Die
Tour de France 2026 entscheidet nicht nur das Gelbe Trikot. Die Nachwuchswertung bringt erneut einige der größten Talente zusammen und formt eines der spannendsten Duelle des Rennens:
Paul Seixas gegen Isaac del Toro.
Juan Ayuso zählt ebenfalls als
großer Mitfavorit in einem Feld mit
Cian Uijtdebroeks, Kévin Vauquelin, Lenny Martínez, Davide Piganzoli, Matthew Riccitello und Lennert van Eetvelt unter anderen.
Während die meisten dieser Fahrer das Tempo von Tadej Pogacar, Jonas Vingegaard und Remco Evenepoel nicht mitgehen werden, ist die Nachwuchswertung deutlich offener als das Gesamtklassement. Wir blicken auf die Topkandidaten fürs Weiße Trikot.
Die Favoriten auf das Weiße Trikot
Paul Seixas startet als
klarer Favorit. Der Franzose fährt eine herausragende Saison und ist mit nur 19 Jahren bereits einer der Stars im WorldTour-Peloton.
Sein Gesamtsieg bei der Baskenland-Rundfahrt, untermauert von drei Etappenerfolgen, dazu seine Vorstellung beim Flèche Wallonne und Rang zwei bei Lüttich–Bastogne–Lüttich, nachdem er kurzzeitig einem Angriff von Tadej Pogacar standhielt, machen ihn zum Topkandidaten.
Einzig sein Ausstieg bei der Tour Auvergne–Rhône–Alpes nach einem Sturz wirft Fragen auf. Reist er vollständig erholt an, ist er der Mann, den es zu schlagen gilt.
Unterdessen hätte Isaac del Toro wohl die Beine, um mit voller Freiheit um das Gesamtpodium zu kämpfen. Diese Rolle wird er nicht erhalten.
Der Mexikaner wird drei Wochen lang voll für Tadej Pogacar arbeiten. Als wichtigster Helfer des Slowenen könnte er in den Hochalpen Zeit verlieren und Körner lassen.
Trotzdem macht ihn seine Klasse zum zweitstärksten Anwärter auf Weiß. Wenn die Rennkonstellation es zulässt, an ausgewählten Tagen Energie zu sparen, bleibt er eine stete Gefahr.
Ayuso, Uijtdebroeks und Vauquelin in der Verfolgerrolle
Juan Ayuso kommt als Anführer von Lidl–Trek mit dem klaren Auftrag, um die Gesamtwertung zu fahren.
Der Spanier hat bei der Tour Auvergne–Rhône–Alpes seine Bestform wiedergefunden, nachdem sein Saisonstart von DNFs bei Paris–Nizza und der Baskenland-Rundfahrt nach Stürzen geprägt war. Sein Talent stand nie infrage, nun muss er beweisen, dass es über drei Wochen Tour trägt.
Bleibt er von den körperlichen Rückschlägen der letzten Jahre verschont, wird er den besten Nachwuchsfahrern sehr nahe kommen.
Danach folgt die große Hoffnung des
Movistar Team. Nach dem Ausfall von Iván Romeo liegt die sportliche Verantwortung nahezu komplett auf
Cian Uijtdebroeks. Der Belgier debütiert als Tour-Kapitän des Telekom-Teams mit dem primären Ziel einer Top-10 im Gesamtklassement.
Kévin Vauquelin ist ein weiterer sehr verlässlicher Fahrer, sobald die Straße nach oben zeigt. Der Franzose überzeugte bei der letztjährigen Tour de France mit Rang sieben gesamt und Platz drei in der Nachwuchswertung. Nun trägt er noch mehr Verantwortung in einem NetCompany INEOS, das sich nach mehreren Abgängen neu aufstellt.
Sein Entwicklungspotenzial reicht womöglich nicht an Seixas oder Del Toro heran, doch seine Konstanz macht ihn gefährlich nah an den Ehrenplätzen.
Auf dem Papier wirkt die Nachwuchswertung wie ein Duell zwischen Paul Seixas und Isaac del Toro. Die Tour de France folgt jedoch selten dem Drehbuch. Del Toros Pflichten neben Pogacar, Seixas’ fehlende Grand-Tour-Erfahrung, die anhaltenden Fitnessfragen bei Ayuso und die Ausgeglichenheit mit Vauquelin öffnen die Tür für Cian Uijtdebroeks.
Der Belgier braucht nahezu perfekte drei Wochen, ohne Einbrüche und mit konstanter Kletterform. Das ist nicht einfach, aber nach dem Verlust von Iván Romeo vor dem Grand Départ ist das Weiße Trikot wohl Movistars beste Chance, die Tour de France 2026 mit einem großen Ergebnis zu verlassen.
| Position | Rider | Team |
| 1 | Paul Seixas | Decathlon CMA CGM |
| 2 | Isaac del Toro | UAE Team Emirates XRG |
| 3 | Juan Ayuso | Lidl-Trek |
| 4 | Cian Uijtdebroeks | Movistar Team |
| 5 | Kévin Vauquelin | NetCompany INEOS |
Weitere Anwärter auf das Weiße Trikot der Tour de France
Die Liste endet hier nicht. Lenny Martínez zählt erneut zu den talentiertesten Jungkletterern im Peloton, und jede Gebirgsshow könnte ihn in den Kampf um Weiß ziehen. Davide Piganzoli macht Saison für Saison Fortschritte und sieht die Tour als große Chance, sich in seiner Generation zu etablieren.
Matthew Riccitello hat dank seines Kletterprofils ebenfalls Überraschungspotenzial, während Lennert Van Eetvelt das Talent besitzt, bei konstanter Form über drei Wochen in die Verlosung zu rutschen. Kurz: Das Weiße Trikot versammelt einen großen Teil der Gegenwart und Zukunft des Sports, eine Generation, die die großen Duelle der kommenden Jahre prägen wird.