„Ich habe noch nie gesehen, dass ein Favorit so viel Glück auf seiner Seite hat“ – Chris Horner mit markanter Aussage über Jonas Vingegaard

Radsport
Montag, 11 Mai 2026 um 17:00
Jonas Vingegaard auf Etappe 3 des Giro d’Italia 2026
Jonas Vingegaard reiste als klarer Topfavorit auf die Maglia Rosa zum Giro d’Italia 2026 – und das erste Wochenende hat diese Ausgangslage auf brutale Weise noch untermauert. Bevor das Rennen Bulgarien überhaupt verlassen hatte, war die Liste der vermeintlichen Herausforderer bereits stark ausgedünnt.

Jonas Vingegaard festigt als Topfavorit die Maglia-Rosa-Ambitionen

Joao Almeida, Mikel Landa und Richard Carapaz fehlten schon vor dem Start des Giro. Dann folgte der Horrorsturz auf Etappe 2, der Adam Yates, Jay Vine, Marc Soler und Santiago Buitrago zur Aufgabe zwang, während Derek Gee ebenfalls zu Boden ging und über eine Minute verlor.
Für Chris Horner wird das Muster rund um Vingegaards Saison 2026 unübersehbar. In seinem YouTube-Kanal nach Etappe 3 machte der frühere Vuelta-a-España-Sieger eine markante Beobachtung zur Glückssträhne des Dänen bei großen Rundfahrten in diesem Jahr.
„Man muss sich vor Augen halten: Bei jedem seiner Etappensiege in dieser Saison 2026, in Paris–Nizza und bei der Katalonien-Rundfahrt, sind alle Top-GC-Fahrer gestürzt und ausgeschieden“, sagte Horner. „Auch die gestrige Etappe, mit dem Sturz-Aus von Adam Yates…“

Horner hebt Vingegaards außergewöhnliche Glücksserie hervor

Horner unterstellte Vingegaard dabei keinerlei Fehlverhalten. Der Kapitän von Visma | Lease a Bike blieb auf dem Rad, blieb ruhig und zeigte bereits am Giro starke Beine, als er auf dem Schlussanstieg der 2. Etappe attackierte, bevor das Rennen auf dem Weg nach Veliko Tarnovo wieder zusammenlief.
Doch der US-Amerikaner hält den Gesamtrahmen der Saison des Dänen für bemerkenswert. „Ich habe noch nie einen unumstrittenen Topfavoriten gesehen, der so viel Glück auf seiner Seite hat wie Jonas Vingegaard“, führte Horner aus. „Wenn der zweit-, dritt- und mitunter viertbeste Klassementfahrer bei großen Etappenrennen stürzt und ausfällt, so wie ich es hier bei Team Visma | Lease a Bike mit Jonas Vingegaard sehe, ist das Glück eindeutig auf seiner Seite.“
Diese Aussage trifft nach einem gnadenlosen Auftaktwochenende besonders hart. UAE Team Emirates - XRG traf es am schlimmsten: Yates, Vine und Soler mussten nach dem Crash auf Etappe 2 aufgeben. Yates war nach Almeidas Vorab-Absage als einer der größten verbliebenen Gegner Vingegaards gestartet, doch sein Giro endete nach verzögerten Symptomen einer Gehirnerschütterung.
Buitrago, ebenfalls als Faktor im Hochgebirge erwartet, stieg nach demselben Sturz aus und wurde zur weiteren Abklärung ins Krankenhaus gebracht. Gee-West ist noch im Rennen, doch sein GC-Vorhaben erlitt durch die Verwicklung in den Zwischenfall bereits früh einen Rückschlag.

Der Giro öffnet sich unter dem Favoriten

Das Resultat ist ein Giro, der weiterhin Gefahren und Tiefe bietet, aber schon jetzt ganz anders wirkt als vor dem Start erwartet. Red Bull - BORA - hansgrohe verfügt weiterhin über Giulio Pellizzari und Jai Hindley, Netcompany INEOS hat Egan Bernal und Thymen Arensman gut positioniert, und Giulio Ciccone von Lidl - Trek ist scharf ins Rennen gekommen.
Gleichwohl hat sich Vingegaards Lage klar verbessert, ohne dass er selbst große Zeitgewinne verbuchen musste. Etappe 2 zeigte, dass der Däne früh agiert, wenn es die Rennlage erfordert. Der größere Hebel war jedoch die wiederholte Ausschaltung oder Schwächung potenzieller Rivalen.
Genau dieses Muster stellte Horner heraus. Vingegaard hat die Form, das Team und den Favoritenstatus. Nun hat er auch ein Rennen, in dem mehrere der Namen, die ihn fordern sollten, bereits aus der Gleichung verschwunden sind.
Nach drei Tagen hat der Giro Italien noch nicht erreicht. Die Berge, die das Rennen entscheiden dürften, kommen erst noch, mit dem Blockhaus als erstem großen Klettertest. Doch der Weg zur Maglia Rosa wirkt bereits weniger überlaufen als noch vor einer Woche.
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