„Es läuft nie ganz reibungslos, oder?“ – Geraint Thomas geht auf INEOS-Spannungen nach Zwischenfall im Mannschaftszeitfahren ein

Radsport
Donnerstag, 11 Juni 2026 um 12:00
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Kevin Vauquelin wirkte nach dem Mannschaftszeitfahren am Dienstag bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes sichtlich frustriert, nachdem ein technischer Defekt bei Oscar Onley das Team veranlasste, das Tempo zu drosseln, um beide Kapitäne im Kampf gegen die Uhr beisammenzuhalten.
Auf Kurs zum Etappensieg in den letzten Kilometern sprang Onley die Kette herunter, was den kurzen Tempoverlust erzwang. Der Sieg glitt aus den Händen, als klar wurde, dass die Anweisung kam zu warten, während Onley das Problem behob.
Nach der Etappe konnte Co-Kapitän Vauquelin seinen Ärger über die Entscheidung nicht verbergen. Der Move kostete ihn wohl das Gelbe Trikot, wenngleich er als Gesamtzweiter weiter in bester Position liegt. Nach der Etappe erklärte er: „Ich glaube nicht, dass das meine Strategie gewesen wäre“.
Rennchef Geraint Thomas gab sich unterdessen als Stimme der Vernunft inmitten der Spannungen der Doppelspitze. Rennzwischenfälle passierten, betonte er, und besser hier in einer Rundfahrt als bei der Tour de France – wo Vauquelin und Onley die Gesamtwertung anführen sollen.
„Es ist gut, wenn solche Dinge jetzt schiefgehen. Man muss sie schnell geradebiegen, gemeinsam gut reagieren, darüber nachdenken, Vertrauen ineinander haben und offen miteinander sein“, sagte Thomas anschließend.

Thomas betont die Bedeutung des „großen Ganzen“

Zugleich räumte er ein, wie anspruchsvoll es ist, eine ambitionierte Gruppe auf die Tour de France auszurichten. Der Fokus liege klar auf dem großen Ganzen – ein Blickwinkel, der im Eifer des Gefechts schwer fällt.
Thomas weiter: „Diese Gruppe ist neu zusammen und macht sich auf die Reise, irgendwann die Tour de France zu gewinnen und die bestmögliche Leistung abzurufen. Es läuft nie komplett glatt, oder? Es gibt immer Höhen und Tiefen, und das schweißt die Jungs auch zusammen. Ich bin zufrieden, denn sie waren heute stark.“
„Die Entscheidung der Sportlichen Leiter auf der Strecke war, auf Oscar zu warten. Zum Glück hatte er die Kette schnell wieder drauf, aber damit waren Etappensieg und das Leadertrikot für Kévin weg. Blickt man aufs große Ganze, sind wir Zweiter und Dritter der Gesamtwertung, und dieses Rennen wird in den Bergen mit mehr als ein paar Sekunden entschieden. Trotzdem ist es hart, weil jeder gewinnen will.“

Vauquelin und Onley in starker Ausgangslage

Thomas ist dennoch zufrieden mit Vorbereitung und Ergebnissen in der WorldTour-Rundfahrt. Vauquelin und Onley liegen als Zweiter und Dritter nur zwölf Sekunden hinter Leader Alex Baudin.
Mit harten Bergen voraus und Topgegnern wie Paul Seixas und Isaac Del Toro im Nacken erwartet Thomas, dass seine beiden Kapitäne noch deutlich zulegen – selbst wenn das Größte erst im Juli in Frankreich kommt.
Thomas ergänzte: „Wir haben nun zwei Karten fürs Gesamtklassement und alles ist offen. Kevin ist weiter im Aufbau und ich glaube nicht, dass er schon in Topform ist. Wir erwarten nach diesem Rennen einen Schritt nach vorn.“
„Oscar hat sehr gute Trainingsblöcke absolviert, aber in den Rennen hatte er stets etwas zu verkraften – Krankheit oder Sturz – und konnte das noch nicht richtig zeigen.“
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