Mehr Konkurrenz für Juan Ayuso bei Lidl–Trek? Team wirbelt den Transfermarkt mit potenziellen Top-Zugängen auf

Radsport
Freitag, 05 Juni 2026 um 18:00
Juan Ayuso
Lidl–Trek rüttelt mit Scheckbuch‑Ambitionen am Markt. Das US‑Team blickt bereits auf die nächste Saison und stärkt sowohl Männer‑ als auch Frauensektion. Beide verfügen über tiefe, konkurrenzfähige Kader, doch die jüngsten Schritte deuten auf einen qualitativen Sprung im sportlichen Projekt hin.
Ein radikaler Umbruch steht beim Team des Spaniers Juan Ayuso bevor, das eine tiefgreifende interne Neuaufstellung nach der nächsten Tour de France angekündigt hat. Das Top‑Management bestätigte, dass es sich um eine seit Langem geplante Erneuerung handelt, die einen neuen Kurs in Richtung sportlichen und strukturellen Wachstums vorgibt.
Mit 23 Jahren bestreitet der Katalane seine erste Tour de France als Kapitän, wenn auch nicht als einziger: Bei der Grande Boucle teilt er sich die Führungsrolle mit dem Dänen Mattias Skjelmose. Und als wäre das nicht genug, wird es 2027 für Ayuso bei Lidl–Trek noch enger.
Seit dieser Saison unter deutscher UCI‑Lizenz unterwegs, bereitet das Team eine Transformation vor, um das Niveau der größten Rivalen wie Visma, UAE oder Red Bull zu erreichen. Man weiß genau, was es braucht, um in Eintagesklassikern, Etappenrennen und Grand Tours mitzuhalten.

Guercilenas Abschied

Einer der großen Paukenschläge ist der Abgang von Luca Guercilena, der nach sechzehn Jahren an der Spitze seinen Posten räumt und damit eine Ära als Schlüsselfigur der Teamentwicklung beschließt. Der italienische Manager prägte den Aufbau der Struktur seit den frühen Leopard‑Trek‑Tagen und durch alle Entwicklungsstufen hin zu einem der respektiertesten Teams im WorldTour‑Peloton.
Der Übergang endet dort nicht. Ab dem 01.08. führt das Team eine neue Führungsstruktur ein, um die sportlichen Ambitionen zu untermauern. Andy Schleck wird als CEO eingesetzt, eine historische Figur aus den Team‑Ursprüngen und Tour‑de‑France‑Sieger 2010. Seine Rückkehr steht für Kontinuität in einem Projekt, das Erfahrung und Ehrgeiz in Balance bringen will.
Juan Ayuso, spanischer Fahrer
Juan Ayuso, ein Star von Lidl–Trek.

Niermann verlässt Visma nach 15 Jahren

Parallel dazu übernimmt im Sportbereich Grischa Niermann das Ruder. Er kommt von Visma, wo er maßgeblich an mehreren Grand‑Tour‑Siegen beteiligt war. Der ehemalige deutsche Profi wird Lidls übergreifender Sportdirektor und verantwortet Performance, Rennplanung und Teamstrategie.
Dazu stoßen ausgewiesene Spezialisten: Dan Lorang für Performance, Martijn Redegeld für Ernährung und York Peter Klöppel für Mindset. Sie stärken einen ganzheitlichen Ansatz, der auf Wissenschaft, Daten und Athletenoptimierung basiert. Diese strategische Neuordnung zementiert die langfristige Vision von Lidl–Trek, im Profiradsport das Tempo vorzugeben, mit besonderem Fokus auf die Grand Tours.
Das Ziel ist klar: eine Struktur aufbauen, die über die gesamte Saison hinweg das höchste Wettbewerbsniveau trägt und in allen Bereichen des internationalen Kalenders auf Siege ausgerichtet ist – als Rückgrat eines Projekts, das in eine neue Ära von Ambition und Professionalität eintritt.
Zugleich strebt die Organisation nach interner Stabilität, auch wenn in den kommenden Monaten weitere Anpassungen am Kader und im Betreuerstab zu erwarten sind – Teil der natürlichen Evolution des Teams. All das unterstreicht ein ambitioniertes, modernes und hoch konkurrenzfähiges WorldTour‑Projekt.
Jordi Meeus, Red Bulls Sprintkapitän
Meeus auf Lidl–Treks Radar für 2027

