Cian Uijtdebroeks war der große Wintertransfer des
Movistar Team und vielleicht einer der überraschendsten Deals der gesamten Wechselperiode. In völlig neuer Umgebung und mit einer neuen Sprache findet sich der Belgier nun in einem Team wieder, in dem er höhere Priorität genießt – und diese Rolle gefällt ihm.
Uijtdebroeks erklärt Wechsel zu Movistar und seine Saisonziele
„Movistar ist in Belgien nicht besonders bekannt, aber ich bin im Moment wirklich glücklich hier“, sagte Uijtdebroeks gegenüber Het Laatste Nieuws. Bei der Teampräsentation in Valencia am 11.12. wirkte der 22-Jährige zeitweise wie ein Fremdkörper, doch er hat seine Entscheidung für das spanische Team ausführlich erklärt – auch als Ergebnis zahlreicher Kontakte in der Vergangenheit.
Bei
Team Visma | Lease a Bike hatte er bei seinem Wechsel 2024 sowohl Potenzial als auch Rückendeckung. Eine Verletzung warf ihn jedoch deutlich in der Team-Hierarchie zurück, und die fehlende Freiheit bei den Grand Tours gab letztlich den Ausschlag für die einvernehmliche Vertragsauflösung.
Bei Movistar ist er wieder als Kapitän gesetzt, und über den Winter wurde bereits viel an seinem Zeitfahren gearbeitet: „Ich habe schon drei Minuten auf Remco verloren, aber jetzt sollten es nicht mehr als eine Minute sein. Ich habe eine neue Position auf dem Rad und individualisierte Lenker. Im Training fühle ich mich zuhause.“
Uijtdebroeks gibt an diesem Mittwoch bei der Volta a Comunitat Valenciana sein Debüt für das Team und bestreitet im Frühjahr anschließend Paris–Nizza und Itzulia Basque Country – bevor er bei den Ardennen-Klassikern in Belgien antritt.
„Ich kann definitiv noch drei Kilo verlieren. Wir wollten nichts überstürzen. Dieses Rennen ist sehr punchig und nicht mein Hauptziel“, sagt er über Valencia. Sein erster echter Saisonhöhepunkt folgt erst in rund einem Monat.
„Für Paris–Nizza kann ich noch etwas mehr abnehmen, und besonders für die Baskenland-Rundfahrt, die mein erstes Ziel ist und für unser Team wichtig. Das wird ein Test mit Blick auf die Tour, wo ich eine Top-10 anpeile“, sagt er. Bei der Tour de France, seinem Debüt bei der Grand Boucle, wird er die Kapitänsrolle übernehmen.
Warum Movistar
Nachdem intern im vergangenen Sommer der Abschied von Visma beschlossen war, hatte Uijtdebroeks Gespräche mit anderen Teams. Auf Red Bull – BORA – hansgrohe, sein vorheriges Team, angesprochen, lobt er die Mannschaft, räumt jedoch ein, dass es für ihn nicht das ideale Ziel gewesen wäre.
„Man kann das heutige Red Bull nicht mit Bora 2023 vergleichen. Dieses Team ist jetzt eher Visma-esk. Ich brauche eine entspanntere Mannschaft, in der ich mir ein professionelles Umfeld schaffen und meine Chancen bekommen kann“, erklärte er.
„Natürlich werden weiterhin Dinge schiefgehen. Das ist auch bei Primoz Roglic passiert, als er zu Bora gewechselt ist. Das ist kein Problem; entscheidend ist, dass ich hier in einer anderen Position bin als im vergangenen Jahr.“