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Vuelta a Espana 2026 startet mit einem derart klaren Favoriten, dass es schwerfällt, überhaupt einen Fahrer zu finden, der ihn ernsthaft herausfordern könnte.
Tadej Pogacar geht als herausragender Anwärter auf den Gesamtsieg in die letzte Grand Tour der Saison und jagt dabei ein historisches Ziel: Der Slowene will seine persönliche Grand-Tour-Trilogie komplettieren.
Nur die Vuelta fehlt Pogacar noch, nachdem er bereits fünfmal die Tour de France sowie 2024 den Giro d'Italia gewonnen hat. Als bislang letzter Fahrer schaffte Jonas Vingegaard dieses Kunststück. Der Dane komplettierte seine Sammlung in diesem Jahr mit dem Gesamtsieg beim Giro d'Italia 2026.
Sieben Jahre nach seinem Vuelta-Debüt kehrt Pogacar als Topfavorit zurück
Pogacar hat die Vuelta a Espana bislang nur ein einziges Mal bestritten. 2019, noch bevor er zum dominierenden Fahrer des modernen Pelotons aufstieg, beendete er die spanische Grand Tour auf dem dritten Gesamtrang. Sieben Jahre später kehrt er nun als haushoher Favorit zurück.
Tadej Pogacar geht als haushoher Favorit in die Vuelta a Espana 2026 – doch fünf Herausforderer lauern auf jeden Fehler des Slowenen.
Doch eine Grand Tour dauert drei Wochen – und in dieser Zeit kann viel passieren. Ein Sturz, eine Erkrankung, ein Defekt oder schlicht ein schlechter Tag können die Gesamtwertung auf den Kopf stellen. Sollte Pogacar sein normales Leistungsniveau erreichen, scheint derzeit niemand in der Lage zu sein, ihn aus eigener Kraft zu schlagen. Doch es gibt fünf Fahrer, die einen Rückschlag des Slowenen nutzen und nach dem Roten Trikot greifen könnten.
Zum erweiterten Kreis gehören einige der besten Kletterer des Pelotons, darunter
Felix Gall, Oscar Onley,
Mattias Skjelmose,
Primoz Roglic, Enric Mas, Cian Uijtdebroeks, Richard Carapaz, Matthew Riccitello, Leo Bisiaux, Harold Tejada, Santiago Buitrago, Mikel Landa und Valentin Paret-Peintre. Fünf Namen stechen jedoch besonders hervor.
1. Felix Gall
Felix Gall scheint Pogacar derzeit am nächsten zu kommen. Der Osterreicher reist als Gesamtsieger der Vuelta a Burgos zur Vuelta a Espana. Dort setzte er sich unter anderem gegen Oscar Onley und weitere Fahrer durch, die ebenfalls bei der letzten Grand Tour des Jahres antreten werden. Der Erfolg bestätigt, in welch herausragender Verfassung Gall nach Spanien kommt.
Felix Gall reist nach seinem Gesamtsieg bei der Vuelta a Burgos und Platz zwei beim Giro d'Italia als einer der gefährlichsten Pogacar-Herausforderer zur Vuelta a Espana.
Zudem weiß Gall bereits, was es bedeutet, 2026 bei einer Grand Tour um den Gesamtsieg zu kämpfen. Beim Giro d'Italia wurde er Zweiter hinter Jonas Vingegaard und bewies damit, dass er über drei Wochen hinweg ein extrem hohes Leistungsniveau halten kann.
Sollte Pogacar Probleme bekommen, dürfte Gall einer der Fahrer sein, die am besten positioniert sind, um davon zu profitieren. Und der Osterreicher steht in den Bergen nicht allein da: Matthew Riccitello und Leo Bisiaux sollen ihn unterstützen, was auf den härtesten Etappen der Rundfahrt zu einem entscheidenden Faktor werden könnte.
2. Oscar Onley
Auf Rang zwei folgt Oscar Onley, der nach Spanien reist, nachdem er den durch sein verpasstes Tour-de-France-Debüt entstandenen Rückschlag eindrucksvoll verarbeitet hat.
Der Brite war bei der Tour Auvergne-Rhone-Alpes schwer gestürzt und musste daraufhin auf die Grande Boucle verzichten. Sein anschließendes Comeback verlief jedoch bemerkenswert stark.
Bei der Vuelta a Burgos belegte Onley den zweiten Gesamtrang und fehlten ihm am Ende lediglich fünf Sekunden auf Gall. Vor allem bergauf zeigte er erneut, dass er die Beine besitzt, um sich mit Fahrern der absoluten Spitzenklasse zu messen.
Gleichzeitig verfügt Onley noch über erhebliches Entwicklungspotenzial. Nach der verpassten Tour dürfte er zudem mit besonders großer Motivation in die Vuelta gehen.
Pogacar bewegt sich weiterhin auf einem deutlich höheren Niveau. Sollte sich das Rennen aus irgendeinem Grund jedoch öffnen, gehört Onley zu den jungen Fahrern, die am ehesten in der Lage sein könnten, die sich bietende Gelegenheit zu nutzen.
3. Mattias Skjelmose
Mattias Skjelmose gehört zu den wenigen Fahrern, die von sich behaupten können, Pogacar in einem großen Klassiker geschlagen zu haben, als sich der Slowene in Topform befand.
Gelungen ist ihm das beim Amstel Gold Race 2025. Skjelmose setzte sich dort in einem kleinen Sprint durch, an dem neben Pogacar auch Remco Evenepoel beteiligt war.