Große Namen: Meeus und Gall

Neue Verpflichtungen und Personalwechsel spiegeln eine offensive Strategie im Rahmen des sogenannten „Project Yellow“ wider, das in diesem Jahr mit dem kühnen Ziel vorgestellt wurde, die Tour de France zu gewinnen. Auf dem Markt kursieren Summen von rund 1,5–1,7 Mio. Euro für Red‑Bull‑Sprinter Jordi Meeus, dazu ein deutliches Gehaltsplus für Felix Gall nach seinem herausragenden Giro d’Italia mit Decathlon.
Zuletzt häuften sich Berichte über ernsthaftes Interesse am belgischen Sprinter. Nach einer schwierigen Saison scheint das Team fest entschlossen, sein Niveau für das kommende Jahr zu heben. Zugänge vom Kaliber Meeus und Gall wären dafür ein großer Schritt.
All das stützt die These, dass Lidl–Trek zu einer WorldTour‑Großmacht aufsteigen will – mit der Grande Boucle als Top‑Priorität bei Männern und Frauen. Wachstum dürfte allerdings interne Folgen haben, mit möglichen Abgängen von Fahrern und anhaltender Fluktuation im technischen Stab in den kommenden Monaten.
Das Projekt will eine Struktur festigen, die über die gesamte Saison auf höchstem Niveau konkurriert und in Grand Tours konstant Ergebnisse liefert – ein Anspruch, der seine Rolle im internationalen Peloton neu definiert. Getragen von Investitionen, Planung und einer langfristigen Vision in beiden Teams.
Felix Gall, österreichischer Decathlon-Star
Nach einem Giro d’Italia auf Top‑Niveau weckt Gall das Interesse von Lidl–Trek

Mehr Konkurrenz für Juan Ayuso

Ciro Scognamiglio, der bekannte Transferexperte der La Gazzetta dello Sport, geht weiter und behauptet, Lidl–Trek habe Interesse, den 28‑jährigen Österreicher als Gesamtklassementsführer zu verpflichten. Das Team holte im vergangenen Winter bereits zwei GC‑Fahrer mit Juan Ayuso und Derek Gee, möchte Gall aber dennoch in diese Gruppe integrieren.
Allerdings wäre der Kampf um mehrere Ziele mit Giulio Ciccone und Mattias Skjelmose in der Struktur hochintensiv. Der Italiener und der Däne bleiben Schlüsselfiguren, doch ihre Ambitionen könnten zunehmend durch die wachsende interne Konkurrenz des Kaders eingehegt werden.

Gall will einen Ex‑Movistar‑Fahrer mitbringen

Am Montagabend brachte die belgische Tageszeitung HLN neue Dynamik in die Transfersaga. Demnach habe sich Felix Gall bereits für Lidl–Trek entschieden. Sein Landsmann Gregor Mühlberger bei Decathlon, der ebenfalls einen starken Giro fuhr, werde voraussichtlich ebenfalls zum deutsch‑amerikanischen Team wechseln.
Damit stellt sich umso drängender die Frage: Was bedeutet das für Mattias Skjelmose und Giulio Ciccone? Beide Fahrer besitzen langfristige Verträge mit hohen Bezügen, gleichwohl könnte es Spielraum für einen Ausstieg geben. Lidl–Trek ist zuletzt von mehrheitlich US‑amerikanischem Besitz zu einer deutsch geführten Struktur übergegangen, der nächste Schritt umfasst die Verlagerung des Firmensitzes und neue Sponsorenverträge.
Das könnte die Auflösung oder Freigabe bei Ciccone, Skjelmose und anderen unzufriedenen Fahrern erleichtern, wenngleich jede endgültige Entscheidung weiterhin der UCI‑Genehmigung bedarf.

Lidl–Trek‑Transfers für 2027

FahrerTeamNationalität
Jordi Meeus Red Bull Belgier
Felix Gall Decathlon Österreich
Gregor Mühlberger Decathlon Österreich
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