Filippo Ganna kehrt mit einem neuen Plan zur Tirreno–Adriatico zurück. Im Vorjahr stand der Italiener kurz vor dem Gesamtsieg, doch diesmal will er es anders angehen. Mit Blick auf die nahenden Frühjahrsklassiker baut der Ineos-Grenadiers-Star seine Form bewusst langsamer auf, um nicht zu früh zu viel zu verbrennen.
Rückblick auf die herausragenden Ergebnisse des Vorjahres
In der vergangenen Saison übernahm Ganna mit dem Auftaktzeitfahren in Lido di Camaiore das Führungstrikot. Er verteidigte es fast die gesamte Woche. Er verlor die Gesamtwertung erst am vorletzten Tag an
Juan Ayuso.
Eine Woche später lieferte er bei Mailand–Sanremo ein Top-Rennen. Er war der Einzige, der Tadej Pogačar und
Mathieu van der Poel in Schlagdistanz blieb. Den Poggio fuhr er im eigenen Rhythmus hoch, stellte die beiden Asse in der Abfahrt und sprintete schließlich hinter Van der Poel auf Rang zwei.
Trotz dieser Bilanz bittet der 29-Jährige in dieser Woche um gedämpfte Erwartungen. Bei der Pressekonferenz vor dem Start sagte er gegenüber
Sporza, er fühle sich aktuell nicht ganz so stark. „Ich glaube, meine Verfassung ist ein bisschen schlechter als vor einem Jahr“, sagte er.
Diese Anpassung in der Vorbereitung sei eine kluge, sichere Wahl. Im Vorjahr war er bei Tirreno–Adriatico überragend, zahlte dafür jedoch in den wichtigen Eintagesrennen im Frühjahr. „Letztes Jahr war ich bei Tirreno stark, aber in den Klassikern vielleicht etwas weniger“, erklärte Ganna. „Jetzt versuche ich, diese Rennen mit frischeren Beinen anzugehen.“
Ein abgesicherter Plan für die siebentägige Rundfahrt
Mit dieser neuen Strategie schaut Ganna nicht nur auf das Endergebnis. Er will die Woche nutzen, um den Körper gezielt auf die nahenden Klassiker vorzubereiten. „Zuerst fokussiere ich mich auf das Zeitfahren [Etappe 1]. Danach habe ich eine Woche, um mich richtig müde zu machen, ohne den Motor zu sprengen.“
Als zweifacher Zeitfahr-Weltmeister liegt ihm der kurze Kurs über 11,5 Kilometer am Strand von Lido di Camaiore perfekt. Dennoch weiß er, dass eine harte Rundfahrt den Körper ganz anders fordert. „Hier suchst du nach den Extra-Prozenten“, sagte er. „Manchmal findest du sie, aber manchmal verlierst du sie auch.“
Ganna weiß genau, was passiert, wenn es bei dieser Italien-Rundfahrt schiefgeht. Er erinnerte an eine bittere Erfahrung und machte klar, dass Gesundheit in dieser Woche oberste Priorität hat. „Ich erinnere mich an eine sehr kalte Ausgabe vor drei Jahren, als fast alle krank wurden. Eine Woche später bin ich bei Mailand–Sanremo komplett kaputt gestartet. Hoffentlich bekommen wir diesmal die gute Version von Tirreno.“
Für den italienischen Star stehen die Zeichen gut. Die Wetterprognose für den Zeitraum 09.03.–15.03. verspricht bestes Frühlingswetter mit Sonne und angenehmen Temperaturen um 15 Grad Celsius.