Aktuell ist Primož Roglič der zweitgrößte Favorit auf den Gesamtsieg der Vuelta a España 2026. Der Routinier hat jedoch bereits vier Gesamtwertungen der Spanien-Rundfahrt gewonnen und ist in der zweiten Rennhälfte wohl der einzige Fahrer, der Enric Mas stürzen kann.
Am Calar Alto zeigte der Slowene erneut eine starke Vorstellung, vermied einen Einbruch und folgte Felix Gall – und dessen Helfern – über die gesamte Steigung. So behauptete er Rang zwei und begrenzte die Verluste auf Enric Mas.
Dennoch fuhr der Spanier im Finale 27 Sekunden heraus.
„Ab jetzt sind wir jedes Mal unzufrieden, wenn wir Zeit verlieren. Mas hat gezeigt, dass er wieder einer der stärksten Fahrer im Feld ist, damit müssen wir umgehen“, sagte Sportdirektor Sven Vanthourenhout im Anschluss laut
Cyclingnews.
Für Red Bull - BORA - hansgrohe gibt es gegen den derzeit stärkeren Rivalen vorerst nicht viel auszurichten. Nach Etappe 12 beträgt der Rückstand 1:45 Minuten.
Im 32 Kilometer langen Zeitfahren nächste Woche kann ein Teil davon zurückgeholt werden. Allerdings warten auch drei weitere Hochgebirgsetappen, auf denen Mas im Vorteil sein dürfte.
„Ich werde da keine klare Zahl nennen. Aber sagen wir so: Ab jetzt ist jeder Zeitverlust nicht optimal“.
Form in der dritten Woche für Roglič eine Unbekannte
Der Slowene braucht seine besten Beine in der entscheidenden Schlusswoche, was angesichts seiner Anreise zur Vuelta keineswegs selbstverständlich ist.
„Er war fünf Wochen inaktiv, seine Form war für uns ein großes Fragezeichen. Im Moment sieht es gut aus“, versicherte Sportdirektor Patxi Villa. „Wir sind im Rennen, auch wenn ich nicht weiß, wie weit es reicht. Wir kämpfen bis Granada. Das Zeitfahren liegt Roglič.“
Roglič verbrachte nach einem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug drei Wochen in der Rehabilitation, wirkt bei dieser Vuelta jedoch durchgehend in Topform. Er hat den Sieg im Visier, auch wenn die Aufgabe schwierig ist.
Villa, früher bei Movistar, äußerte sich auch zur aktuellen Führung von Mas: „Ich freue mich über seine Leistungen, für ihn und für Movistar. Er ist stark und fährt sehr reif. Nach Pogacars Ausstieg ist die Vuelta offener und spannender.“
„Mas und Roglič hatten beide in dieser Saison körperliche Probleme, konnten dadurch aber auch mehr regenerieren.“
Luke Tuckwells Präsenz macht den Unterschied
Auf der 12. Etappe nutzte Red Bull das geschrumpfte Kletteraufgebot maximal aus. Roglič’ einziger Helfer für die großen Anstrengungen, Luke Tuckwell, wurde in die Tagesgruppe geschickt und erwies sich als wertvoll, da er dem Slowenen in der schnellen Übergangsphase des Anstiegs helfen konnte.
So begrenzte der Slowene die Verluste, auch wenn Felix Galls Mühen um die Selektion dazu führten, dass ihm Helfer sowohl von vorn als auch von hinten wieder zur Seite standen.
„Ich bin in Etappe 8 gestürzt und die ersten 11 Tage waren hart für mich“, erklärte Tuckwell. „Meine Beine sind überhaupt nicht da, wo ich sie erhofft hatte, und das Knie hat mir sehr zugesetzt. Aber das Schlimmste scheint überstanden.“
„Wir wollten jemanden in der Gruppe haben, falls sie groß genug wird. Ich fühlte mich gut und wusste, dass ich so nützlich sein kann. Ich darf stolz sein, dass ich Primož im Finale noch helfen konnte.“