Oscar Onley war bis
Etappe 12 im Kampf um den Gesamtsieg der Vuelta a España, doch auf dem Calar Alto könnte dieser Traum geplatzt sein. Der Fahrer von Netcompany INEOS hatte nach einem Sturz einen schweren Tag und verlor am Schlussanstieg entscheidende Zeit im Gesamtklassement.
Onley wurde nach seinem Rückzug aus dem Tour-de-France-Aufgebot als INEOS-Kapitän für die Vuelta nominiert. Der schottische Kletterer hatte sich bei der Tour Auvergne-Rhône Alpes verletzt und seinen Fokus auf die Spanien-Rundfahrt verlagert, deren kürzere, explosivere Etappen seinem Profil besonders liegen.
Bis Etappe 12 lief es ordentlich. Ein Rhythmusfehler kostete ihn auf der 6. Etappe nach Castelló etwas Zeit, ansonsten wirkte der INEOS-Profi stark. Auf Etappe 9 war er der Einzige, der Spitzenreiter Enric Mas am Alto de Aitana folgen konnte. Sein vierter Platz hielt den Druck auf den Spanier und vor allem auf die Podiumsfahrer hoch.
Oscar Onley führt weiterhin die Nachwuchswertung der Vuelta a España an
Onley stürzt früh auf Etappe 12
Dieser Donnerstag wurde für Onley schwierig. Er stürzte früh im Rennen in einem Kreisverkehr. Wie es dazu kam, ist ihm unklar: „Um ehrlich zu sein, ich habe keine Ahnung. In einem Moment sitze ich auf dem Rad, im nächsten liege ich am Boden. Vielleicht sind die Straßen hier rutschig“, sagte er im Zielinterview.
Verletzungen schienen keine gravierenden, doch Schürfwunden begleiteten Onley über eine harte Bergetappe.
Jack Haig rettet Onley am Calar Alto
Als Felix Gall am Calar Alto attackierte, fiel Onley aus der Spitzengruppe zurück und schloss sich dem nachsetzenden Richard Carapaz an. Schließlich kehrten Carapaz und Gregor Mühlberger zur Gall-Gruppe zurück, während der 23-Jährige erneut abreißen lassen musste.
Im Ziel verlor Onley 5:05 Minuten auf Jakob Omrzel, der nun seine größte Gefahr für das Weiße Trikot und einen Platz in den Top 5 ist, während er auf der Straße über zwei Minuten auf Enric Mas einbüßte.
Schlimmer hätte es dennoch kommen können. Auf dem flachen Abschnitt des Anstiegs fand er in Ausreißer Jack Haig Unterstützung und begrenzte so die Verluste.
„Körperlich fühlten sich die Beine okay an, aber ich konnte mich nicht richtig quälen. Ich bin mein eigenes Tempo gefahren und habe Jack eingeholt, der mir sehr geholfen hat, den Zeitverlust zu begrenzen. Auf den flachen Stücken hat er mich wieder herangebracht. Er hat einen sehr guten Job gemacht“, bilanzierte Onley.