Roglič und eine Gruppe von Ausreißerspezialisten – ein Grand-Tour-Team mit Fahrern zusammenstellen, deren Verträge 2027 auslaufen
Radsport
Der Transfermarkt im Radsport bietet 2027 noch Chancen, die das Schicksal mehrerer Teams verändern könnten. Zu den Fahrern ohne bestätigtes Ziel zählen bewährte Namen, Spezialisten der Spitzenklasse und junge Talente mit Entwicklungspotenzial. Gemeinsam könnten sie ein konkurrenzfähiges Team bilden, ohne auf die noch verfügbaren großen Namen am Markt angewiesen zu sein.
Die Idee ist klar: Ein ausgewogenes Team mit Ambitionen bei einer Grand Tour soll entstehen. Dafür müssen hohe Ziele mit der Realität eines Profiteams vereinbart werden, in dem Egos und Rennkalender in Einklang zu bringen sind und die Kapitäne Unterstützung brauchen. Es geht nicht einfach darum, große Namen zusammenzubringen, sondern um Fahrer, die sich ergänzen und als Team statt als Ansammlung von Einzelkämpfern funktionieren.
Die Vertragssituationen mehrerer Fahrer auf der Liste könnten sich noch ändern. Einige verhandeln über ihre Zukunft, andere warten auf Wechsel innerhalb ihrer aktuellen Teams. Bei mehreren Fahrern ist noch unklar, wo sie landen werden. Möglich ist auch, dass einige Namen auf der Liste bereits einen Vertrag für 2027 haben, ihre Teams dies aber noch nicht bekannt gegeben haben.
Aus den 53 WorldTour-Fahrern ließ sich ein strukturiertes Team zusammenstellen: mit einem großen Kapitän für ein dreiwöchiges Rennen, einem Sprinter samt passendem Anfahrerzug und einer Gruppe von Ausreißerspezialisten für unterschiedliches Terrain.
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Primoz Roglic, der Kapitän für die Grand Tours
Nur wenige Verpflichtungen hätten eine so große Wirkung wie die von Primoz Roglic. Der Slowene hat viermal die Vuelta a España, einmal den Giro d’Italia und olympisches Gold im Zeitfahren gewonnen. Zu seiner Palmarès zählen außerdem ein Sieg bei Lüttich-Bastogne-Lüttich und viele weitere Erfolge. Seine Stärke am Berg, im Kampf gegen die Uhr und in explosiven Finals würde ihn zum idealen Teamkapitän machen.

Anfang November ist Primoz Roglics Zukunft noch ungewiss
Mit dem viermaligen Vuelta-a-España-Sieger als Orientierungspunkt hätte das Team sofort einen Anwärter auf den Gesamtsieg bei den Grand Tours. Seine jüngsten Leistungen bei der Vuelta a España 2026 und sein Europameistertitel im Zeitfahren zeigen, dass der Routinier weiterhin große Siege erreichen kann.
Seine Zukunft ist jedoch offen, und es bleibt unklar, ob er seine Karriere fortsetzen wird.
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Jefferson Alexander Cepeda, Roglics rechte Hand am Berg
Der Ecuadorianer von EF Education-EasyPost wäre eine interessante Verstärkung für das Kletterteam. Cepeda ist auf den hoch gelegenen Straßen Ecuadors aufgewachsen und hat gezeigt, dass er auf anspruchsvollen Strecken mithalten und um die Gesamtwertung kämpfen kann. Zu seinen Erfolgen zählen der Gesamtsieg bei der Tour de l'Ain 2024 samt Etappensieg sowie die Tour de Savoie Mont Blanc und die Ecuadorianischen Meisterschaften 2021. Bei einer Etappe des Giro d'Italia 2023 wurde er zudem Dritter.
Mit 28 Jahren hat er bereits acht Grand Tours bestritten und kennt die Anforderungen des WorldTour-Kalenders. In unserem Team wäre er ein wichtiger Kletterhelfer für Roglic. Seine Ergebnisse bei Rundfahrten böten ihm zugleich Chancen auf eine Kapitänsrolle bei kleineren Rennen. Dank seiner Stärke an langen Anstiegen und seiner Konstanz in den Bergen wäre er eine wertvolle Verstärkung für ein Team mit Ambitionen in der Gesamtwertung.
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Paul Penhoët, der Sprinter als Kapitän
Die Zukunft des Fahrers von Groupama - FDJ ist derzeit noch ungewiss. Fest steht, dass er einer der besten, wenn nicht der beste Sprinter auf dem Markt ist. Der 24-Jährige hat mehrfach bewiesen, dass er sehr schnell ist und sich sowohl für Grand Tours als auch für Klassiker eignet. Bei den jüngsten ADAC Cyclassics wurde er Vierter.
In den vergangenen Saisons bestritt Penhoët die Tour de France und den Giro d'Italia als Sprinter Nummer eins des französischen Teams. Diese Rolle würde ihm auch in einem neuen Team leichtfallen.
