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„Wenn ich heute ein Kind wäre, wäre Mathieu mein Idol“ – Tadej Pogacar träumt von van der Poel und verrät kuriose Details

Radsport
durch Nic Gayer
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Die sportliche Beziehung zwischen Tadej Pogacar und Mathieu van der Poel geht längst über eine gewöhnliche Rivalität hinaus. So erbittert die beiden Ausnahmekönner auf der Jagd nach großen Siegen auch gegeneinander kämpfen, so bemerkenswert ist zugleich ihre Harmonie auf dem Rad. Wenn der Slowene und der Niederländer gemeinsam an der Spitze eines Rennens auftauchen, wird es für den Rest des Pelotons meist ausgesprochen ungemütlich. Denn beide verfolgen häufig dieselbe Strategie: das Rennen mit kompromisslosen Attacken auseinanderzureißen und die Entscheidung möglichst früh herbeizuführen.
Dabei wirkt dieses Duell auf den ersten Blick beinahe ungewöhnlich. Dass ein mehrfacher Tour-de-France-Sieger und einer der besten Rundfahrer der Welt regelmäßig bei den großen Eintagesklassikern um den Sieg kämpft, ist im modernen Radsport alles andere als selbstverständlich. Doch Tadej Pogacar hat längst bewiesen, dass für ihn die üblichen Grenzen zwischen Rundfahrten und Klassikern kaum gelten.

Zwei Ausnahmekönner, eine besondere Rivalität

Mathieu van der Poel wiederum gilt als einer der unangefochtenen Könige der Klassiker und als einer der gefürchtetsten Angreifer im gesamten Peloton. Wenn die beiden aufeinandertreffen, entstehen regelmäßig spektakuläre Rennverläufe. Dabei haben sie längst erkannt, dass ihnen eine zeitweilige Zusammenarbeit häufig mehr Vorteile bringt als ein permanenter Schlagabtausch. Ob bei Mailand–Sanremo, der Flandern-Rundfahrt oder Paris–Roubaix: Immer wieder haben Pogacar und Van der Poel diese prestigeträchtigen Rennen gemeinsam geprägt und die Konkurrenz mit ihrem offensiven Fahrstil unter Druck gesetzt.
Tadej Pogacar und Mathieu van der Poel
Tadej Pogacar und Mathieu van der Poel
Wie sehr diese Duelle den Slowenen beschäftigen, zeigt nun eine außergewöhnliche Anekdote. Offenbar ist Van der Poel für Pogacar nicht nur auf dem Rad ein ständiger Begleiter. Der Star von Alpecin-Premier Tech spielt mittlerweile sogar in seinen Träumen eine Rolle. Allerdings nicht als Gegner, der ihn mit einer Attacke aus dem Schlaf schreckt, sondern als Partner bei einem ziemlich waghalsigen Abenteuer.
Die Geschichte wird in der neuen Dokumentation „Anatomy of a G.O.A.T.“ aufgegriffen, die auf HBO Max und Eurosport zu sehen sein wird. Der Film soll die wissenschaftlichen Hintergründe einer der dominantesten Phasen in der Geschichte des Straßenradsports beleuchten und insbesondere untersuchen, welche physiologischen Voraussetzungen Pogacars außergewöhnliche Überlegenheit ermöglichen.
Die Veröffentlichung ist für Samstag, den 7. November, vorgesehen. Schon im Vorfeld sind mehrere Ausschnitte aus der Dokumentation erschienen. In einer Szene berichtet Pogacar von einem ungewöhnlich intensiven Traum mit Van der Poel. Besonders bemerkenswert: Sein Whoop-Fitness-Tracker registrierte währenddessen Stress- und Adrenalinreaktionen, die nach seinen Angaben im Schlaf zuvor noch nie derart ausgeprägt gewesen waren.

„Wir haben ein paar verrückte Sachen gemacht“ – Pogacar erzählt von seinem Traum

Wie der Slowene gegenüber WielerRevue schilderte, ging es in seinem Traum keineswegs um einen klassischen Zweikampf auf dem Weg zum Ziel. „Es war kein Traum, in dem Mathieu mich attackierte. Aber es war ein Traum, in dem wir auf der Abfahrt ‚ein paar verrückte Sachen‘ gemacht haben.“
Die nächtliche Szene hinterließ offenbar sogar messbare Spuren. „Das war gegen Ende der Nacht. Auf der Whoop-Stressskala sieht man, dass mein Wert dann höher lag. Ich glaube, ich hatte in diesem Moment zu viel Adrenalin im Blut“, berichtete Pogacar über die ungewöhnlichen Daten seines Fitness-Trackers.
Dass gemeinsame Abfahrten und riskante Rennsituationen den Slowenen beschäftigen, erscheint angesichts ihrer bisherigen Duelle durchaus nachvollziehbar. Besonders eindrucksvoll war ihr Aufeinandertreffen bei Paris–Roubaix 2025. Beide lieferten sich einen erbitterten Kampf um den Sieg, ehe Pogacar in einer Kurve die Kopfsteinpflasterpassage verließ und dadurch entscheidend an Boden verlor. Van der Poel nutzte den Fehler seines Rivalen konsequent aus und sicherte sich den prestigeträchtigen Triumph.

„Mathieu wäre mein Idol“ – Pogacar schwärmt von seinem größten Rivalen

Trotz solcher schmerzhaften Niederlagen ist Pogacars Bewunderung für den Niederländer ungebrochen. Der Slowene ging sogar so weit zu erklären, dass Van der Poel sein großes Vorbild wäre, wenn er heute als Kind den Radsport verfolgen würde. Ein außergewöhnliches Kompliment an einen Konkurrenten, mit dem er sich regelmäßig bei den wichtigsten Rennen der Saison misst. Bei der diesjährigen Ausgabe von Paris–Roubaix kam es allerdings nicht zu einem vergleichbaren Zweikampf, nachdem Van der Poel im Arenberg-Sektor einen schweren Rückschlag hinnehmen musste und zudem gleich zweimal von einem Reifenschaden ausgebremst wurde.
Wie groß sein Respekt vor dem Niederländer ist, machte Pogacar mit bemerkenswert offenen Worten deutlich: „Mathieu war heute etwas besser, aber er ist auch ein großartiger Champion. Es ist mir eine Ehre, gegen ihn zu fahren. Ich sage immer: ‚Wenn ich heute ein Kind wäre, wäre Mathieu mein Idol.‘“
Gleichzeitig sieht der Slowene in der Rivalität mit Van der Poel einen zusätzlichen Antrieb, selbst immer wieder an seine körperlichen Grenzen zu gehen. Gerade Paris–Roubaix hat bei ihm in dieser Hinsicht bleibenden Eindruck hinterlassen. „Gegen ihn zu fahren, gibt mir zusätzliche Motivation. Gemessen an der Leistung war Paris–Roubaix eines der härtesten Rennen, die ich je bestritten habe. Im Vergleich zur Weltmeisterschaft 2023 in Glasgow? Ich glaube, meine Gesamtleistung war bei Paris–Roubaix sogar noch höher. Bei jener Weltmeisterschaft gab es dafür mehr explosive Belastungen von 30 Sekunden bei 600 Watt.“
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