CANYON//SRAM erlebte auf dem Mont Ventoux einen perfekten Renntag. Nicht nur dominierte Kasia Niewiadoma
ihre Konkurrentinnen im Gesamtklassement und schlüpfte ins Gelbe Trikot, auch ihre junge Teamkollegin
Antonia Niedermaier verteidigte erfolgreich das Weiße Trikot. So könnte die deutsche Formation in Nizza zwei hoch begehrte Wertungstrikots auf dem Schlusspodium halten. Wenn alles ideal läuft.
Die
Tour de France Femmes 2026 wurde für Canyon nach den deutlichen Zeitverlusten beider Klassementkarten im Einzelzeitfahren der 4. Etappe zunehmend kompliziert, doch der Mont Ventoux brachte die angekündigte Umwälzung im Klassement, und Niewiadoma steht plötzlich ganz oben. Zudem konnte Niedermaier ihre Hauptkonkurrentin um Weiß, Paula Blasi, markieren und damit
Rang fünf in der Gesamtwertung absichern.
„Ich freue mich so für Kasia. Ich habe immer an sie geglaubt. Unten am Anstieg habe ich ihr gesagt, dass sie die Stärkste ist, dass sie es schaffen kann. Sie ist einfach unglaublich stark“, sagte Niedermaier im Ziel.
Für die diesjährige Giro d'Italia Women-Zweite wäre Platz fünf bei der Tour kein Durchbruch, aber ein Ergebnis, das den Status der jungen deutschen Bergspezialistin als profilierte Klassementfahrerin untermauert – nicht nur für die Zukunft, sondern schon in der Gegenwart. Und das Weiße Trikot ist ein mehr als willkommener Bonus.
„Es ist auch eine echte Freude, das Weiße Trikot zu behalten. Ich hatte viel Spaß und habe es genossen, mit Kasia gemeinsam auf dem Podium zu stehen. Das war wirklich ein wunderbarer Moment. Ich denke, das gibt unserem Team noch einmal einen Schub.“
Noch etwas zu früh für Jubel
Vorerst heißt es jedoch, vom Träumen zurück ins Rennen zu schalten. Zwei Etappen stehen noch an. Die Etappe am Samstag von Sisteron nach Nizza wird eher ein Härtetest als eine Qualitätsprüfung: die längste Distanz dieser Ausgabe (171,9 Kilometer). Die Schlussetappe auf dem Kurs in Nizza bietet dann die Chance, das Rennen auf den Kopf zu stellen.
„Bis Nizza kann noch viel passieren. Wenn wir beide auf dem Schlusspodium stehen, sie in Gelb und ich in Weiß, wäre das das Idealszenario.“