Seit August 2024 wartete Team Flanders - Baloise auf einen UCI-Sieg. Heute bei der Etoile de Bessèges endete die eineinhalbjährige Durststrecke: Tom Crabbe holte überraschend den Sieg auf der Auftaktetappe des französischen Rennens, bei dem das belgische Team ins Rampenlicht fuhr.
Ward Vanhoof, Léndre Huck, Jaakko Hänninen und Guillaume Bagou bildeten die Gruppe des Tages, eine späte Formation auf der ersten Etappe. Groupama - FDJ und Decathlon CMA CGM Team organisierten die Verfolgung im Feld, doch das Tempo war schlecht dosiert. Das Profil war überwiegend flach, das Finale führte jedoch über eine 800-Meter-Rampe – ein Terrain, auf dem Sprinter und Puncheure auf Augenhöhe kämpfen.
Das Peloton unterschätzte die Fähigkeit der Ausreißer, die Geschwindigkeit hochzuhalten. So gingen drei Fahrer der Fluchtgruppe noch mit Vorsprung in den Schlussanstieg. Victor Vercouillie attackierte seine Begleiter und setzte sich solo ab, scheinbar auf Kurs Richtung Etappensieg.
Doch es kam anders: Das Feld stürmte die finale Rampe hinauf, wo Lukas Kubis eingangs der letzten 300 Meter den Sprint lancierte. Die Gruppe war am Limit, und nur Tom Crabbe, Teamkollege des etwa zeitgleich eingeholten Vercouillie, konnte Kubis folgen. In der letzten scharfen Kurve überholte der Belgier den Fahrer von Unibet Rose Rockets und holte den Etappensieg – den ersten seit 2024 für den Belgier. Drei Sekunden dahinter spurtete Maxime Decomble auf Rang drei und nahm bereits Zeit auf seine GC-Konkurrenten ab.