„Ich bin ĂŒberrascht ĂŒber die Haltung von Red Bull - BORA“: Experte fragt, warum Oier Lazkano die Unschuldsvermutung vorenthalten wurde

Radsport
Dienstag, 04 November 2025 um 11:30
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Der erfahrene spanische Eurosport-Kommentator Javier Ares hat auf die vorlĂ€ufige Suspendierung von Oier Lazkano reagiert. Er rief zu Ruhe und einem ordnungsgemĂ€ĂŸen Verfahren auf und zeigte sich ĂŒberrascht ĂŒber die Entscheidung von Red Bull - BORA - hansgrohe, die Beziehungen zu dem Spanier nach UnregelmĂ€ĂŸigkeiten im biologischen Pass sofort zu beenden.
Auf seinem YouTube-Kanal forderte Ares den Radsport auf, den Grundsatz der Unschuldsvermutung zu wahren, und betonte, dass der Fall mit Ausgewogenheit und nicht mit einem Schnellurteil behandelt werden mĂŒsse: „Ich bin etwas ĂŒberrascht von der Haltung des Teams Red Bull BORA, ihn mit aller Macht aus dem Team auszuschließen.“
Ares betonte, dass die Entscheidung der UCI, Lazkano vorlĂ€ufig zu suspendieren, zwar schwerwiegend sei, aber noch kein endgĂŒltiges Urteil darstelle.

Unschuldsvermutung und Warnung vor „vorschnellen Urteilen“

Ares verwies immer wieder auf den rechtlichen und moralischen Grundsatz, dass die Fahrer eine faire Behandlung verdienen, bis ein Urteil gefĂ€llt wird: „Wir gehen immer von dem unumstĂ¶ĂŸlichen Prinzip der Unschuldsvermutung aus... wir verdienen zumindest die entsprechende Verteidigung.“
Der angesehene Rundfunksprecher bekrĂ€ftigte auch seine seit langem vertretene Ansicht, dass DopingfĂ€lle nicht einheitlich sind und nicht automatisch als identische Skandale behandelt werden sollten: „Doping ist nicht gleich Doping... es gibt systematische, wirklich schwerwiegende FĂ€lle und andere, bei denen ein kleiner Lapsus nicht mit der gleichen Strenge beurteilt werden sollte.“
Er rĂ€umte ein, dass ihm der Trend zu „Schnellverfahren“ im Radsport unangenehm sei, und mahnte zur Geduld bei der Anhörung von Lazkanos Verteidigung.

Red Bull - BORA gegen Movistar unter der Lupe

Ares verglich die unterschiedlichen Reaktionen der Teams von Lazkano:
  • Movistar: „versichert, nichts entdeckt zu haben“
  • Red Bull - BORA: handelte im April nach Bekanntwerden abnormaler Werte und hat den Fahrer nun entlassen
Ares warf die Frage auf, warum sich die deutsche Mannschaft fĂŒr eine sofortige Entlassung und nicht fĂŒr eine bedingte Sperre bis zur endgĂŒltigen Entscheidung entschied, und verwies auf die finanziellen Auswirkungen von Lazkanos angeblichem Vertrag ĂŒber 1,5 Millionen Euro pro Jahr.

Verteidigung von Pogacar inmitten eines neuen Misstrauens

Ares wandte sich auch gegen diejenigen, die Ă€ltere Skandale als Waffe benutzen, um aktuelle Champions zu verdĂ€chtigen, und bezog sich dabei insbesondere auf Tadej Pogacar: „Ich glaube an die Menschen... wir sollten den Erfolg nicht aufgrund von PrĂ€zedenzfĂ€llen in Frage stellen.“
Er argumentierte, der Radsport sei unendlich viel sauberer als frĂŒher, und die heute auftretenden FĂ€lle unterstrichen eher die Wirksamkeit der Kontrollen als das Fortbestehen systematischen Betrugs.
Ares wies darauf hin, dass Lazkano seit April verletzungsbedingt keine Rennen mehr bestritten habe und sich bereits in einer „besonders heiklen“ persönlichen und emotionalen Phase befinde. Die vorlĂ€ufige Suspendierung durch die UCI sei nach monatelanger Überwachung der biologischen Passwerte erfolgt, sagte er.
Abschließend rĂ€umte er ein, dass ein nachgewiesenes Fehlverhalten Konsequenzen nach sich ziehen mĂŒsse, betonte aber, dass der Vorfall als Beweis fĂŒr das ordnungsgemĂ€ĂŸe Funktionieren des Anti-Doping-Systems zu werten sei: „Wenn jemand schuldig ist, muss er zahlen. Aber FĂ€lle wie dieser zeigen, dass die Kontrollen funktionieren.“
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