Die Zukunft der
INEOS Grenadiers wirkt 2026 deutlich rosiger als in den Vorjahren. Die Verpflichtungen von Kévin Vauquelin und Oscar Onley könnten das Team in den Grand Tours wieder in den Kampf um die Gesamtwertung bringen. Zugleich verspricht die Weiterentwicklung eigener Talente erhebliche Erfolge. Große Hoffnungen ruhen auf
Ben Turner – das betont auch
Geraint Thomas.
Warum Ben Turner 2026 bei INEOS zum Sieggaranten reift
Thomas verantwortet nach anderthalb Jahrzehnten als Fahrer nun Taktik und Kommunikation der britischen Mannschaft. Er bleibt meinungsstark und analytisch und führt trotz seiner neuen Rolle weiter gemeinsam mit
Luke Rowe seinen Podcast, in dem er Einblicke in die Teamdynamik gibt. Dort schilderte er Turners Wandel vom Klassikerspezialisten zum Sprinter – inzwischen zu einem der klaren Anführer des Teams.
„Ich glaube, das ist das Jahr, in dem Ben sein Potenzial im Frühjahr endlich ausschöpft“, sagte Thomas im
Watts Occuring podcast. Der 26-Jährige, seit 2022 im Team, galt zunächst als Puncheur und Kandidat für die Kopfsteinpflaster-Klassiker. 2024 stabilisierte er sich jedoch in einer Helferrolle, führte als Road Captain die Mannschaft bei der Tour de France – was Zweifel an seinem zukünftigen Potenzial nährte.
Im vergangenen Jahr änderten sich allerdings Trainingsfokus und Rollenzuschreibung. Im Rennen stellte sich das Team hinter ihn als neuen Sprinter. Nach dem Abgang von Elia Viviani und dem Karriereende von Caleb Ewan fehlten klare Optionen. Turner sprang ein und passte sich der neuen Aufgabe hervorragend an. Beim Giro d’Italia wurde er Dritter in einem Massensprint. Den Durchbruch feierte er im August mit einem Etappensieg bei der Tour de Pologne, zwei zweiten Plätzen und dem Gewinn der Punktewertung.
Turner siegt bei der Vuelta a España 2025
Vom Domestiken zum klaren Anführer
Das bescherte ihm kurzfristig auch einen Vuelta-a-España-Start, nachdem er nur 24 Stunden vor dem Auftakt aus der Renewi Tour herausgenommen worden war. Eine kluge Entscheidung: Das Team trug ihn zu seinem ersten Grand-Tour-Sieg im Sprint der 4. Etappe nach Voiron.
Turner gewann an reiner Sprintleistung, ohne seine Kletterfähigkeit zu verlieren. So ist er an hügeligen Tagen ein gefährlicher Sprinter – mit einer Mannschaft, die seine eigenen Ambitionen häufig konsequent unterstützt.
Das zeigte sich deutlich bei der Volta a Comunitat Valenciana in der vergangenen Woche. Sein schlechtestes Ergebnis war Rang 11 am Auftakttag – ironischerweise just bei einem Massensprint.
Zwar zählte das Zeitfahren nicht für die Gesamtwertung, doch er wurde Vierter und bestätigte das mit Platz acht auf der Königsetappe nach Teulada.
Um zwei Sekunden verpasste das Feld auf der Schlussetappe nach Valencia die Ausreißer, doch Turner gewann den Sprint der Verfolger – auf einer Etappe mit anspruchsvollen Anstiegen und Seitenwind. Turner fuhr konstant vorne, und vor dem Omloop het Nieuwsblad zählt er zu den großen Favoriten.
„Am letzten Tag, als der Movistar-Junge gewonnen hat, sprintete ‘Big Ben’ so überzeugend … nach einem harten Tag in die Top Ten“, merkte Thomas an. Mit dem Rückenwind seines Teammanagers dürften die Chancen weiter zunehmen, und 2025 könnte Turners Rolle im Team noch größer werden.