Caja Rural – Seguros RGA schreibt in dieser Saison Geschichte: Das navarresische ProTeam steht 2026 erstmals bei der
Tour de France am Start. Das Team erhielt eine Wildcard für die Grande Boucle, und seit der Bekanntgabe ist die Botschaft klar. Jedes Rennen zählt als Teil des Auswahlprozesses. Jeder Fahrer steht faktisch auf dem Prüfstand – und Sebastian Berwick liefert starke Argumente für sich.
Der Montag brachte den ersten echten Gesamtwertungstest der
Tour of Oman 2026, und das Team im grünen Trikot durfte sich ermutigt fühlen. Berwick wurde am Schlussanstieg zum Eastern Mountain Vierter und platzierte Caja Rural nach der ersten ernsthaften Bergankunft fest in der Verlosung um die Spitzenplätze.
Für das Team begann die Etappe jedoch unrund. Ein Sturz am Ausgang eines Kreisverkehrs erwischte Fernando Gaviria, Stefano Oldani und Eduard Prades, die bis dahin für die Kapitäne Berwick und Jan Castellon gearbeitet hatten.
Berwick und Castellon blieben zwar verschont und konnten weiterfahren, erreichten den Fuß des Schlussanstiegs aber etwas weiter hinten als geplant.
Ein Ausrufezeichen am Eastern Mountain
Der entscheidende Schlussanstieg, 3,5 Kilometer bei einer Durchschnittssteigung von über 7%, wurde in hohem Tempo gefahren, anfangs forciert von Team Jayco AlUla für Mauro Schmid. Als der Schweizer Meister kurz vor dem Ziel attackierte, konnte Berwick reagieren und seine Position in der Spitzengruppe behaupten.
Er überquerte die Linie als Vierter, was ihn auch in der Gesamtwertung auf Rang vier bringt. Castellon kletterte kontrolliert und konstant, wurde 14., direkt hinter Adam Yates.
Berwick war am Eastern Mountain der stärkste Caja-Rural-Fahrer und unterstrich erneut seine wachsende Bedeutung innerhalb der Mannschaft.
Berwicks Reaktion
Nach der Etappe sprach Berwick über einen fordernden Tag im Sattel. „Ehrlich gesagt habe ich mich während des Tages nicht besonders gut gefühlt. Das Tempo war sehr hoch und es gab viel Stress im Feld“, sagte er. „Aber das Team hat sehr hart gearbeitet, um Jan und mich vor dem Schlussanstieg durch all die Kreisverkehre gut zu positionieren.“
Er ging auch auf den früheren Sturz ein. „An einem davon war die Straße sehr rutschig, und da passierte der Sturz. Zum Glück konnten Jan und ich ausweichen, auch wenn einige unserer Teamkollegen weniger Glück hatten. Ich hoffe, es geht ihnen allen gut.“
Als die Straße anstieg, fand Berwick seinen Rhythmus. „Am Berg selbst fühlte ich mich sehr gut, unter Kontrolle, und ich wusste, dass ich geduldig bleiben musste. Es ist nicht der perfekte Anstieg für mich, aber ich habe mich gut platziert und im Sprint nur ein paar Meter verloren. Mit Platz vier bin ich wirklich zufrieden.“
Mit Blick nach vorn sieht Berwick weiterhin gute Chancen. „Jetzt haben wir in den nächsten zwei Tagen etwas, wofür wir kämpfen können – morgen mit Gaviria und dann am Schlusstag Jan und ich, der uns beiden, denke ich, noch besser liegt.“
Die
Tour of Oman wird am Dienstag mit einer Etappe fortgesetzt, die den Sprintern entgegenkommen dürfte, auch wenn starker Wind vor dem voraussichtlichen Massensprint in Sohar eine entscheidende Rolle spielen könnte. Die Gesamtwertung fällt am Mittwoch auf dem brutalen Anstieg zum Green Mountain, knapp sechs Kilometer mit durchschnittlich 10%, der das finale Urteil bringen wird.