Deutsche, Österreicher und Schweizer bei der Tour de France 2026: Lipowitz, Politt, Bauhaus, Hirschi und Grossschartner führen die DACH-Fraktion an
Radsport
Die Tour de France 2026 startet mit 17 Fahrern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf der endgültigen Startliste stehen zwölf deutsche Profis, zwei Österreicher und drei Schweizer. Zu den prominentesten Namen zählen Florian Lipowitz, Nils Politt, Phil Bauhaus, Pascal Ackermann, Georg Steinhauser, Marc Hirschi und Mauro Schmid.
Deutschland stellt damit eine der stärksten nationalen Gruppen im Peloton. Besonders Red Bull - BORA - hansgrohe, UAE Team Emirates - XRG, Team Jayco AlUla und Team Picnic PostNL sorgen für eine auffällige deutsche Präsenz.
Österreich ist mit Felix Grossschartner und Marco Haller vertreten, während die Schweiz mit Silvan Dillier, Mauro Schmid und Marc Hirschi drei sehr unterschiedliche Fahrertypen in die Tour schickt.
Das Rennen beginnt am 04.07. in Barcelona mit einem 19,7 km langen Mannschaftszeitfahren. Damit rücken sofort Fahrer wie Politt, Grossschartner, Schmid, Denz, Haller und Lipowitz in den Fokus. Später dürften das 26,1 km lange Einzelzeitfahren auf Etappe 16 und das abschließende Alpen-Wochenende mit zwei aufeinanderfolgenden Alpe-d’Huez-Etappen besonders für Lipowitz, Steinhauser, Hirschi und die Helfer der Klassementteams entscheidend werden.
Deutsche Fahrer bei der Tour de France 2026
| Fahrer | Team |
| Nico Denz | Red Bull - BORA - hansgrohe |
| Florian Lipowitz | Red Bull - BORA - hansgrohe |
| Phil Bauhaus | Bahrain Victorious |
| Pascal Ackermann | Team Jayco AlUla |
| Felix Engelhardt | Team Jayco AlUla |
| Georg Steinhauser | EF Education - EasyPost |
| Max Kanter | XDS Astana Team |
| John Degenkolb | Team Picnic PostNL |
| Niklas Märkl | Team Picnic PostNL |
| Georg Zimmermann | Lotto - Intermarché |
| Nils Politt | UAE Team Emirates - XRG |
| Michel Hessmann | Movistar Team |
| Fahrer | Team |
| Felix Grossschartner | UAE Team Emirates - XRG |
| Marco Haller | Tudor Pro Cycling Team |
Florian Lipowitz ist der größte deutsche Aufhänger der Startliste. Der Red-Bull-BORA-hansgrohe-Profi startet in einem Team, das mit Remco Evenepoel, Jai Hindley, Maxim Van Gils und Mattia Cattaneo stark auf die Gesamtwertung ausgerichtet ist. Für Lipowitz bedeutet das eine zentrale Rolle in den Bergen, aber auch die Möglichkeit, selbst zu zeigen, wie weit seine Entwicklung als Grand-Tour-Fahrer inzwischen fortgeschritten ist.

Florian-Lipowitz-Quiz
5 Fragen · ≈ 3 Min. · 11 Spieler
um in der Rangliste mitzumachen.
Niko Denz ergänzt Red Bull - BORA - hansgrohe als erfahrener, robuster Helfer. Seine Stärken liegen auf schweren Übergangsetappen, in der Kontrolle von Rennsituationen und in jenen Momenten, in denen ein Klassementteam Verlässlichkeit braucht. Gerade in der ersten Woche und auf welligem Terrain könnte seine Arbeit für Evenepoel und Lipowitz wertvoll werden.
Phil Bauhaus ist Deutschlands klarster Sprintname auf der Startliste. Bahrain Victorious bringt mit Lenny Martinez und Antonio Tiberi Fahrer für anspruchsvollere Etappen, doch Bauhaus gibt dem Team eine konkrete Option für die schnellen Tage. Seine Chancen hängen stark davon ab, wie viele reine Sprintankünfte die Strecke tatsächlich zulässt und wie gut Bahrain den Zug gegen Teams wie Alpecin - Premier Tech und Lotto - Intermarché organisiert bekommt.
