Remco Evenepoel „startet den Countdown“ zur Tour de France mit langem Höhentrainingslager in der Abgeschiedenheit der Sierra Nevada

Radsport
Mittwoch, 13 Mai 2026 um 6:00
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Remco Evenepoels Weg bei der Tour de France 2026 wird zu den meistbeachteten Erzählsträngen der gesamten Saison zählen. Der Belgier wirbelte den Transfermarkt im vergangenen Winter mit einem explosiven Wechsel von Soudal - Quick-Step, wo er die letzten sieben Jahre fuhr, zum äußerst ambitionierten Red Bull - BORA - hansgrohe auf, mit nur einem Ziel: die Tour zu gewinnen. Irgendwann…
Im Idealfall würde der Olympiasieger schon diesen Sommer alle Erwartungen übertreffen, doch derzeit scheinen die Sieger der vergangenen sechs Ausgaben – Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard – völlig außer Reichweite. Zumindest in den Hochbergen, denn Evenepoel gilt aktuell als der stärkste Zeitfahrer der Welt.
Und so gibt es im Zeitfahrbereich wenig zu tun, während Evenepoel ins Höhentrainingslager in die Sierra Nevada gereist ist, um an seiner offensichtlichen Schwäche zu arbeiten. Der Belgier wird voraussichtlich sowohl die Vorbereitungsetappenrennen Tour Auvergne-Rhône-Alpes und Tour de Romandie als auch die Landesmeisterschaften auslassen, um seinem großen Ziel Anfang Juli alles unterzuordnen.
Seine Reise lässt sich auf Strava verfolgen, wo Evenepoel seit seiner Ankunft am Sonntag die ersten drei Trainingseinheiten hochgeladen hat.
Remcos erste Aktivität mit dem Titel „Start the countdown“ war eine 86 Kilometer lange Akklimatisierungsfahrt von Granada nach Purullena und zurück, in Begleitung der Teamkollegen Tim van Dijke und Gianni Vermeersch.
Ab Montag zog die Red-Bull-Gruppe dann in die Berghütte in Pradollano auf 2.300 Metern über dem Meeresspiegel. Wer sich fragt, wie hoch das ist: Bei der Tour 2026 wird nur ein einziges Mal in größere Höhen gefahren – über den Col du Galibier beim abschließenden großen Bergtest der Ausgabe.
Damit ist die Ausrichtung von Evenepoels Training für die nächsten Tage und Wochen glasklar – rauf und runter über diesen scheinbar endlosen Anstieg. Hoffentlich wirkt das Wunder beim 26-jährigen Belgier und er findet noch bessere Beine als bei seinem Podium bei der Tour vor zwei Jahren.
Remco Evenepoel sammelt in den kommenden Wochen reichlich Höhenmeter
Remco Evenepoel wird in den kommenden Wochen reichlich klettern

Wie läuft es bisher?

Natürlich ist Remco Evenepoel weit davon entfernt, ein eindimensionaler Fahrer zu sein, dessen einzige Qualität das Zeitfahren ist. Der 26-Jährige ist zudem ein exzellenter Klassikerfahrer und zweifacher Sieger von Lüttich–Bastogne–Lüttich (2022 und 2023), ganz abgesehen von seinem WM-Straßentitel (2022) und Olympiagold bei den Spielen in Paris 2024. Entsprechend erwartet Red Bull, dass Evenepoel auf mehreren Ebenen punktet.
Deshalb bestritt Evenepoel in diesem Frühjahr 25 Renntage, mehr als doppelt so viele wie sein Rivale Tadej Pogacar (11). Und die Ergebnisse? …ganz unterschiedlich.
Evenepoel startete stark ins Jahr, gewann drei Mallorca-Challenge-Rennen und die Volta Comunitat Valenciana samt zwei Etappen, doch bei den nächsten beiden Einsätzen tat sich Remco deutlich schwerer.
Bei der UAE Tour konnte Evenepoel nicht einmal mit Dritt-/Viertreihe-GC-Fahrern mithalten und wurde Gesamtzehnter, vor allem dank seines starken Zeitfahrens. Bei der Katalonien-Rundfahrt war der Eindruck bereits etwas besser, doch Remco wurde dennoch zur rechten Hand von Florian Lipowitz degradiert, während sein künftiger Tour-Rivale Jonas Vingegaard in einer eigenen Liga fuhr.
Dann kamen die Klassiker, bei denen Evenepoel überraschend die Flandern-Rundfahrt bestritt und sensationell aufs Podium fuhr. In den Ardennen war Evenepoel noch eher in seinem Terrain und holte beim Amstel Gold Race den ersten großen Sieg der Saison. Bei Lüttich–Bastogne–Lüttich fiel die Vorstellung trotz des letztlichen dritten Platzes jedoch enttäuschend aus, da der Belgier bergauf weder mit Tadej Pogacar noch mit Paul Seixas ernsthaft konkurrieren konnte.
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