Mit der Bestätigung von Tadej Pogacars Start bei der Vuelta a España 2026 ist für die Organisatoren der Spanien-Rundfahrt ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Vuelta-Direktor
Javier Guillén sprach im Interview mit El Larguero auf
Cadena SER von einem „echten Erfolg“ und machte keinen Hehl daraus, welche Bedeutung die Zusage des Slowenen für das Rennen besitzt.
„Wir sehen es als wirklichen Erfolg, dass Tadej kommen kann. Glückwunsch an alle Radsportfans und vor allem an die spanischen Fans, denn wir werden endlich
Tadej Pogacar dabeihaben“, sagte Guillén und räumte ein, dass bei den Organisatoren nach der offiziellen Bestätigung große Erleichterung herrschte.
Vuelta-Direktor erwartet Pogacar im Kampf um den Gesamtsieg
Wie Guillén erklärte, informierte UAE Team Emirates-XRG die Rennorganisation bereits vor der öffentlichen Bekanntgabe persönlich über die Entscheidung.
Tadej Pogacar at the 2026 Tour de France
„Das Team hatte die Höflichkeit, mich anzurufen, um es mir zu sagen, und heute, als wir die Ankündigung sahen, konnten wir durchatmen“, berichtete der Vuelta-Direktor.
Für Guillén steht zudem außer Frage, mit welchen Ambitionen der amtierende Tour-de-France-Sieger nach Spanien reisen wird.
„Er kommt nicht, um die Vuelta zu fahren, er kommt, um sie zu gewinnen“, stellte er unmissverständlich klar.
Der Rennchef verriet außerdem, dass die Organisatoren bereits seit mehreren Jahren auf eine Teilnahme des Weltmeisters gehofft hatten.
„Wir hatten ernsthafte Hoffnungen 2024 und 2025, aber uns wurde immer gesagt, er müsse die Tour fahren und treffe die endgültige Entscheidung erst danach“, erklärte Guillén.
Als möglichen Vorteil sieht er den diesjährigen Startort Monaco, wo Pogacar seinen Wohnsitz hat.
„Der Start in Monaco hilft ein bisschen, weil er dort lebt“, sagte er.
„Dieser Fahrer kennt nur eines: Show liefern“
Neben der sportlichen Qualität hob Guillén vor allem die enorme Strahlkraft hervor, die Pogacars Teilnahme für die Vuelta besitzt.
„In Sachen Reichweite ist es exponentiell und bringt dich bei den Startlisten ganz nach oben. Man will immer harten Sport und Spektakel, aber die erste Frage lautet stets: Wer kommt?“
Abschließend richtete der Vuelta-Direktor auch persönliche Dankesworte an den Slowenen.
„Es ist sehr wichtig für die Vuelta und wir danken ihm in aller Demut. Dieser Fahrer kennt nur eines: Show liefern“, sagte Guillén.
Neben Pogacars Teilnahme sprach der Vuelta-Chef auch über einen prominenten Fahrer, den er 2026 nicht am Start erwartet. Auf Juan Ayuso angesprochen, erklärte er knapp: „Ich glaube nicht, dass Ayuso die Vuelta fahren wird.“
Deshalb endet die Vuelta 2026 in Granada
Im weiteren Verlauf des Interviews erläuterte Guillén auch, warum die Vuelta a España 2026 nicht wie gewohnt in Madrid, sondern in Granada zu Ende gehen wird. Hintergrund ist die Terminüberschneidung mit einem Formel-1-Wochenende in der spanischen Hauptstadt.
„Wir haben Madrid gesagt, dass wir nicht immer dort enden werden. Die Möglichkeit, in Granada zu finishen, ergab sich, und wir hatten bereits vereinbart, dieses Jahr nicht nach Madrid zu gehen. Dann kam die Überschneidung mit der Formel 1, und alles fügte sich positiv“, erklärte er.
Aus Sicht Guilléns profitieren beide Veranstaltungen von dieser Lösung.
„Ich denke, dieses Jahr ist es gut, dass die Vuelta nicht in Madrid endet, damit sich Rathaus und Region ganz auf die Formel 1 konzentrieren können – und wir uns den Traum erfüllen, in Granada zu finishen.“
Gleichzeitig betonte der Vuelta-Direktor, dass beide Großveranstaltungen künftig durchaus parallel stattfinden könnten.
„Sollten in einem anderen Jahr Formel 1 und die Vuelta am selben Tag in Madrid zusammenfallen, ist das akzeptiert, verstanden, besprochen – und für uns völlig unproblematisch“, sagte Guillén.