Auch Pascal Ackermann reist als deutscher Sprinter zur Tour, allerdings in einem vielseitigen Team Jayco AlUla. Mit Michael Matthews, Ben O'Connor, Luke Plapp, Mauro Schmid und Felix Engelhardt hat Jayco mehrere Optionen. Ackermann dürfte vor allem auf jene Etappen hoffen, auf denen ein klassischer Massensprint möglich bleibt und Matthews nicht die passendere Karte für ein schwereres Finale ist.
Felix Engelhardt gibt Jayco eine weitere deutsche Option für hügelige Tage, Ausreißergruppen und Helferrollen. Der 25-Jährige passt gut zu einem Kader, der nicht nur auf eine einzige Richtung festgelegt ist. Seine Tour könnte besonders dann interessant werden, wenn sich Etappen früh öffnen und Jayco offensiv fahren darf.
Georg Steinhauser gehört zu den spannendsten deutschen Namen abseits der Sprinter. EF Education - EasyPost startet mit Richard Carapaz, Ben Healy und mehreren offensiven Fahrern. In einem solchen Umfeld kann Steinhauser als Berghelfer, Ausreißer oder Etappenjäger wertvoll werden. Die Alpenetappen am Ende der Tour könnten ihm besonders liegen, sofern EF dort nicht ausschließlich für Carapaz arbeitet.
Nils Politt nimmt bei UAE Team Emirates - XRG eine Schlüsselrolle im Umfeld von Tadej Pogacar ein. Der Deutsche ist einer der wichtigsten Motoren im Team, besonders auf flachen und welligen Abschnitten, im Wind und bei der Positionsarbeit. In Barcelona dürfte seine Power im Mannschaftszeitfahren sofort gefragt sein, später wird er vor allem dabei helfen, Pogacar und das Team sicher durch nervöse Rennphasen zu bringen.
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John Degenkolb bringt bei Team Picnic PostNL enorme Tour-Erfahrung ein. In einem Kader mit Warren Barguil, Frank van den Broek, Pavel Bittner und Niklas Märkl kann der Routinier eine Führungsrolle übernehmen. Seine besten eigenen Chancen dürften auf selektiven Etappen liegen, auf denen Erfahrung, Positionierung und Renngefühl eine größere Rolle spielen als reine Endgeschwindigkeit.
Niklas Märkl ergänzt Picnic PostNL als weiterer deutscher Fahrer. Für ihn dürfte die Tour vor allem von Helferarbeit, Positionierung und möglichen Chancen aus Ausreißergruppen geprägt sein. Gerade in einem Team ohne klaren Topfavoriten für die Gesamtwertung könnten sich im Verlauf der drei Wochen Freiheiten ergeben.
Georg Zimmermann startet für Lotto - Intermarché in einem Team, das mit Arnaud De Lie einen der auffälligsten Klassiker- und Sprintfahrer des Rennens im Aufgebot hat. Für Zimmermann bieten sich dennoch eigene Möglichkeiten auf mittelschweren Etappen, besonders wenn Ausreißergruppen durchkommen. Seine Stärke liegt genau in diesem Zwischenbereich zwischen Klettern, Punch und Renninstinkt.
Max Kanter vertritt die deutsche Fraktion beim XDS Astana Team. Mit Davide Ballerini, Sergio Higuita, Harold Tejada und Mike Teunissen ist Astana breit aufgestellt, aber ohne einen dominanten Tour-Favoriten. Kanter kann dadurch in Sprintvorbereitungen, Übergangsetappen und taktischen Rennsituationen eine wichtige Rolle spielen.
Michel Hessmann komplettiert die deutsche Liste bei Movistar. Das spanische Team startet mit Fahrern wie Pablo Castrillo, Einer Rubio, Javier Romo und Cian Uijtdebroeks. Für Hessmann dürfte die Tour vor allem von Helferarbeit im Gebirge und auf schwierigen Übergangsetappen geprägt sein.
