Die größte Bühne des Radsports könnte nach mehr als vier Jahrzehnten in das „Land der Samurai“ zurückkehren – nach Japan. Das ostasiatische Land bereitet Berichten zufolge eine Bewerbung für die Weltmeisterschaften 2035 vor, passend zu den alle vier Jahre stattfindenden „Super Worlds“, bei denen Straßenradsport auf Bahn, Mountainbike, BMX und viele weitere Disziplinen trifft.
Die Nachricht meldet die japanische Zeitung
Yomiuri Shimbun, wo der ambitionierte Plan von JCF-Vizepräsident Koichi Nakano und Geschäftsführer Kunihiko Kaji vorgestellt wurde.
2023 richtete Glasgow die erste Veranstaltung dieses Formats aus. 2027 führt die französische Region Haute-Savoie die neue Tradition fort. 2031 folgt Trentino in Italien. Japan möchte 2035 zum globalen Radsportzentrum werden. Statt alle Wettbewerbe an einem Ort zu bündeln, soll das Programm jedoch über mehrere Austragungsorte im ganzen Land verteilt werden.
Rückkehr nach 45 Jahren
Unter den asiatischen Ländern verfügt Japan zweifellos über einige der tiefsten Radsporttraditionen. Die ersten Weltmeisterschaften in Asien fanden bereits 1990 statt. Damals empfing Utsunomiya die Weltelite. Das Straßenrennen endete in einem belgischen Doppelsieg: Rudy Dhaenens holte das Regenbogentrikot, unterstützt von Dirk De Wolf.
Seitdem fanden die Weltmeisterschaften 2016 in Doha (Katar) statt, wo Peter Sagan triumphierte. 2028 ist Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) an der Reihe. Japan könnte sich damit einen weiteren „Ersten“ unter den asiatischen Nationen sichern, als erstes Land mit zwei WM-Ausgaben.
Derzeit befindet sich die Bewerbung noch in einer frühen Phase, doch Nakano versichert, dass bereits Kontakte zu Regierungen und Kommunen bestehen, um baldmöglichst einen belastbaren Vorschlag vorzulegen.
Unterdessen war Japan in der vergangenen Woche Gastgeber der UCI Gran Fondo World Championships. Gegen Saisonende folgen die Asienspiele 2026, die in der Stadt Nagoya ausgetragen werden.