Der unermüdliche Helfer von Tadej Pogacar: Warum dieser Amerikaner beim UAE Team Emirates - XRG unverzichtbar geworden ist
Radsport
Kevin Vermaerke hat sich in seiner ersten Saison beim UAE Team Emirates - XRG als einer der wertvollsten Helfer der Mannschaft etabliert. Kein anderer Fahrer des Rennstalls aus den Vereinigten Arabischen Emiraten absolvierte 2026 mehr Renneinsätze als der US-Amerikaner. Mit seiner Vielseitigkeit, seiner Zuverlässigkeit und seiner Bereitschaft, sich immer wieder in den Dienst seiner Kapitäne zu stellen, entwickelte sich der 26-Jährige innerhalb kürzester Zeit zu einem wichtigen Bestandteil des Teams.
Seine Profikarriere begann Vermaerke 2021 bei Team Picnic PostNL, wo er in den folgenden Jahren zu den dienstältesten Fahrern der Mannschaft gehörte. Nach mehreren Saisons bei dem Rennstall, der zuletzt zunehmend in die Kritik geraten war, entschied er sich für einen Wechsel zu UAE Team Emirates - XRG und unterschrieb einen Dreijahresvertrag. Eine Verpflichtung, die deutlich machte, welches Potenzial die sportliche Leitung in dem Amerikaner sah.
Vom Klassikerspezialisten zum gefragten Helfer beim UAE Team Emirates - XRG
Schon vor seinem Wechsel hatte Vermaerke insbesondere bei anspruchsvollen Eintagesrennen sein Talent unter Beweis gestellt. Bereits 2019 gewann er die U23-Ausgabe von Lüttich-Bastogne-Lüttich und deutete damit früh seine Fähigkeiten auf hügeligem Terrain an. Auf seinen ersten Sieg im Profibereich wartet er zwar bis heute, doch mehrere starke Ergebnisse unterstrichen seine Klasse. Besonders hervorzuheben ist sein vierter Platz bei der Clasica San Sebastian 2024. Auch bei anderen hochkarätigen Rennen konnte er sich in den vergangenen Jahren regelmäßig weit vorne platzieren.

Kevin Vermaerke entwickelte sich in seiner ersten Saison beim UAE Team Emirates - XRG zu einem der zuverlässigsten Helfer. Der US-Amerikaner unterstützte unter anderem Tadej Pogacar und Isaac del Toro bei wichtigen Erfolgen.
Seine größte Stärke liegt seit jeher an kurzen, steilen Anstiegen. Damit passt Vermaerke hervorragend in die sportliche Ausrichtung seines neuen Arbeitgebers, der mit explosiven Kletterern wie Tadej Pogacar und Isaac del Toro über einige der stärksten Fahrer des Pelotons verfügt. Gleichzeitig bietet UAE Team Emirates - XRG seinen Profis einen umfangreichen und abwechslungsreichen Rennkalender, der nahezu allen Fahrern Gelegenheiten eröffnet, neben Helferdiensten auch eigene Ergebnisse und Siege anzustreben.
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Ein Mann für alle Fälle: Vermaerke überzeugt an der Seite der UAE-Stars
Während Vermaerke bei Picnic PostNL regelmäßig Verantwortung als Kapitän übernehmen oder auf eigene Rechnung fahren durfte, veränderte sich seine Rolle mit dem Wechsel zu UAE deutlich. Schließlich könnten die sportlichen Ausgangspositionen der beiden Mannschaften kaum unterschiedlicher sein. Während UAE die WorldTour dominiert, fiel Picnic PostNL 2026 sogar hinter den Großteil der Teams auf ProTeam-Niveau zurück.
Seinen ersten Renneinsatz für den neuen Arbeitgeber absolvierte Vermaerke bei der AlUla Tour. Dort belegte er selbst den elften Gesamtrang und unterstützte gleichzeitig Jan Christen auf dem Weg zum Gesamtsieg. Bei der UAE Tour übernahm er anschließend Helferdienste für Isaac del Toro, den er wenig später auch bei Tirreno-Adriatico begleitete.
Im weiteren Verlauf des Frühjahrs bewies der Amerikaner seine Vielseitigkeit bei zahlreichen wichtigen Rennen. Bei Strade Bianche trug er zum Sieg von Tadej Pogacar bei, den er später auch bei der Tour de Romandie erfolgreich unterstützte. Bei O Gran Camiño spielte Vermaerke wiederum eine wichtige Rolle beim Gesamterfolg von Adam Yates. Dazwischen erhielt er bei der Trofeo Laigueglia und Milano-Torino die Gelegenheit, auf eigene Rechnung zu fahren. Mit den Plätzen 16 und 14 erzielte er bei diesen Rennen, die seinem Fahrerprofil besonders entgegenkommen, solide Ergebnisse.
Innerhalb von nur vier Monaten hatte sich Vermaerke damit als zuverlässige Unterstützung für die größten Stars seiner Mannschaft bewährt. Insbesondere Pogacar und del Toro profitierten wiederholt von seiner Arbeit. Dass die Ardennen-Klassiker nicht zu seinem Rennprogramm gehörten, kam ihm angesichts der hohen Belastung entgegen. Mit seiner konsequenten Ausrichtung auf die gemeinsamen Ziele und seinem Anteil an zahlreichen Erfolgen erarbeitete sich der 26-Jährige schnell das Vertrauen der sportlichen Leitung.
