„Ich hoffe, es ist eine Ärztin und dass sie sich nicht blamieren“ – Kontrollen der BH-Körbchengröße bei der Tour de France Femmes sorgen für Wirbel

Radsport
Dienstag, 04 August 2026 um 14:30
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Fahrerinnen der Tour de France Femmes werden beim Einzelzeitfahren der 4. Etappe am Dienstag einer Kontrolle der BH-Körbchengröße unterzogen, nachdem die UCI-Kommissäre bestätigt haben, dass die Bekleidungsregeln durchgesetzt werden. Hintergrund sind Team-Beschwerden über vermeintlich „gefälschte“ Brustgrößen.
Das als „Chest Fairing“ bekannte Vorgehen soll verhindert werden: Mehrere Teams hatten sich gemeldet, um sicherzustellen, dass Fahrerinnen ihre Oberweite im Kampf gegen die Uhr nicht manipulieren. Aerodynamisch kann eine größere Brustfläche Vorteile bringen – laut Berechnungen bis zu 0,78 Sekunden pro Kilometer im Zeitfahren.
Bei 21 Kilometern für das Feld kündigte die UCI-Kommission am Montagabend an, Bekleidungskontrollen durchzuführen, um übermäßig große Körbchengrößen zu verhindern. Eine weibliche UCI-Kommissärin soll die Fahrerinnen vor dem Start überprüfen.
„Besondere Aufmerksamkeit gilt der Einhaltung von Artikel 1.3.032 des UCI-Reglements, einschließlich nicht essenzieller Elemente sowie Kleidung oder anderer von einer Fahrerin getragener Gegenstände/Accessoires (einschließlich, aber nicht beschränkt auf Helme, Brillen, Schuhe oder Kommunikationsausrüstung im Rennen), die die Körperform der Fahrerin verändern könnten“, heißt es von Seiten der UCI-Jury.
Zunächst hatte Wielerflits berichtet, dass mehrere Teams auf die Durchsetzung der Regel bei der Grand Tour drängen, wonach künstliche Veränderungen von Bekleidungsgrößen oder -formen verboten sind. Der Bericht führt zudem aus, dass die Praxis in mehreren Zeitfahren der vergangenen Monate und Jahre beobachtet worden sei.

„Ich hoffe, es ist eine Ärztin“

Vor Etappe 4 sorgte die Nachricht im Peloton und bei den Teams für erhebliches Aufsehen. Der Sportliche Leiter von AG Insurance-Soudal betonte, das Thema sei zum großen Gesprächsstoff geworden, werde jedoch übertrieben dargestellt. Er hoffe auf ein angemessenes Vorgehen der Jury.
„Ich hoffe, es ist eine Ärztin und dass sie sich nicht lächerlich machen. Die Damen sind viel gewohnt, denn die Dopingkontrolle ist deutlich intimer“, sagte er vor dem Start.
„Wir haben gestern noch darüber gewitzelt: ‚Die werden sich deine Brüste anschauen‘, haben wir gesagt. Und: ‚Das ist nicht erlaubt!‘ Wir nehmen es mit Humor und werden uns selbst nicht albern verhalten.
„Ich gehe davon aus, dass unsere Kapitänin sich auf die heutige Leistung konzentriert und nicht auf Nebenschauplätze. Das Ganze ist etwas aufgebauscht.“

Teams jagen Marginal Gains

Für andere Teams ist es Ausdruck der Weiterentwicklung im Frauenradsport, in dem gezielt nach aerodynamischen Vorteilen gesucht wird.
„Als Teams suchen wir alle nach ‚Marginal Gains‘, und wer die Ressourcen und Partner hat, kann auch viel testen“, sagte FDJ-Suez-Teammanagerin Liselotte Delcroix.
„Der Unterschied zwischen dem Tragen eines Push-up-BHs oder nicht wurde tatsächlich getestet. Das ist schlicht Teil der Professionalisierung des Frauenradsports.“
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