Filippo Ganna blickt auf 2026 als die Saison, in der endlich der große Durchbruch gelingen soll. Von einem Fehljahr konnte zuletzt keine Rede sein, doch sein größter Sieg war ein verkürztes, mäßig umkämpftes Vuelta-a-España-Zeitfahren durch die Straßen von Valladolid. Und selbst dort entging er Jay Vine nur knapp. Bei den Europäischen ITT-Meisterschaften unterlag Ganna Remco Evenepoel, bei Mailand–Sanremo Mathieu van der Poel.
Entsprechend groß ist sein Antrieb, es mit den „Phänomenen“ des Pelotons aufzunehmen, inklusive Tadej Pogacar, dem er im Vorjahr seltener begegnete. Für Ganna beginnt die Saison 2026 kommende Woche bei der Volta ao Algarve und führt weiter zur Tirreno–Adriatico als letzter Schliff vor dem ersten großen Ziel: Mailand–Sanremo, wo er in seiner Karriere bereits zweimal Zweiter wurde (2023 & 2025).
Gannas Wirkung reicht jedoch weit über das Rennen hinaus. Der 29-jährige Zeitfahrspezialist hat in seiner Heimat Vignone offiziell ein Projekt für Nachwuchsfahrer gestartet: die
Filippo Ganna Academy, die derzeit rund 40 Schülerinnen und Schüler betreut. Sein Vater Marco übernimmt die Leitung, die Academy wird gemeinsam mit Pedale Ossolano betrieben – jenem Team, für das Ganna selbst in den Jugendklassen fuhr. Perspektivisch könnte das Projekt auf die Juniorenkategorien ausgeweitet werden, der Weg dorthin ist jedoch lang und gehört nicht zu den kurzfristigen Plänen.
„Wir haben viele Ziele“, erklärte Ganna. „Zuallererst wollen wir Jugendliche wieder für den Radsport begeistern, aber ebenso einen gesunden Lebensstil fördern, Respekt und die richtigen Werte vermitteln und das Miteinander im Straßenverkehr lehren. Wir erwarten nicht, dass diese Kinder schon sehr jung zu Champions werden, sondern dass sie ‚morgen‘ zu Champions reifen – dann, wenn es wirklich zählt.“