Demi Vollering ist auf der dritten Etappe der
Tour de France Femmes glimpflich davongekommen. Nachdem die Kapitänin von FDJ-SUEZ bereits vor dem Beginn der TV-Übertragung in einen Sturz verwickelt worden war, gab ihr Team am Abend ein erstes Update zu ihrem Gesundheitszustand. Vor dem richtungsweisenden Einzelzeitfahren der vierten Etappe herrscht vorsichtiger Optimismus.
Die Niederländerin konnte ihre Fahrt nach dem Zwischenfall schnell fortsetzen und schloss wieder zum Peloton auf. In der Gruppe der Favoritinnen verlor Vollering dadurch keine Zeit auf ihre direkten Konkurrentinnen. Zwar erreichte sie das Ziel gemeinsam mit den weiteren Klassementfahrerinnen 2:48 Minuten hinter Solosiegerin Sigrid Ytterhus Haugset, nachdem Kim Le Court das Finale mit ihrer Attacke belebt hatte, im Kampf um die Gesamtwertung erlitt sie jedoch keinen Rückschlag.
FDJ-SUEZ untersucht Vollering nach dem Sturz
Nach der Etappe kündigte FDJ-SUEZ an, Vollering zunächst eingehend untersuchen zu wollen. Das Team hofft, dass die 28-Jährige die Folgen des Sturzes ohne größere Probleme überstanden hat und am Dienstag im anspruchsvollen Einzelzeitfahren ihre volle Leistungsfähigkeit abrufen kann.
Demi Vollering blieb nach ihrem Sturz auf der dritten Etappe der Tour de France Femmes in der Gruppe der Favoritinnen und verlor keine Zeit im Gesamtklassement.
„Sie sieht okay aus. Wir werden mit dem Physio schauen, wie sie sich fühlt, aber wir müssen heute Abend einen Check machen und sehen, wie es morgen läuft“, sagte Sportdirektor Nicolas Maire gegenüber
Cyclingnews.
Mit Blick auf den Rennverlauf sprach Maire von einem taktisch geprägten Finale, in dem sich die Favoritinnen gegenseitig neutralisierten. Davon profitierte letztlich Uno-X-Fahrerin Sigrid Ytterhus Haugset, die sich den Etappensieg und das Gelbe Trikot sichern konnte. FDJ-SUEZ hatte versucht, Célia Gery in die entscheidende Gruppe zu bringen, blieb mit diesem Vorhaben jedoch erfolglos.
Maire: „Irgendwann ist es wie beim Poker“
„Wir hatten uns von der Etappe etwas mehr erwartet, aber irgendwann ist es wie beim Poker, niemand will für die andere fahren, und so haben wir Zeit verloren.
„Uno-X hat es gut gespielt und verdient den Sieg und das Gelbe Trikot. Die Tour ist noch lang, und wir werden in den nächsten Tagen um das GC zurückkämpfen, aber ja, wir hatten uns von dieser Etappe etwas mehr erhofft. Wir haben versucht, mit Célia in die Gruppe zu kommen, aber es hat nicht so funktioniert, wie wir wollten.“
Zugleich zeigte sich Maire überrascht, dass sich andere Favoritinnen im Finale nicht stärker an der Nachführarbeit beteiligten.
„Es gibt viele Fahrerinnen wie Le Court-Pienaar und Vos, die hier auf Sieg fahren können, gerade ohne Wiebes. Deshalb hatte ich erwartet, dass sie etwas mehr nachjagen.“
Vollering peilt Podiumsplatz im Zeitfahren an
Für das Einzelzeitfahren rechnet Maire mit einer starken Leistung seiner Kapitänin. Gleichzeitig räumt er ein, dass ausgewiesene Spezialistinnen wie Marlen Reusser oder Anna van der Breggen auf dem anspruchsvollen Kurs leichte Vorteile besitzen dürften. Entscheidend sei deshalb vor allem der Vergleich mit den direkten Konkurrentinnen im Gesamtklassement.
„Ich würde sagen, ich erwarte ein gutes Zeitfahren von Demi, aber wir wissen, dass sie normalerweise zum Beispiel auf Reusser, vielleicht auf Van der Breggen Zeit verlieren wird“, sagte Maire.
„Normalerweise kann sie auf einige GC-Konkurrentinnen Sekunden gutmachen, und genau darauf zielen wir. Wenn sie es richtig trifft, kann sie auf dieser Etappe auf jeden Fall um das Podium fahren.“