„Eine gesunde Radsportlandschaft braucht eine starke zweite Profi-Ebene“: Team Flanders - Baloise bestätigt Aus, Fahrer kämpfen um Verträge für 2027

Radsport
Mittwoch, 05 August 2026 um 9:00
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Eine der wichtigsten Talentschmieden des belgischen Radsports verschwindet zum Ende der Saison 2026. Team Flanders - Baloise hat bestätigt, dass es nach dem Scheitern der Suche nach Ersatzfinanzierung den Betrieb einstellt. Die meisten Fahrer müssen sich neue Teams suchen – ein weiteres Warnsignal für die Zukunft der UCI-ProTeam-Ebene.

Ein historisches Projekt endet

Team Flanders-Baloise gab am Montag bekannt, nach der Saison 2026 den Betrieb einzustellen. Damit endet eine 33-jährige Geschichte, die Hunderten belgischer Profis den Weg geebnet hat.
Der Entscheidung ging die letztjährige Mitteilung voraus, dass die Flämische Regierung ihre langjährige strukturelle Unterstützung nach 2027 beendet. Trotz intensiver Bemühungen, private Investoren zu gewinnen, gelang es dem Team nicht, die nötige finanzielle Basis für eine Fortführung zu sichern.
In einer offiziellen Stellungnahme bestätigte das Team die Nachricht und äußerte seine Enttäuschung. „Es ist mit großem Bedauern, dass wir mitteilen müssen, dass Team Flanders-Baloise am Ende der Saison 2026 seine Aktivitäten als professionelles Radsportteam einstellen wird. Wirtschaftliche und finanzielle Realitäten haben leider das Ende dieses historischen Projekts erzwungen.“
Die Teamleitung erklärte, dass der Wegfall der staatlichen Unterstützung eine unüberbrückbare Haushaltslücke hinterlassen habe. Bei der Darlegung der Gründe für die Schließung betonte das Team, man habe alles unternommen, um das Projekt am Leben zu erhalten.
„Nachdem die Flämische Regierung Mitte letzten Jahres entschieden hat, ab 2027 als Hauptpartner auszusteigen, war es trotz intensiver Bemühungen nicht möglich, ausreichende finanzielle Mittel zu akquirieren, um das Team nachhaltig und auf hohem Niveau fortzuführen.“
Zugleich warnte das Team, das Problem reiche weit über Belgien hinaus. „Das Verschwinden von Team Flanders-Baloise zeigt, wie herausfordernd es heute geworden ist, ein UCI ProTeam nachhaltig zu finanzieren.“
Die belgische Mannschaft verwies auf die wachsende finanzielle Kluft zwischen WorldTour und zweiter Liga. „Gab es 2018 weltweit noch 27 aktive UCI ProTeams in der Männerkategorie, werden es 2026 nur noch 16 sein.“
Abschließend forderte das Team breitere Debatten über die Zukunft des Sports. „Ein gesundes Radsport-Ökosystem benötigt nicht nur starke UCI WorldTeams, sondern auch eine starke zweite Profiebene mit ausreichend UCI ProTeams.“
Tom Crabbe feiert auf dem Podium nach seinem Sieg auf der 4. Etappe der Vuelta a Andalucia 2026
Tom Crabbe celebrates on the podium after winning stage 4 of the 2026 Vuelta a Andalucia

Fünfzehn Fahrer weiterhin auf Teamsuche

Die Schließung stürzt einen großen Teil des aktuellen Aufgebots in eine ungewisse Zukunft. Während Jules Hesters Medienberichten zufolge zu Picnic PostNL wechselt und Tom Crabbe zu Pinarello-Q36.5 zieht, haben 15 Fahrer noch keinen Vertrag für 2027.
Unterdessen werden Tuur Dens, Noah Vandenbranden und Milan Van Den Haute weiterhin über das Bahnprogramm der Flämischen Regierung unterstützt. Victor Vercouillie hat bereits bestätigt, dass er noch auf Teamsuche ist.
Über mehr als drei Jahrzehnte – unter verschiedenen Namen, darunter Topsport Vlaanderen – entwickelte sich das Team zu einer der erfolgreichsten Nachwuchsstrukturen im belgischen Radsport. Sein Verschwinden fällt in eine Phase wachsender finanzieller Belastung in der zweiten Liga, in der auch Teams wie Equipo Kern Pharma und TotalEnergies vor unklaren Perspektiven stehen.
Der belgische Meister Rune Herregodts, selbst ein Produkt der Mannschaft, warnte jüngst vor den langfristigen Folgen des Wegfalls von Entwicklungsprojekten wie Flanders-Baloise. „Ohne solche Strukturen werden manche Fahrer mit dem Potenzial nie den Sprung ins Profilager schaffen.“
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