zweimal fuhr er auf einer Etappe auf den zweiten Platz, einmal wurde er Dritter. Auch in der Gesamtwertung musste er sich lediglich einem Konkurrenten geschlagen geben und beendete das Rennen auf Rang zwei. Immerhin durfte er als Gewinner der Punktewertung auf das oberste Podest steigen. Der ersehnte erste Sieg in einem Profirennen blieb ihm allerdings erneut verwehrt.
Seine starke Verfassung bestätigte Vermaerke anschließend bei weiteren anspruchsvollen Eintagesrennen. Bei der Clasica de Ordizia erreichte er den achten Platz, bei der Clasica de San Sebastian wurde er 13. und beim Circuito de Getxo, wo er ebenfalls eigene Ambitionen verfolgen durfte, belegte er Rang elf.

Vuelta a Espana: Vom Pogacar-Helfer zum offensiven Ausreißer

Nach diesen überzeugenden Auftritten stand für Vermaerke zunächst die Vuelta a Burgos auf dem Programm, bevor er bei der Vuelta a Espana sein Grand-Tour-Debüt im Trikot von UAE Team Emirates - XRG feierte. Seine zahlreichen Helfereinsätze im bisherigen Saisonverlauf hatten gezeigt, dass er auch bei einer dreiwöchigen Rundfahrt eine wertvolle Unterstützung für Tadej Pogacar sein konnte. Das Team wusste inzwischen, dass es sich auf den Amerikaner verlassen konnte.
In der ersten Rennwoche war Vermaerke entsprechend fest in die Unterstützung des slowenischen Kapitäns eingebunden. Er leistete wichtige Arbeit bei Pogacars Etappensiegen in Andorra la Vella und Castello. Doch die gemeinsame Mission nahm ein vorzeitiges Ende, als Pogacar die Rundfahrt auf der achten Etappe aufgeben musste. Damit änderte sich auch Vermaerkes Rolle innerhalb der Mannschaft grundlegend.
Da UAE fortan keine Ambitionen mehr in der Gesamtwertung verfolgte, erhielt der Amerikaner deutlich größere Freiheiten. Zwischen der neunten und der 20. Etappe schaffte er es gleich siebenmal in eine Ausreißergruppe und suchte konsequent seine Chance auf einen eigenen Erfolg. Besonders die kürzeren Anstiege kamen seinen Fähigkeiten entgegen. Sein bestes Etappenergebnis erzielte er mit Rang sieben auf dem hügeligen 13. Teilstück.
Auch in der entscheidenden Schlussphase der Vuelta präsentierte sich Vermaerke in bemerkenswerter Verfassung. Auf der 19. Etappe erreichte er am Alto de Estepona den neunten Platz. Einen Tag später bewies er seine Ausdauer und Kletterqualitäten auf einer extrem anspruchsvollen Etappe mit beinahe 5.000 Höhenmetern, die er als Elfter beendete. Gerade diese Leistungen unterstrichen, wie gut der Amerikaner selbst nach einer langen und intensiven Saison noch mithalten konnte.

Auch bei der Radsport-WM im Einsatz: Vermaerke beendet außergewöhnlich lange Saison

Nach der Vuelta a Espana war für Vermaerke noch lange nicht Schluss. Bei der Radsport-WM übernahm er erneut eine Helferrolle, diesmal an der Seite seines UAE-Teamkollegen Brandon McNulty. Dabei war Vermaerke der einzige Fahrer im Aufgebot von McNulty, der während der gesamten Saison auch auf Teamebene mit ihm zusammengestanden hatte.
Seinen letzten Renneinsatz des Jahres absolvierte der Amerikaner schließlich bei der Tour de Kyushu. Auch dort setzte UAE Team Emirates - XRG seine beeindruckende Erfolgsserie fort und sicherte sich einen weiteren Gesamtsieg, diesmal durch Ivo Oliveira.
Damit ging für Vermaerke eine außergewöhnlich intensive erste Saison bei seinem neuen Arbeitgeber zu Ende. Zwar wartet der 26-Jährige weiterhin auf seinen ersten Profisieg, doch mit seinen zahlreichen Einsätzen, konstanten Ergebnissen und entscheidenden Helferdiensten für die größten Stars der Mannschaft hat er eindrucksvoll bewiesen, welchen Wert er für UAE Team Emirates - XRG besitzt.
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