Team Visma | Lease a Bike hakte auf
Etappe 4 des Giro d’Italia 2026 das Hauptziel ab, auch wenn
Jonas Vingegaard die Chance verpasste, der Maglia Rosa näher zu rücken.
Nach dem Chaos in Bulgarien brachte der erste Tag auf italienischem Boden einen weiteren potenziell heiklen Test. Wind, ein langer Anstieg, eine schnelle Abfahrt und ein Sprint aus reduzierter Gruppe in Cosenza machten die Positionierung entscheidend.
Visma setzt auf Kontrolle: Vingegaard verpasst Bonussekunden und Zeitgewinn
Visma kam mit Vingegaard sicher in der ersten Gruppe durch, doch der Däne konnte am Red-Bull-Zwischensprint keine Bonifikationen holen, wo Jan Christen, Giulio Pellizzari und Giulio Ciccone vor ihm durchzogen.
Damit liegt Vingegaard gesamt Elfter, weiterhin 10 Sekunden hinter dem neuen Spitzenreiter Ciccone, an einem Tag, an dem Visma erneut Kontrolle, Schutz und das Vermeiden von Risiken priorisierte.
Visma hält Vingegaard nach dem Ausfall von Kelderman aus dem Gröbsten heraus
Visma startete die Etappe mit einem Fahrer weniger, nachdem Wilco Kelderman wegen der Nachwirkungen des Massensturzes auf Etappe 2 aufgeben musste. Der Niederländer war als wichtige Stütze für Vingegaard in den Bergen eingeplant, sein frühes Aus ist ein klarer Rückschlag für die Giro-Pläne des Teams.
Dennoch zeigte sich Visma präsent, sobald das Rennen Italien erreichte. Früher Wind machte das Feld nervös, das Team brachte Vingegaard vor den Schlüsselanstieg zum Cozzo Tunno nach vorn, wo das Tempo von Movistar rasch viele Sprinter abhängte und das Feld verkleinerte.
Sportdirektor
Marc Reef betonte, dass die Hauptpriorität von Beginn an feststand. „Vor der Etappe haben wir klar definiert, dass es heute in erster Linie darum geht, aus allem Ärger herauszubleiben“,
sagte Reef im Visma-Bericht nach der Etappe. „Der Wind am Start hat für Nervosität gesorgt, und das Tempo war von Beginn an hoch. Deshalb haben wir dafür gesorgt, dass Jonas am Anstieg und in der folgenden Abfahrt gut positioniert war. Timo und Tim hatten daran einen riesigen Anteil und haben enorm gearbeitet.“
Visma hatte nach dem Anstieg fünf Fahrer in der ersten Gruppe, neben Vingegaard Davide Piganzoli, Bart Lemmen, Victor Campenaerts und Sepp Kuss. Timo Kielich und Tim Rex rollten nach ihrer Vorarbeit im frühen Rennteil mehr als 14 Minuten zurück ins Ziel.
Verpasste Bonifikationen, aber keine Panik
Einziger Wermutstropfen für Visma war der Red-Bull-Zwischensprint. Campenaerts lancierte Vingegaard, doch der Däne ging leer aus, während Christen sechs Sekunden holte, Pellizzari vier und Ciccone zwei.
Diese Sekunden brachten Christen auf Gesamtrang zwei, vier Sekunden hinter Ciccone, während Vingegaard bei 10 Sekunden Rückstand blieb. „Wir waren am Anstieg aufmerksam und hatten weiterhin fünf Fahrer in der Spitzengruppe“, sagte Reef. „Es ist schade, dass Jonas am Zwischensprint keine Bonifikationen holen konnte, aber das Wichtigste heute war, sicher in der ersten Gruppe ins Ziel zu kommen. Das ist uns gelungen, und damit können wir sehr zufrieden sein.“
Eine bezeichnende Aussage von Visma nach einem Giro, der bereits von Stürzen und Aufgabe geprägt ist. UAE Team Emirates-XRG hat Adam Yates, Jay Vine und Marc Soler verloren, Bahrain Victorious Santiago Buitrago, und auch Visma ist nun ohne Kelderman.
In diesem Kontext geht es für Vingegaard bislang ebenso sehr darum, Katastrophen zu vermeiden, wie Zeit zu gewinnen. Seine Attacke auf Etappe 2 zeigte die Form, Etappe 4 unterstrich die vorsichtigere Taktik in Vismas Rennsteuerung.
Jhonatan Narvaez gewann die Etappe für UAE vor Orluis Aular und Ciccone, Vingegaard kam sicher in derselben Gruppe als 18. ins Ziel. Das Rennen steuert nun auf einen weiteren Klettertag zu, und bei Visma bleibt die Devise, den Kapitän zu schützen, ehe die größeren Bergprüfungen anstehen.