Modern Adventure Pro Cycling hat eine vorläufige Mitgliedschaft im Mouvement pour un Cyclisme Credible erhalten. Die Organisation bestätigte die Aufnahme des neuen Teams von
George Hincapie nach zusätzlicher Prüfung im Zusammenhang mit früheren Dopinggeständnissen führender Köpfe des Projekts.
Der MPCC bestätigte, dass Modern Adventure im Oktober den Aufnahmeantrag stellte, noch bevor das Team offiziell als UCI ProTeam anerkannt wurde. Nach dieser Anerkennung prüfte das
MPCC-Präsidium den Antrag und gewährte eine vorläufige Mitgliedschaft, wobei betont wurde, dass der Beitritt freiwillig erfolgt und die Aufnahme nie automatisch ist.
Zusätzliche Prüfung wegen früherer Geständnisse
In seiner Mitteilung stellte der
MPCC klar, dass Hincapies eigene Vergangenheit sowie die des Sportdirektors Bobby Julich zentral für die Abwägung waren. Zwar räumte das Präsidium ein, dass die von beiden zugegebenen Anti-Doping-Verstöße mehr als ein Jahrzehnt zurückliegen, doch seien diese Ereignisse angesichts der Radsportgeschichte und des fortdauernden Vertrauensaufbaus weiterhin relevant. Entsprechend unterlag der Antrag einer vertieften Due-Diligence-Prüfung.
Im Zuge dieses Prozesses erläuterte Teameigner
George Hincapie seine Beweggründe für den
MPCC-Beitritt. „Dem MPCC beizutreten, ist mir wichtig, weil es um mehr geht als nur um unser Team – es geht um die Zukunft des Radsports“, sagte Hincapie. „Die Sportart ist durch Doping beschädigt worden, und wir haben die Chance, beim Wiederaufbau von Vertrauen mitzuwirken. Ich habe den kulturellen Wandel im Peloton vor vielen Jahren aus nächster Nähe erlebt und gesehen, welchen Schaden Wegsehen anrichtet – und welchen Fortschritt möglich ist, wenn Athleten sich für Integrität entscheiden.“
„Indem wir uns zu den erhöhten Transparenzstandards des
MPCC bekennen, zeigen wir, dass saubere Athleten auf höchstem Niveau konkurrieren können und dass Glaubwürdigkeit mehr zählt als Abkürzungen. Unser Team soll für Integrität stehen und der nächsten Fahrergeneration – zu der auch mein Sohn gehört – zeigen, dass es einen besseren Weg gibt für diesen Sport, den wir lieben.“
Vorläufige Mitgliedschaft und laufende Aufsicht
Teammanager Rich Hincapie unterstrich zudem das Bekenntnis, innerhalb des
MPCC-Rahmens zu agieren. Die Mitgliedschaft sei eine Chance, positiv zur Zukunft des Sports beizutragen und höhere ethische Standards durch Transparenz und Rechenschaft zu wahren.
Im Anschluss bestätigte das
MPCC-Präsidium, dass Modern Adventure auf Probe aufgenommen wurde, wie es für neue Mitgliedsteams üblich ist. Die Organisation ergänzte, man werde das Verhalten des Teams mit besonderer Aufmerksamkeit begleiten, um sicherzustellen, dass die Zusagen in der Praxis eingehalten werden.
Frühe Ergebnisse untermauern das Bekenntnis
Der Zeitpunkt der Ankündigung ist bemerkenswert. Modern Adventure tritt dem
MPCC nicht als Konzept oder Versprechen bei, sondern als aktives Team, das bereits auf der Straße im Einsatz ist. Beim ersten Auftritt bei der AlUla Tour setzte die Mannschaft sofort Akzente, inklusive eines Podiums auf der Schlussetappe und einer starken Gesamtwertung. Das liefert frühen Beleg für Wettbewerbsfähigkeit und Ambition.
Auf diesen sportlichen Schwung folgte bereits die Bestätigung der ersten WorldTour-Einladung zur Volta a Catalunya, wo das Team gegen Jonas Vingegaard und Remco Evenepoel antreten wird. Damit rückt Modern Adventure in einer sehr frühen Phase seiner Existenz sowohl sportlich als auch reputationsseitig ins Rampenlicht.
Ethik gleichberechtigt neben Leistung
Vor diesem Hintergrund wiegt die Entscheidung, sich freiwillig einem Anti-Doping-Rahmen zu unterwerfen, der über die Mindestanforderungen hinausgeht, umso schwerer. Der
MPCC versteht sich seit Langem als Instrument für Teams, die aus Gründen der Glaubwürdigkeit strengere Standards akzeptieren, statt nur formal zu erfüllen.
Für Hincapie und Modern Adventure beendet die vorläufige
MPCC-Mitgliedschaft die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit des Radsports nicht. Im Gegenteil, sie formalisiert sie. Das Team startet nun in seine erste volle Saison unter erhöhter Beobachtung, mit frühen Ergebnissen, die bereits Aufmerksamkeit erzeugen, und größeren Bühnen, die noch folgen.
Ob Vertrauen zurückgewonnen werden kann, entscheidet weder ein einzelnes Team noch eine einzelne Erklärung. Doch mit Ergebnissen auf der Habenseite und nahender WorldTour-Präsenz hat Modern Adventure diese Frage ins Zentrum seines Projekts gestellt, statt ihr auszuweichen.