Österreichische Fahrer bei der Tour de France 2026
| Fahrer | Team |
| Felix Grossschartner | UAE Team Emirates - XRG |
| Marco Haller | Tudor Pro Cycling Team |
Felix Grossschartner ist der wichtigste österreichische Name auf der Startliste. Bei UAE Team Emirates - XRG gehört er zum Unterstützungsgerüst von Pogacar. Seine Aufgaben dürften besonders in den Bergen und auf schwierigen Übergangsetappen liegen, wo UAE Kontrolle, Tempoarbeit und taktische Absicherung braucht.
Gemeinsam mit Politt, Brandon McNulty, Adam Yates und weiteren Fahrern gibt Grossschartner UAE eine enorme Tiefe. Gerade wenn die Tour in den Alpen entschieden wird, kann seine Kletterstärke wichtig werden, um Pogacar möglichst lange mit Helfern zu umgeben.
Marco Haller startet für das Tudor Pro Cycling Team, das mit Julian Alaphilippe, Marc Hirschi, Matteo Trentin und Michael Storer mehrere prominente Namen mitbringt. Der Österreicher ist dort vor allem als erfahrener Helfer und Road Captain wertvoll. Seine Rolle dürfte besonders in hektischen Phasen, bei Positionskämpfen und auf Etappen mit Klassikerprofil wichtig sein.
Schweizer Fahrer bei der Tour de France 2026
| Fahrer | Team |
| Silvan Dillier | Alpecin - Premier Tech |
| Mauro Schmid | Team Jayco AlUla |
| Marc Hirschi | Tudor Pro Cycling Team |
Marc Hirschi ist der prominenteste Schweizer Fahrer dieser Tour-Startliste. Im Tudor Pro Cycling Team gehört er neben Alaphilippe, Trentin und Storer zu den interessantesten Karten für Etappensiege. Seine Chancen dürften vor allem auf hügeligen Etappen liegen, auf denen ein schweres Finale, ein später Angriff oder eine reduzierte Gruppe möglich sind.
Für Tudor ist Hirschi auch deshalb wichtig, weil das Team mehrere Fahrer für aggressive Rennsituationen hat. Alaphilippe bringt Erfahrung und Spektakel, Storer Kletterqualität, Trentin Klassikerhärte. Hirschi passt genau in dieses Profil und könnte auf einer Übergangsetappe zu den gefährlichsten Angreifern zählen.
Mauro Schmid startet für Team Jayco AlUla und bringt dem australischen Team Vielseitigkeit. Er kann auf welligen Etappen arbeiten, in Ausreißergruppen gefährlich werden und in taktisch offenen Rennen eine wichtige Rolle spielen. Mit Matthews, Ackermann, O'Connor, Plapp und Engelhardt hat Jayco mehrere Richtungen, doch Schmid bleibt eine der flexibelsten Optionen des Teams.
Silvan Dillier fährt für Alpecin - Premier Tech, das mit Mathieu van der Poel und Jasper Philipsen zwei der größten Namen für Etappenjagd und Sprints im Aufgebot hat. Für Dillier dürfte die Tour vor allem von harter Helferarbeit geprägt sein. Seine Erfahrung, seine Power auf flachem Terrain und seine Fähigkeit, lange Arbeit zu leisten, machen ihn zu einem wichtigen Baustein in einem Team, das regelmäßig Verantwortung übernehmen muss.
Insgesamt ist die DACH-Fraktion bei der Tour de France 2026 breit aufgestellt. Deutschland bringt Sprinter, Helfer, Klassikerfahrer und mit Lipowitz einen besonders spannenden Namen für die Berge mit. Österreich ist vor allem über die Helferrollen bei UAE und Tudor präsent. Die Schweiz setzt mit Hirschi und Schmid auf offensive Etappenoptionen, während Dillier im Dienst von Van der Poel und Philipsen eine klassische Teamrolle übernimmt.

Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
Radsport ist für mich mehr als Leidenschaft. Er ist ein komplexer Leistungssport, der Kontext, Genauigkeit und Verantwortung verlangt – genau diesen Anspruch vertrete ich in unserer täglichen Berichterstattung.
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