„Remco könnte das stärkste Team haben“ – Tom Boonen sieht Evenepoel als neuen Top-Favoriten in Flandern

Radsport
durch Nic Gayer
Donnerstag, 02 April 2026 um 17:30
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Red Bull–BORA–hansgrohe wird bei der anstehenden Flandern-Rundfahrt zur großen Unbekannten im Favoritenkreis. Mit Gianni Vermeersch und Tim van Dijke verfügte das Team bislang zwar über solide Klassikerfahrer im Aufgebot, jedoch nicht über einen Kapitän, der Tadej Pogačar oder Mathieu van der Poel ernsthaft unter Druck setzen konnte. Mit der kurzfristigen Nominierung von Remco Evenepoel verändert sich die Ausgangslage jedoch grundlegend.
„Ich finde es sehr vernünftig, dass er fährt. Remco hat ein großes Geheimnis daraus gemacht, dass er starten würde. Aber er hat nie verheimlicht, dass er große Lust auf dieses Rennen hatte“, erklärte Tom Boonen im Podcast Wielerclub Wattage.

Evenepoels Start war lange geplant

Die Entscheidung für einen Start bei der „Ronde“ fiel bereits im Dezember. Seitdem hatte Evenepoel das Rennen intern als klares Ziel definiert, ohne seine Teilnahme öffentlich zu bestätigen. Zwar ließen sich die Hinweise im Laufe der Wochen zunehmend zusammensetzen, doch die bewusste Zurückhaltung dürfte auch dazu gedient haben, den Erwartungsdruck vom Olympiasieger zu nehmen, dessen Debüt beim faktischen Heimrennen seit Jahren mit Spannung erwartet wurde.
Remco Evenepoel gibt bei der Flandern-Rundfahrt sein Debüt – laut Tom Boonen könnte er dabei auf die stärkste Mannschaft im Rennen bauen
Remco Evenepoel gibt bei der Flandern-Rundfahrt sein Debüt – laut Tom Boonen könnte er dabei auf die stärkste Mannschaft im Rennen bauen
Boonen, selbst dreifacher Sieger in Oudenaarde, begrüßt den Einstieg des Belgiers in eines der prestigeträchtigsten Monumente des Radsports ausdrücklich. „Ich finde es fantastisch, dass Remco am Sonntag dabei ist. Ich halte ihn definitiv für einen Podiumsanwärter, einen potenziellen Publikumsliebling und einen möglichen Sieger.“

Wird Red Bull–BORA–hansgrohe zur stärksten Mannschaft?

Evenepoel ist auch bei seinem Debüt ein Fahrer, den man keinesfalls unterschätzen sollte. Tadej Pogačar hat bereits gezeigt, dass selbst ohne umfangreiche Erfahrung sowohl bei der Flandern-Rundfahrt als auch beim deutlich unberechenbareren Paris–Roubaix Spitzenresultate möglich sind. Fehlende Rennroutine auf diesem Terrain muss daher kein entscheidender Nachteil sein.
Dennoch verlangen Rennen wie die Flandern-Rundfahrt höchste Aufmerksamkeit im Positionskampf, taktische Präzision und schnelle Entscheidungen im entscheidenden Moment. „Das erste Mal in Flandern ist immer etwas hektisch. Aber das Rennen unterscheidet sich nicht grundlegend von anderen. Remco muss einfach seinen Rhythmus finden und dranbleiben.“
Entschieden wird das Rennen traditionell an Schlüsselstellen wie dem Koppenberg, dem Oude Kwaremont und dem Paterberg – sowie durch die permanente Abfolge intensiver Belastungsphasen, die das Rennen besonders selektiv machen. Hinzu kommt die enorme Gesamtdistanz von 278 Kilometern, die am Ende zusätzlich ihren Tribut fordert.
Zusätzlichen Rückhalt erhält Evenepoel durch eine Mannschaft aus erfahrenen und formstarken Klassikerfahrern, die in diesem Frühjahr bereits mehrfach überzeugt haben.
„Remco könnte am Sonntag das stärkste Team an seiner Seite haben. Die Mannschaft bekommt jetzt den Leader, der in den vergangenen Wochen ein bisschen gefehlt hat. Tim van Dijke, Gianni Vermeersch …“
„Alles fantastische Fahrer, aber nicht auf dem Level der großen zwei oder drei (gemeint sind Tadej Pogačar, Mathieu van der Poel und Wout Van Aert, Anm.). Mit Evenepoel hat das Team nun einen Fahrer, der sich am Sonntag neben diesen ‚großen Drei‘ positionieren kann. Die Fahrer werden das Gefühl haben, dass es sich lohnt, alles reinzuwerfen.“
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