„Sie sieht viel gesünder aus“ – FDJ - Suez begeistert von Demi Vollerings Auftritt im Tour-Zeitfahren

Radsport
Dienstag, 04 August 2026 um 20:00
Demi Vollering sitzt
Etappe 4 der Tour de France Femmes lieferte im einzigen Einzelzeitfahren des Rennens viel Action und deutliche Abstände. Über 21 Kilometer verlor Demi Vollering Zeit auf Marlen Reusser; sportlich war sie jedoch die große Gewinnerin des Tages, nachdem sie erfuhr, dass sie fast zwei Minuten auf Pauline Ferrand-Prévot gutgemacht hatte.

Dritter Platz für Vollering im Schlüssel-Zeitfahren 

Die Niederländerin ist eine komplette Fahrerin und untermauerte an den ersten Renntagen ihre Form mit mehreren Attacken im Hügelland. Zwar brachten diese keinen Zeitgewinn, doch ins entscheidende Zeitfahren ging die FDJ - Suez-Fahrerin mit Selbstvertrauen, und das zeigte sich deutlich auf der Strecke.
„So betrachtet bin ich sehr zufrieden. Beim Giro sind wir auch ein gutes Zeitfahren gefahren, aber damals waren wir in einer ganz anderen Situation“, sagte Sportdirektor Lars Boom nach der Etappe gegenüber der NOS. Die Berge stehen noch aus, und Vollering ist auf Rang zwei der Gesamtwertung vorgerückt.
Sie verlor am Tag 17 Sekunden auf Marlen Reusser, fuhr aber zu einem starken dritten Platz, der ihr nicht nur einen soliden Puffer gegenüber der großen Mehrheit ihrer Rivalinnen einbrachte – sodass sie sich auf Reusser konzentrieren kann –, sondern auch 1:55 Minuten auf Pauline Ferrand-Prévot. Die beiden Konkurrentinnen erlebten sehr unterschiedliche Fahrten, das Glück lag auf Seiten der Giro-Donne-Siegerin.
„Jetzt sind wir in einer anderen Position. Ich bin enorm stolz darauf, wie Demi gefahren ist: von Beginn an bissig, hohes Tempo, und sie hat gut zugehört. Das ist sehr schön.“
Demi Vollering sitzt
Demi Vollering nach ihrem Einsatz im Zeitfahren der Tour de France Femmes 

Vollering in Reichweite des Gelben Trikots 

Es war zwar kein Sieg, fühlte sich nach der Leistung der 29-Jährigen aber wie einer an. Sie ist nun Gesamtzweite, dieselbe Position wie in den vergangenen beiden Jahren; doch das Gelbe Trikot ist in Reichweite – getragen von einer Fahrerin, die sie beim Giro Donne klar distanziert hatte.
Die Ausgangslage ist nicht identisch, und die Movistar-Fahrerin ist in starker Form. Doch der mythische Mont Ventoux lässt niemanden sich verstecken und begünstigt leichtere Kletterinnen – ein Terrain, auf dem Reusser ins Straucheln geraten könnte.
„Es war ein unglaublich schnelles Zeitfahren, und man sieht, dass man genau dann volle Leistung abrufen muss, wenn es zählt. Wir wissen, dass Demi das kann — und das sieht man natürlich auch bei Marlen. Bei Pauline liegt der Fokus vielleicht etwas stärker auf dem Hochgebirge, deshalb entstehen diese Unterschiede.“
Im Gesamtklassement liegt Vollering 14 Sekunden hinter Reusser und 1:59 Minuten vor Ferrand-Prévot vor der ersten potenziell entscheidenden Hügeletappe des Rennens. Boom schloss seine Ausführungen mit einer Portion Zuversicht nach dem Sprung des französischen Teams in der Rangliste.
„Ich glaube, wir sind in einer sehr guten Position. Ich sehe wirklich eine ganz andere Demi als im vergangenen Jahr. Sie wirkt viel gesünder und hat einen riesigen Antrieb zu racen. Alles sieht gut aus und wir freuen uns sehr darauf, morgen in die Berge zu fahren“, resümierte er.
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