Die Zurückhaltung der ersten Paris–Nice‑Tage entlud sich am Mittwochnachmittag vollständig: Wetter, Pech und kurze, explosive Anstiege sorgten für Chaos und Drama. Auf Etappe 4 stürzte und gab
Juan Ayuso auf, das Rennen wurde noch vor dem ersten Anstieg durch starken Wind und Regen zerlegt; und
Jonas Vingegaard gewann auf einer steilen Bergankunft und übernahm damit die Gesamtführung.
Während bei Tirreno–Adriatico die Sprinter ihren Schlagabtausch hatten, erwartete man in der „Fahrt zur Sonne“ Zeitabstände nur am Schlussanstieg. Doch es kam anders. Schon auf den ersten Kilometern zerfiel das Feld im Seitenwind aus Bourges komplett. Rund 35 Fahrer waren vorn vertreten, Red Bull - BORA - hansgrohe mit der größten Präsenz zu fünft; Visma nur mit Edoardo Affini an der Seite von Jonas Vingegaard; Fahrer wie Kévin Vauquelin und Lenny Martínez verpassten die erste Gruppe.
Oscar Onley stürzte später aus der Spitze und hatte anschließend einen Defekt, musste dem kleinen, extrem schnellen Vorderfeld hinterherjagen. Mit 47 Kilometern Restdistanz änderte sich das Rennen jedoch grundlegend, als Lidl-Trek ein Debakel erlebte: Juan Ayuso stürzte. Das Gelbe Trikot stieg wieder aufs Rad, musste Sekunden später jedoch erneut absteigen und gab unter Schmerzen auf. Mehrere Fahrer stiegen im Tagesverlauf nach Stürzen und wegen der schwierigen Bedingungen mit starkem Wind und Regen aus, was zu großen Abständen führte.
Ayusos Sturz spaltete das Rennen weiter, da BORA bereits an der Spitze fuhr und mit seinen fünf Fahrern schlicht hohes Tempo hielt, nur gefolgt von Jonas Vingegaard und Mathias Vacek. Der Tscheche kam im hügeligen Teil der Etappe jedoch in Schwierigkeiten. Callum Thornley, Nico Denz, Tim und Mick van Dijke arbeiteten in der Schlussstunde für Martínez bis zum Signal d'Uchon. Der Schlussanstieg war 7 Kilometer lang, doch die finalen 1,8 Kilometer wiesen 10% im Schnitt auf – hier fiel die Entscheidung um den Tagessieg. Nur Tim van Dijke pilotierte Martínez und Vingegaard in den Fuß der Bergankunft.
Dahinter lag Georg Steinhauser etwas über 2 Minuten zurück, rund 4 Minuten dahinter folgte eine Gruppe um Kévin Vauquelin, Lenny Martínez, David Gaudu, Marc Soler und überraschend auch Jensen Plowright als erste Verfolger. Dahinter herrschte völliges Chaos, das Rennen zerfiel in kleine Gruppen.
Jonas Vingegaard wartete bis zum Schlussanstieg für seine Attacke und ging unter dem Banner der letzten 1.000 Meter. Martínez hatte dem Antritt des Dänen nichts entgegenzusetzen, der Abstand wuchs rasch. 41 Sekunden betrug der Rückstand von Martínez auf Rang zwei; Tim van Dijke wurde Tagesdritter.