INEOS-Profi Kévin Vauquelin wütend; Romeo berichtet von „beängstigendem“ Sturz; Martínez gehen im Chaos die Körner aus – Ein denkwürdiger Tag bei Paris-Nizza
Radsport
Die 4. Etappe von Paris-Nizza wird vielen im Profipeloton, bei Fans und Fahrern lange im Gedächtnis bleiben. Brutale Wetterbedingungen, schwere Stürze prominenter Fahrer und sogar Jonas Vingegaards ungewöhnliche Bekleidung lieferten Gesprächsstoff. Kaum ein Abschnitt der Etappe verlief ohne Drama.
Mehrere Geschichten prägten diesen Tag: der schwere Sturz von Juan Ayuso, der Ärger von Kévin Vauquelin, die starke Teamleistung von Red Bull - BORA - hansgrohe und die Eindrücke von Fahrern wie Ivan Romeo oder Daniel Martinez.
Sturz von Ayuso sorgt für Chaos im Feld
Der wohl prägendste Moment der Etappe war der Sturz von Juan Ayuso. Der Gesamtführende ging auf einem scheinbar harmlosen Straßenabschnitt bei hoher Geschwindigkeit zu Boden - und das außerhalb der TV-Kameras. Mehrere Fahrer aus der Spitzengruppe wurden in den Unfall verwickelt und mussten das Rennen aufgeben. Darunter Brandon McNulty, Torstein Traeen sowie das Movistar-Duo Raul Garcia Pierna und Pablo Castrillo.
Für Movistar entwickelte sich die Situation zum Debakel. Das spanische Team hatte seine Kapitäne geschlossen in der ersten Gruppe positioniert - und sah sie anschließend alle gleichzeitig stürzen. Auch Ivan Romeo, eigentlich ein Fahrer für genau solche Bedingungen, rutschte auf dem nassen Asphalt weg.
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„Einer ist weggerutscht und wir sind alle hinter ihm gefallen. Es war richtig schwer...“
Im Gespräch mit CyclingPro.net schilderte Romeo den Moment: „Es war ehrlich gesagt ein richtig, richtig übler Sturz. Beängstigend. Ich bin froh, dass es nicht im TV zu sehen war, das wäre zu Hause schwer anzuschauen gewesen. Da muss etwas auf der Straße gewesen sein, denn danach sind Fahrer aus der Gruppe an derselben Stelle auch gestürzt. Es war eine gerade Passage, nicht einmal eine Kurve.“
Der Spanier wirkte noch immer geschockt. Wie auch Team Visma - Lease a Bike-Profi Edoardo Affini erklärte, geschah alles bei extrem hohem Tempo - mit entsprechend schweren Folgen. Die Movistar-Fahrer konnten kaum glauben, was sie in den TV-Bildern sahen, als nacheinander jeder ihrer Teamkollegen aus der Spitzengruppe als Sturzopfer auftauchte.
„Wir standen danach ziemlich lange. Ich hoffte nur, dass nichts auf der Straße lag, was uns gestoppt hat. Die Verletzungen sind okay, nichts allzu Schlimmes. Meinen Teamkollegen geht es auch gut. Nichts ist gebrochen.“
Das Gesamtklassement ist für das Team dennoch verloren. Zwei Teamkollegen mussten aufgeben, und es bleibt offen, ob der spanische Meister rechtzeitig regeneriert, um im weiteren Verlauf der Rundfahrt noch Ergebnisse einzufahren.
Vauquelin außer sich vor Ärger
Kévin Vauquelin belegte am Ende Rang sechs - ein starkes Resultat, das ihn weiterhin im Kampf um das Podium hält. Trotzdem gehörte der Franzose im Ziel in Uchon zu den wütendsten Fahrern des Tages. In den ersten Kilometern verpasste er die entscheidende Windkanten-Teilung - nicht wegen schlechter Positionierung.
„Stell dir vor, du fährst an der Spitze und ein anderer Fahrer drückt dich ins Feld, und plötzlich landest du hinten im Peloton, weil sofort Windkanten entstehen“, schrieb er in einer sarkastischen Instagram-Story. „Nein, Spaß... aber stell es dir einfach vor (Fahrer von Soudal).“
Vauquelin nannte keinen Namen, doch seine Frustration war offensichtlich. Für das Weiße Trikot, das die Etappe als Gesamtzweiter begonnen hatte, wurde der Tag zu einer echten Tortur - ebenso für das gesamte INEOS-Team.