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Florian Sénéchal, Anfahrer und Straßenkapitän
Der Franzose würde Erfahrung als Straßenkapitän und Anfahrer mitbringen. In seiner besten Zeit war er Teil des gefürchteten Quick-Step-Blocks für die Kopfsteinpflaster-Klassiker und der persönliche Anfahrer von Fabio Jakobsen. In diesem Team wäre er der ideale Anfahrer für Paul Penhoët: als Landsmann und erfahrener Helfer könnte er ihn durch das Chaos des Sprints führen.
Sein französischer Meistertitel von 2022 und sein Etappensieg bei der Vuelta a España 2021 unterstreichen seine Fähigkeit, Chancen zu nutzen. Er ist ein kraftvoller, schneller Fahrer, der es gewohnt ist, auf höchstem Niveau zu konkurrieren.
Enzo Paleni, der Ausreißerspezialist
Enzo Paleni wäre eine vielseitige Ergänzung, die auf unterschiedlichem Terrain bestehen und dem Team zusätzliche Tiefe verleihen könnte. Er hat ein gutes Gespür für Ausreißversuche und verfügt über einen Motor, wie ihn nur wenige im Peloton haben. Beim Giro d'Italia 2025 verpasste er in Napoli einen großen Etappensieg nur knapp. Auf unerwarteten Sprintetappen wurde er zudem häufig zur Gefahr für das Peloton.
Er könnte Paul Penhoët nicht nur in den Sprints unterstützen, sondern Primoz Roglic auch an hektischen Flachetappen helfen. An Tagen mit mehr Freiheiten könnte er auf flachen Etappen aus einer Ausreißergruppe für eine Überraschung sorgen und auf hügeligem Terrain eine taktische Option sein.
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Maximilian Schachmann, ein vielseitiger Sieger
Max Schachmann gehört seit Langem zur Weltspitze, auch wenn der Deutsche in den vergangenen Jahren am stetig steigenden Tempo des Pelotons an den Anstiegen nur schwer Schritt halten konnte.
Der Deutsche hat dennoch eine Etappe des Giro d'Italia gewonnen, stand bei einem Monument auf dem Podium und triumphierte zweimal bei Paris-Nice. Seine Vielseitigkeit ist bemerkenswert: An hügeligen und bergigen Tagen kann er auf Ausreißersiege fahren, das Team im Mannschaftszeitfahren unterstützen und bei Bedarf Helferdienste übernehmen.
Samuel Watson, der reine Puncheur mit Überraschungspotenzial
Der Fahrer von Netcompany INEOS und frühere britische Meister ist ein klassischer Puncheur. Dieser Fahrertyp steht bei WorldTour-Rundfahrten zwar nur noch selten im Mittelpunkt. Die Tour de France 2027 zeigt jedoch, dass Puncheure auch auf höchstem Niveau noch mehrere Chancen bekommen können.
Watson ist auf kurze, explosive Antritte spezialisiert – sowohl auf Prologen, die er in diesem Jahr bei der Tour Down Under und 2025 bei der Tour de Romandie gewann, als auch auf steile Bergankünfte. Unter solchen Bedingungen siegte er bereits bei den nationalen Meisterschaften und bei weiteren Rennen. Er kann an solchen Tagen die Kapitänsrolle übernehmen und dank seiner Kletterstärke und seines beeindruckenden Sprints auch aus einer Fluchtgruppe gewinnen.
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Rémy Rochas, der Etappenjäger für die Berge
Rémy Rochas wartet als Profi zwar noch auf seinen ersten Sieg, doch sein Potenzial als Fahrer ohne Vertrag für die kommende Saison ist groß. Mehrfach stand er bereits kurz vor einem karriereprägenden Erfolg. 2023 wurde er bei der WorldTour-Rundfahrt Tour of Guangxi Zweiter und ging immer wieder offensiv auf die Jagd nach Ausreißersiegen.
Als Fahrer von Groupama - FDJ bekäme Rochas an bergigen und explosiven, hügeligen Tagen die Freiheit, auf Etappensiege aus der Fluchtgruppe zu fahren. Zugleich wäre er ein wichtiger Bestandteil des Bergblocks seines Teams.
| Fahrer | Alter | Team 2026 |
| Primoz Roglic | 37 Jahre | Red Bull-BORA-hansgrohe |
| Florian Sénéchal | 33 Jahre | Alpecin - Premier Tech |
| Maximilian Schachmann | 32 Jahre | Soudal Quick-Step |
| Rémy Rochas | 30 Jahre | Groupama - FDJ |
| Jefferson Alexander Cepeda | 28 Jahre | EF Education-EasyPost EF |
| Samuel Watson | 25 Jahre | Netcompany INEOS |
| Paul Penhoët | 24 Jahre | Groupama - FDJ |
| Enzo Paleni | 24 Jahre | Groupama-FDJ United |

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
- Sorry für meine Vertipper. Seltsam, dass man nichtmal 5 Minuten lang editieren kann.Wurm25-10-2026
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- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026











