Ohne Pogacar der große WM-Favorit? Red-Bull-Star Remco Evenepoel schuftet mit 5.300 Höhenmetern in den Alpen

Radsport
Donnerstag, 03 September 2026 um 18:50
Remco Evenepoel
Im Jahr 2025 schien Remco Evenepoel nach einem Höhentrainingslager in Livigno spät in der Saison in der Form seines Lebens zu sein. Auch diesmal wiederholt der Olympiasieger das Erfolgsrezept – jedoch wohl ohne Tadej Pogacar als größtes Hindernis auf dem Weg zu seinen Zielen.
Evenepoel ist ein Fahrer mit enormem Talent und dem Gespür, seine Saisonziele gezielt vorzubereiten. 2025 bremsten ihn eine Verletzung und Wechsel-Stress vor der Tour de France aus, was fälschlich den Eindruck erweckte, ihm fehlten die Beine für einen Grand-Tour-Sieg.
Im Herbst kehrte der Belgier zu seiner Topform zurück, nutzte die Tour of Britain und das Höhencamp, um sich auf die Weltmeisterschaften zu schärfen. Im Zeitfahren triumphierte er und überholte in Kigali sinnbildlich Tadej Pogacar.
Auch den europäischen Zeitfahrtitel holte er dominant vor Filippo Ganna, obwohl sein Kalender nach den Weltmeisterschaften extrem eng getaktet war.
Auf der Straße war Evenepoel hinter Pogacar klar der „Beste vom Rest“: Bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und Il Lombardia belegte er jeweils Rang zwei. In allen drei Fällen distanzierte der Belgier die Konkurrenz auf dem Weg zu Silber, sein Gesamtniveau lag dabei nicht weit vom Träger des Regenbogentrikots entfernt.

Goldene Saison 2026 könnte noch mehr große Siege bringen

In diesem Jahr erreichte Evenepoel seine beste Form bei der Flandern-Rundfahrt, wo er aufs Podium fuhr. Im Sommer wirkte seine Vorbereitung auf die Tour de France nahezu ideal, da er in der zweiten Rennhälfte sein höchstes Level erreichte.
Er gewann eine Etappe am Plateau de Solaison, wurde Gesamtzweiter und zeigte das bisher stärkste Klettern seiner Karriere. Im Anschluss bestätigte er die Tour-Form mit einem vierten Sieg bei der Clàsica San Sebastián.

Hohe Intensität in großer Höhe

Seither trainiert Evenepoel in Livigno, in einem Höhencamp nach dem Vorbild von 2025, das ihn in Bestform gebracht hatte. Tadej Pogacar musste nach einem Sturz mit Gehirnerschütterung sowie Frakturen an Wirbel und Schlüsselbein die Vuelta a España verlassen. Ein Start bei den Herbstklassikern und Meisterschaften ist damit unwahrscheinlich.
Evenepoel könnte damit in die Rolle des Topfavoriten rücken, die er ohne den Slowenen schon im Vorjahr innegehabt hätte. Mindestens seit dem 15.08. ist Evenepoel im Hochgebirgs-Skiort präsent.
In den vergangenen Wochen absolvierte er äußerst intensive Einheiten im Hochgebirge, darunter mythische Anstiege. Seine Ausfahrt am Dienstag sorgte für Aufsehen: 5300 Höhenmeter auf nur 181 Kilometern. Evenepoel fuhr über den Passo del Mortirolo, den Passo di Gavia und den Mottolino.
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