Die britische Mannschaft hatte Oscar Onley mit mehreren Helfern in der ersten Gruppe. Sie wartete nicht auf Vauquelin, da der schottische Kletterer selbst Podiumschancen besaß. Doch Onley stürzte, erlitt später einen Defekt in einem entscheidenden Moment und brach auf den letzten Kilometern komplett ein.
Vauquelin und mehrere Fahrer aus dem Verfolgerfeld überholten die Onley-Gruppe später noch. In den TV-Bildern war deutlich zu sehen, dass der Franzose isoliert war und bereits vor dem hügeligen Finale viel Arbeit leisten musste. Am Schlussanstieg zeigte er zwar starke Beine, lag zu diesem Zeitpunkt aber bereits mehrere Minuten hinter der Spitze.
Nach der Ziellinie zeigten TV-Aufnahmen einen sichtlich aufgebrachten Vauquelin, der nach stundenlanger Rennfahrt gestikulierend auf einen Van der INEOS Grenadiers zuging. Der Franzose wirkte frustriert nach einer Kette unglücklicher Ereignisse an diesem brutalen Renntag.

Red Bull - BORA - hansgrohe überzeugt bei Extrembedingungen
Zu den zufriedensten Teams im Ziel gehörte Red Bull - BORA - hansgrohe. Die Mannschaft kontrollierte die Windkanten in beiden entscheidenden Rennphasen, verfügte in den Schlusskilometern über eine klare Überzahl und setzte Daniel Martinez gemeinsam mit Jonas Vingegaard vom restlichen Feld ab.
Der Kolumbianer gab allerdings zu, am Schlussanstieg nichts mehr entgegensetzen zu können. „Ab Kilometer null war es sehr hart, mit Seitenwind. Wir haben den ganzen Tag versucht, vorn zu fahren. Ich finde, das Team hat einen fantastischen Job gemacht. Am Ende ging mir die Energie aus“, sagte er zu CyclingPro.net.
Sportdirektor Sven Vanthourenhout erklärte, dass das Team bewusst auf ein aggressives Rennen vorbereitet war. Die Wetterprognose hatte bereits im Vorfeld Chaos angekündigt.
„War das der Plan? Es ist leicht, im Nachhinein ‚ja‘ zu sagen, aber ich habe heute Morgen schon gesagt, dass wir Krieg erwarten. Dann kannst du zwei Dinge tun: zuschauen oder ihn selbst beginnen“, sagte er bei Sporza.
Nico Denz, Callum Thornley und die van-Dijke-Zwillinge arbeiteten stark für die Mannschaft und sicherten Daniel Martinez praktisch Rang zwei im Gesamtklassement. Trotz der numerischen Überzahl glaubt Vanthourenhout jedoch nicht, dass im Finale mehr gegen den neuen Träger des Gelben Trikots, Jonas Vingegaard, möglich gewesen wäre.
„Wenn du mit ihm in den Schlussanstieg gehst, weißt du, dass es sehr schwer wird - auch wenn wir nach diesem chaotischen Tag nicht wussten, wie er sich fühlt. Hätten wir taktischer fahren sollen? Nun, bei einer gefühlten Temperatur um drei Grad gab es nicht viele Optionen. Platz zwei war quasi sicher, der Sieg wäre ein Traum gewesen.“
Mit noch vier verbleibenden Etappen dachte der Belgier vor allem an die Regeneration seiner Fahrer. Die extremen Bedingungen forderten das Peloton bis an die Grenze.
„Aber die Chancen stehen gut, dass es morgen früh nicht angenehm wird. Sie werden denken: Wow, wir sind durch ein Schlachtfeld gefahren.“
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Ohne Jonas Vingegaard hätte Red Bull - BORA - hansgrohe auf der 4. Etappe von Paris-Nizza womöglich eine der dominierendsten Teamleistungen der letzten Jahre gezeigt

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026