Zahlreiche Podestplätze: Vermaerke kommt seinem ersten Profisieg immer näher
Nach einer Rennpause kehrte Vermaerke im Juni ins Peloton zurück und stellte sich erneut in den Dienst von Isaac del Toro. Bei der Tour Auvergne-Rhone-Alpes unterstützte er den Mexikaner auf dem Weg zum Gesamtsieg. Damit hatte der Amerikaner bei sämtlichen wichtigen Erfolgen del Toros in der ersten Saisonhälfte eine Rolle gespielt.
Anschließend bot sich Vermaerke eine besondere Gelegenheit, selbst einen prestigeträchtigen Erfolg zu feiern. Bei den US-amerikanischen Straßenmeisterschaften in Charleston kämpfte er um das begehrte Meistertrikot mit dem Sternenbanner. Ende Juli musste er sich jedoch Quinn Simmons geschlagen geben, der an diesem Tag nicht zu bezwingen war. Vermaerke belegte als zweitbester Fahrer den Silberrang.
Noch näher rückte sein erster Profisieg bei der Österreich-Rundfahrt, wo sich ihm innerhalb von fünf Tagen gleich mehrere aussichtsreiche Gelegenheiten boten. Zweimal fuhr er auf einer Etappe auf den zweiten Platz, einmal wurde er Dritter. Auch in der Gesamtwertung musste er sich lediglich einem Konkurrenten geschlagen geben und beendete das Rennen auf Rang zwei. Immerhin durfte er als Gewinner der Punktewertung auf das oberste Podest steigen. Der ersehnte erste Sieg in einem Profirennen blieb ihm allerdings erneut verwehrt.
Seine starke Verfassung bestätigte Vermaerke anschließend bei weiteren anspruchsvollen Eintagesrennen. Bei der Clasica de Ordizia erreichte er den achten Platz, bei der Clasica de San Sebastian wurde er 13. und beim Circuito de Getxo, wo er ebenfalls eigene Ambitionen verfolgen durfte, belegte er Rang elf.
Vuelta a Espana: Vom Pogacar-Helfer zum offensiven Ausreißer
Nach diesen überzeugenden Auftritten stand für Vermaerke zunächst die Vuelta a Burgos auf dem Programm, bevor er bei der Vuelta a Espana sein Grand-Tour-Debüt im Trikot von UAE Team Emirates - XRG feierte. Seine zahlreichen Helfereinsätze im bisherigen Saisonverlauf hatten gezeigt, dass er auch bei einer dreiwöchigen Rundfahrt eine wertvolle Unterstützung für Tadej Pogacar sein konnte. Das Team wusste inzwischen, dass es sich auf den Amerikaner verlassen konnte.
In der ersten Rennwoche war Vermaerke entsprechend fest in die Unterstützung des slowenischen Kapitäns eingebunden. Er leistete wichtige Arbeit bei Pogacars Etappensiegen in Andorra la Vella und Castello. Doch die gemeinsame Mission nahm ein vorzeitiges Ende, als Pogacar die Rundfahrt auf der achten Etappe aufgeben musste. Damit änderte sich auch Vermaerkes Rolle innerhalb der Mannschaft grundlegend.
Da UAE fortan keine Ambitionen mehr in der Gesamtwertung verfolgte, erhielt der Amerikaner deutlich größere Freiheiten. Zwischen der neunten und der 20. Etappe schaffte er es gleich siebenmal in eine Ausreißergruppe und suchte konsequent seine Chance auf einen eigenen Erfolg. Besonders die kürzeren Anstiege kamen seinen Fähigkeiten entgegen. Sein bestes Etappenergebnis erzielte er mit Rang sieben auf dem hügeligen 13. Teilstück.
Auch in der entscheidenden Schlussphase der Vuelta präsentierte sich Vermaerke in bemerkenswerter Verfassung. Auf der 19. Etappe erreichte er am Alto de Estepona den neunten Platz. Einen Tag später bewies er seine Ausdauer und Kletterqualitäten auf einer extrem anspruchsvollen Etappe mit beinahe 5.000 Höhenmetern, die er als Elfter beendete. Gerade diese Leistungen unterstrichen, wie gut der Amerikaner selbst nach einer langen und intensiven Saison noch mithalten konnte.
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Auch bei der Radsport-WM im Einsatz: Vermaerke beendet außergewöhnlich lange Saison
Nach der Vuelta a Espana war für Vermaerke noch lange nicht Schluss. Bei der Radsport-WM übernahm er erneut eine Helferrolle, diesmal an der Seite seines UAE-Teamkollegen Brandon McNulty. Dabei war Vermaerke der einzige Fahrer im Aufgebot von McNulty, der während der gesamten Saison auch auf Teamebene mit ihm zusammengestanden hatte.
Seinen letzten Renneinsatz des Jahres absolvierte der Amerikaner schließlich bei der Tour de Kyushu. Auch dort setzte UAE Team Emirates - XRG seine beeindruckende Erfolgsserie fort und sicherte sich einen weiteren Gesamtsieg, diesmal durch Ivo Oliveira.
Damit ging für Vermaerke eine außergewöhnlich intensive erste Saison bei seinem neuen Arbeitgeber zu Ende. Zwar wartet der 26-Jährige weiterhin auf seinen ersten Profisieg, doch mit seinen zahlreichen Einsätzen, konstanten Ergebnissen und entscheidenden Helferdiensten für die größten Stars der Mannschaft hat er eindrucksvoll bewiesen, welchen Wert er für UAE Team Emirates - XRG besitzt.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
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- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








