„Wir nannten es das Dijon-Projekt“ – Marlen Reusser erfüllt sich mit Gelb einen lang geplanten Traum

Radsport
Dienstag, 04 August 2026 um 19:00
Marlen Reusser im Gelben Trikot auf dem Podium
Marlen Reusser erlebte einen unvergesslichen Tag bei der Tour de France Femmes 2026. Die Schweizerin vom Movistar Team gewann Etappe 4, ein 21-Kilometer-Zeitfahren mit schnellem Finale, und streifte sich das Gelbe Trikot über – der Abschluss eines Plans, den das Team schon vor Rennbeginn geschmiedet hatte.

Ein entscheidender Sieg, der Reusser ins Gelbe Trikot bringt

Nach dem Absteigen gab Reusser zu, dass ihre Fahrt nicht fehlerfrei war, doch sie reichte, um alle Rivalinnen zu schlagen. „Ich bin super happy. Es war nicht perfekt, aber es hat gereicht. Ich bin gut gestartet, gut geklettert, hatte aber ein paar Probleme mit dem Rad und dem Wind. Im Recon war es anders und ich hatte es anders geplant, aber am Ende war es ein gutes Zeitfahren, ich bin super, super happy.“
Trotz der Zwischenfälle dosierte die Weltmeisterin im Zeitfahren ihre Kräfte und stoppte die Uhr bei 27:30 Minuten, vier Sekunden schneller als Lieke Nooijen. Eine Fahrt, die ihren Status als Topfavoritin in ihrer Paradedisziplin untermauerte, in der sie erneut ihre Klasse zeigte.
Über den Sieg hinaus erklärte Reusser, dass das Teamziel stets gewesen sei, mit Chancen auf Gelb in Dijon anzukommen. Der Plan hatte sogar einen Namen. „Es ist das erste Mal, dass ich eine Tour so angehe, von Beginn an als Teamleaderin, und es auch weiß. Ich wusste, wir starten in der Schweiz am Nationalfeiertag, ich wusste, Etappe vier ist ein Zeitfahren in Dijon, und wir sagten, es sei das Dijon-Projekt, mit der Senf-Assoziation und dem Gelb. Wir dachten, wir können das schaffen, und es hat funktioniert, ich bin sehr glücklich.“
Marlen Reusser beendet ihr siegreiches Zeitfahren
Marlen Reusser beendet ihr siegreiches Zeitfahren 

Bisher eine perfekte Tour de France Femmes für Reusser

Die Schweizerin räumte ein, dass diese Ausgabe der Tour eine andere Herausforderung in ihrer Karriere darstellt. Erstmals übernahm sie von Tag eins an die Rolle der eindeutigen Anführerin – eine Verantwortung, auf die sie und das Movistar Team monatelang akribisch hingearbeitet hatten.
Das sogenannte „Dijon-Projekt“ wurde schließlich Realität. Die Anspielung auf den berühmten Senf der Stadt und das Gelb des Leadertrikots bündelte eine Ambition, die vor dem Rennen kühn wirkte, die Reusser jedoch mit einer souveränen Fahrt gegen die Uhr greifbar machte.
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