Filippo Ganna hat sich nach seiner Niederlage gegen Remco Evenepoel im Einzelzeitfahren eindrucksvoll zurückgemeldet. Gemeinsam mit Mattia Cattaneo, Matteo Sobrero, Vittoria Guazzini, Elisa Longo Borghini und Monica Trinca Colonel führte er Italien bei der
Radsport-WM 2026 in Montreal zum Titel in der Mixed Relay.
Auch aus deutschsprachiger Sicht gab es Grund zur Freude: Die Schweiz kämpfte sich trotz eines technischen Defekts von Stefan Küng zur Bronzemedaille. Deutschland überzeugte ebenfalls mit einer starken Vorstellung und komplettierte die Top 5.
Ganna legt den Grundstein für Italiens Triumph
Ganna, Cattaneo und Sobrero legten mit der schnellsten Männerzeit unter den Top-Nationen das Fundament für den italienischen Erfolg. Nach dem 20,3 Kilometer langen ersten Abschnitt erreichte das Trio den Wechsel in 24:23,86 Minuten.
Zunächst hatte die Schweiz am ersten Messpunkt die Führung übernommen. Ein technischer Defekt bei Stefan Küng bremste den Angriff der Eidgenossen jedoch empfindlich aus. Italien übernahm bis zur zweiten Zwischenzeit die Spitze und baute seinen Vorsprung im weiteren Verlauf des Männerabschnitts kontinuierlich aus.
Damit gingen Guazzini, Longo Borghini und Trinca Colonel mit einem Polster von 11,30 Sekunden auf Frankreich und 12,21 Sekunden auf Titelverteidiger Australien in den Frauenabschnitt.
Dort festigte Italien seine Spitzenposition weiter. Am vierten Messpunkt betrug der Vorsprung auf Australien bereits 13,83 Sekunden, an der letzten Zwischenzeit lag Frankreich 16,18 Sekunden zurück. Im Ziel stoppte die Uhr für Italien schließlich bei 51:32,28 Minuten. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 47,266 km/h über den gesamten Kurs sicherte sich das Sextett das Regenbogentrikot.
Frankreich kommt noch einmal heran – Schweiz kämpft sich zu Bronze
Frankreich setzte auf den letzten Kilometern zur stärksten Aufholjagd an. Bruno Armirail, Remi Cavagna und Jordan Labrosse hatten ihre Mannschaft im Männerabschnitt klar im Rennen gehalten, ehe Juliette Berthet, Marion Borras und Cedrine Kerbaol den italienischen Vorsprung in der Schlussphase noch einmal deutlich verkürzten. Nach 51:40,87 Minuten fehlten Frankreich im Ziel lediglich 8,59 Sekunden zum Titel.
Dahinter belohnte sich die Schweiz für einen schwierigen Rennverlauf mit der Bronzemedaille. Stefan Bissegger, Stefan Küng und Mauro Schmid mussten im Männerabschnitt zunächst den Rückschlag durch Küngs technischen Defekt verkraften, hielten die Mannschaft aber im Kampf um die Medaillen.
Im Frauenabschnitt musste Jasmin Liechti schließlich abreißen lassen, während Marlen Reusser und Noemi Rüegg den Lauf zu Ende brachten. Mit 19,86 Sekunden Rückstand auf Italien sicherte sich die Schweiz trotz aller Schwierigkeiten den dritten Platz und damit Bronze bei der
Radsport-WM in Montreal.
Deutschland überzeugt mit Platz fünf
Die zweimaligen Titelverteidiger aus Australien verpassten unterdessen das Podium. Michael Matthews, Cameron Rogers und Conor Leahy erreichten den Wechsel lediglich 12,21 Sekunden hinter Italien. Georgia Baker, Mackenzie Coupland und Felicity Wilson-Haffenden verloren im weiteren Verlauf jedoch an Boden. Nachdem Coupland spät Schwierigkeiten bekam, das Hinterrad zu halten, fiel Australien mit 40,48 Sekunden Rückstand auf den vierten Rang zurück.
Direkt dahinter komplettierte Deutschland die Top 5. Nikias Arndt, Jasha Sütterlin und
Max Walscheid bildeten das deutsche Männertrio, während Ricarda Bauernfeind, Franziska Koch und
Antonia Niedermaier den Frauenabschnitt bestritten. Damit sicherte sich das deutsche Sextett bei der Radsport-WM in Montreal einen starken fünften Platz.
Spanien, das noch vor dem Start der letzten Favoritengruppe an der Spitze gelegen hatte, musste sich schließlich mit dem sechsten Rang begnügen.