Während der Strade Bianche Donne bog eine große Gruppe der Verfolger falsch ab und nahm Topnamen wie
Demi Vollering und Pauline Ferrand-Prévot aus dem Rennen. Im Radsport-Podcast
In Het Wiel teilte Ex-Profi
Roxane Knetemann ihre klare Sicht auf die Situation.
Eine bittere Realität für italienische Rennen
Knetemann nahm kein Blatt vor den Mund, als sie über den Fehlabbieger sprach, der das Rennen vieler Topfahrerinnen zerstörte. Sie erklärte, das sei in Italien leider keine Überraschung. „Dieser Fehlabbieger ist so bitter. Er zeigt einmal mehr, dass Italien im Radsport hinterherhinkt.“
Sie betonte, dass die Fans in Italien großartig seien, die Organisation hinter den Kulissen jedoch häufig mangelhaft. „Frag alle Fahrerinnen: In Italien zu fahren macht Spaß, weil der Sport bei den Menschen lebt. Aber die Organisation ist in neun von zehn Fällen Mist. Das sieht man im TV oft nicht, aber denkt an spät verschickte Strecken- und Hotellisten, laufende Routenänderungen und so weiter.“
Der Fehler passierte, als ein Race-Motorrad rechts auf einen Schotterweg abbog, statt links auf dem Asphalt zu bleiben. Manche, auch die UCI, sagen oft, Fahrerinnen müssten die Strecke kennen. Knetemann widerspricht dieser Ausrede entschieden.
„Die UCI hat dann schnell die Antwort parat, dass die Fahrerinnen den Kurs auswendig kennen müssen. Aber eine 130-Kilometer-Strecke kennt man nicht komplett auswendig. Der vorausfahrende Motorradpilot trägt eine große Verantwortung, denn er muss diese Route schlicht kennen.“
Verteidigung der Gefahr der weißen Straßen
Im Podcast argumentierte Journalist Marijn Abbenhuijs, Strade Bianche sei wegen Schotter, Steinen und steilen Abfahrten schlicht zu gefährlich. Knetemann widersprach entschieden. Für sie gehört dieses Risiko zum Sport.
„Dann müsste Strade Bianche vom Kalender, genau wie Paris–Roubaix. Das klebt nun mal an diesem Rennen. Stürze und Pech, die stark beeinflussen, wer im Rennen bleibt. So ist es eben.“
Sie verwies darauf, dass sich die gefährlichen Abfahrten nicht vermeiden lassen, wenn man auf den berühmten weißen Straßen der Toskana Rennen fahren will.
„Hast du zur falschen Zeit einen Platten, kann das das Aus bedeuten. Das ist auch die Faszination dieses Rennens, sonst könnten wir nicht über die weißen Straßen fahren. Man kann Sektoren wählen, die nur bergauf gehen, aber die gibt es in der Toskana schlicht nicht. Es geht immer auch bergab, auch auf Le Tolfe.“
Eine einfache Lösung für das Frauenrennen
Obwohl sie das Rennen verteidigt, sieht Knetemann eine simple Anpassung, die den Frauen mehr Sicherheit bringen würde. Der Start erfolgt derzeit sehr früh am Morgen. „Die Frauen starten früh und das Rennen ist im März, dadurch sind die Straßen morgens vom nächtlichen Tau noch nasser. Aber die Gefahr von Strade Bianche hängt diesem Rennen einfach an.“
Ihrer Meinung nach ließe sich das Problem mit einer späteren Startzeit entschärfen und die Bedingungen für die Frauen verbessern.
„Warum ist der Abstand zwischen dem Start der Männer und Frauen so groß, obwohl die Männer rechtzeitig ins Ziel kommen? Man könnte die Frauen problemlos etwas später starten lassen. Jetzt fahren die Frauen einfach wirklich auf einer anderen Oberfläche.“