„Du musst deinen Träumen nachjagen, egal wie hart und schwierig es ist“ – Demi Vollering sichert sich mit einer dominanten Solofahrt den lang ersehnten Sieg bei der Flandern-Rundfahrt

Radsport
Sonntag, 05 April 2026 um 19:30
Demi Vollering
Demi Vollering setzte bei der Flandern-Rundfahrt der Frauen 2026 das entscheidende Ausrufezeichen: Sie sprengte das Feld am Oude Kwaremont und fuhr solo nach Oudenaarde, um das Monument zu gewinnen, das ihrer Palmares bislang fehlte.
In einem Rennen, das sich langsam aufbaute und auf der Schlusssequenz der Anstiege explodierte, erwies sich die Niederländerin im entscheidenden Moment als stärkste Fahrerin und wandelte eine perfekt getimte Attacke in einen souverän kontrollierten Soloerfolg um.

„Ich wusste, der Kwaremont liegt mir am besten“

Die siegbringende Attacke kam am Oude Kwaremont, wo Vollering gleich zu Beginn voll durchzog und sofort Lücken riss. „Es lief anders als erwartet, aber am Ende fügt sich alles zusammen“, sagte sie anschließend. „Ich bin so stolz auf alle und wirklich sehr dankbar. Ich wusste, der Kwaremont liegt mir am besten. Im ersten Abschnitt bin ich all in gegangen. Ich wollte so hart wie möglich bis ins Ziel fahren.“
Diese Beschleunigung war der Schlüssel. Auf dem Pflaster wurden die Gegnerinnen nacheinander distanziert, Pauline Ferrand-Prevot hielt am längsten mit, verlor dann aber den Kontakt, während Puck Pieterse dahinter zur Verfolgung gezwungen war. Von da an ging es nicht mehr um Selektion, sondern um Absicherung.

Ein Solo aus Kontrolle und Timing

Einmal frei, baute Vollering ihren Vorsprung über den Paterberg und auf dem Weg nach Oudenaarde aus. Sie fuhr kontrolliert statt hektisch, während sich die Abstände dahinter einpendelten.
Die Verfolgung fand nie wirklich zusammen. Pieterse und Ferrand-Prevot waren die nächsten Verfolgerinnen, konnten den Rückstand aber nicht verkleinern, während die Gruppe dahinter um Lotte Kopecky nur noch um die Nebenränge kämpfte. Mit jedem Kilometer wuchs Vollerings Vorsprung und verwandelte eine starke Attacke in einen dominanten Sieg.

Späte Gewissheit in Oudenaarde

Trotz des klaren Abstands setzte die Tragweite des Moments erst spät ein. „Erst in den letzten zwei Kilometern habe ich es realisiert“, sagte sie. „Am Ende spielt sich alles im Kopf ab. Es beginnt mit einem Traum. Du musst deinen Träumen nachjagen, egal wie hart und schwierig es ist.“
Diese späte Erkenntnis unterstreicht sowohl die nötige Fokussierung für einen Sieg dieser Größenordnung als auch die Bedeutung des Resultats selbst.
Nach einem Auftritt, der auf Geduld, Positionierung und einer entscheidenden Attacke am Kwaremont beruhte, überquerte Vollering allein die Linie in Oudenaarde und fügte ihrer Erfolgsliste endlich die Flandern-Rundfahrt hinzu.
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