Selbstlos zum Sieg: Lotte Kopeckys Teamgeist entscheidet Gent-Wevelgem 2025

Radsport
durch Nic Gayer
Montag, 31 März 2025 um 10:00
kopecky wiebes

Lotte Kopecky bewies bei Gent-Wevelgem (W) einmal mehr, warum sie nicht nur eine Weltklasse-Fahrerin, sondern auch eine außergewöhnliche Teamplayerin ist. Die zweifache Weltmeisterin stellte ihre eigenen Ambitionen zurück und ebnete mit einer herausragenden Helferrolle den Weg für ihre Teamkollegin Lorena Wiebes, die sich den Sieg sicherte.

"Es war ein chaotisches Finale", erklärte Kopecky nach dem Rennen im Gespräch mit Sporza. "Ich habe mich nicht besonders gut gefühlt und wollte einfach das Tempo so hoch wie möglich halten. Mein Ziel war es, Lorena die bestmögliche Ausgangsposition zu verschaffen, damit sie nicht zu früh antreten musste."

Während Kopecky die Geschwindigkeit forcierte, bereitete sie Wiebes' Sprint perfekt vor. Die Entscheidung fiel, als die Ausreißergruppe nicht harmonierte. Kopecky erkannte schnell, dass Elisa Longo Borghini das Tempo nicht voll mitgehen wollte und auch Chloé Dygert sich zurückhielt.

"Wenn nicht sofort zusammengearbeitet wird, weiß man, dass es schwierig wird", analysierte sie nach dem Rennen. Als sich die Spitzengruppe uneins zeigte, wechselte Kopecky nahtlos von der Angreiferin zur Helferin und zog das Tempo für ihre Teamkollegin an.

"Ich habe meine Chance bekommen, aber es hat nicht funktioniert", gab sie unumwunden zu. "Dann muss man den Schalter umlegen und das Beste für das Team tun. Ich freue mich über Lorenas Sieg, denn wenn ich nicht vorne durchkomme, dann ist es nur logisch, dass ihre Karte gespielt wird."

Trotz der hohen Erwartungen an sie selbst blieb Kopecky gelassen. Sie weiß, dass ihre Zeit noch kommen wird. "Wird Lorena bei der Flandern-Rundfahrt für mich fahren? Ich sage nicht, dass es dann oder dann passieren muss", bemerkte sie mit einem Schmunzeln. "Aber ich vertraue darauf, dass sie mich unterstützen wird, wenn es nötig ist."

Dass Teamarbeit im Radsport essenziell ist, hat Kopecky längst verinnerlicht. "Diese Gegenleistung ergibt sich ganz automatisch", sagte sie entspannt. Ihre Enttäuschung über den verpassten Sieg hielt sich in Grenzen. Sie bleibt überzeugt, dass ihre Chance nicht lange auf sich warten lassen wird.

"Es gibt noch viele großartige Rennen, und es wird sicherlich Gelegenheiten geben, bei denen sich die Dinge anders entwickeln", zeigte sie sich zuversichtlich. Ihre aktuelle Form macht ihr Hoffnung auf die kommenden Herausforderungen.

"Ich habe mich besser gefühlt als letzte Woche in Sanremo", resümierte sie. "Ich hoffe, diesen positiven Trend fortzusetzen, dann werde ich für die nächsten Rennen bereit sein."

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