Nun reist der Dane als Kapitän von Lidl-Trek zur Vuelta, nachdem er bereits eine herausragende Tour de France gefahren ist. Skjelmose beendete die Grande Boucle auf dem sechsten Gesamtrang. Vor allem dank einer starken letzten Woche machte er mehrere Positionen gut und zog sogar noch an seinem Teamkollegen Juan Ayuso vorbei, der ursprünglich als Kapitän in die Rundfahrt gestartet war.
Dieses Leistungsniveau gibt Skjelmose allen Grund, mit großem Selbstvertrauen in die Vuelta zu gehen.
Darüber hinaus weiß der Dane, wie es sich anfühlt, gegen Pogacar zu fahren – und hat bereits bewiesen, dass er ihn zumindest an einem einzelnen Tag schlagen kann. Den Slowenen über drei Wochen zu bezwingen, ist eine völlig andere Aufgabe. Sollte Pogacar jedoch Schwächen zeigen, bringt Skjelmose die Qualitäten mit, um zu einem ernsthaften Kandidaten auf das Rote Trikot zu werden.
4. Primoz Roglic
Rang vier in diesem Ranking geht an Primoz Roglic – allerdings mit einer entscheidenden Einschränkung: Seine Teilnahme an der Vuelta a Espana 2026 ist noch nicht bestätigt. Sollte er tatsächlich am Start stehen, wäre es jedoch kaum vorstellbar, ihn nicht zum engsten Kreis der Herausforderer zu zählen.
Primoz Roglic weiß, wie man die Vuelta a Espana gewinnt: Mit vier Gesamtsiegen ist der Slowene gemeinsam mit Roberto Heras Rekordhalter der spanischen Grand Tour.
Zwar scheint der Slowene nicht mehr ganz das Niveau seiner besten Jahre zu erreichen. Doch es gibt wohl kein Rennen, das Roglic besser kennt als die Vuelta.
Gemeinsam mit Roberto Heras hält Roglic mit vier Gesamtsiegen den Rekord bei der spanischen Grand Tour. Seine Erfahrung bei diesem Rennen ist außergewöhnlich. Er weiß genau, wie er seine Kräfte über drei Wochen einteilen, mit Zeitbonifikationen umgehen, die Bergetappen bestreiten und die entscheidenden Drucksituationen meistern muss. Zudem ist er Pogacars Landsmann und kennt dessen Fähigkeiten bestens.
Sollte Roglic tatsächlich starten, gehört er zu jenen Fahrern, die der Kapitän von UAE Team Emirates XRG besonders aufmerksam beobachten muss. Solange die Beine mitspielen, darf Roglic bei der Vuelta a Espana niemals abgeschrieben werden.
5. Richard Carapaz
Der letzte Platz in den Top fünf geht an Richard Carapaz, auch wenn der Ecuadorianer bereits deutlich gemacht hat, dass die Gesamtwertung nicht sein primäres Ziel ist. Ausschließen sollte man ihn deshalb jedoch keineswegs.
Carapaz kommt mit einem achten Gesamtrang bei der Tour de France zur Vuelta. In Frankreich war er mit einer klaren Strategie auf Etappenjagd gegangen – und dieser Plan ging auf: Der Ecuadorianer gewann zwei Etappen der Grande Boucle.
Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass die Konkurrenz im Kampf um die Gesamtwertung bei der Vuelta zumindest auf dem Papier schwächer sein dürfte als bei der Tour. Erwischt Carapaz einige starke Tage und entscheidet sich während des Rennens für einen Strategiewechsel, könnte er sich deshalb doch noch voll in den Kampf um die Gesamtwertung einschalten.
Hinzu kommt eine Eigenschaft, die nur wenige Fahrer in dieser Ausprägung besitzen: Carapaz hat den Mut anzugreifen, selbst wenn die Situation nahezu aussichtslos erscheint.
Enric Mas und Cian Uijtdebroeks scheinen derzeit nicht genügend Argumente mitzubringen, um Pogacar unter normalen Bedingungen ernsthaft in Schwierigkeiten zu bringen. Deshalb ist Movistar Team in diesem Ranking nicht vertreten. Carapaz hingegen kann es zumindest versuchen. Die „Lokomotive von Carchi“ hat bereits bewiesen, dass sie nicht als Topfavorit in ein Rennen starten muss, um am Ende zu dessen großen Protagonisten zu gehören.
Pogacar’s größte Rivalen
| Position | Fahrer | Team | Hauptargument |
| 1 | Felix Gall | Decathlon CMA CGM | 2. beim Giro und Sieger in Burgos |
| 2 | Oscar Onley | Netcompany INEOS | 2. in Burgos und in starker Form |
| 3 | Mattias Skjelmose | Lidl-Trek | 6. bei der Tour und bezwang Pogacar beim Amstel 2025 |
| 4 | Primoz Roglic | Red Bull - BORA - hansgrohe | Vierfacher La-Vuelta-Sieger |
| 5 | Richard Carapaz | EF Education-EasyPost | 8. bei der Tour und zwei Etappensiege |
Gegen Pogacar brauchen selbst die stärksten Rivalen Hilfe
Natürlich muss dieses Ranking unter einer ganz bestimmten Voraussetzung betrachtet werden. Derzeit gibt es keinen Fahrer, dem zuzutrauen wäre, einen Pogacar in Topform über drei Wochen aus eigener Kraft zu schlagen.
Die fünf genannten Fahrer stehen deshalb auf dieser Liste, weil sie von einem anderen Rennverlauf profitieren könnten: einem schlechten Tag des Favoriten, einem Sturz, einer Erkrankung, einem Defekt oder im Extremfall sogar einer Aufgabe Pogacars.
Erreicht Pogacar 100 Prozent seines Leistungsvermögens, erscheint ein Sieg gegen ihn nahezu unmöglich. Wahrscheinlich wäre er selbst bei 70 bis 80 Prozent seiner Bestform noch der Fahrer, den es bei dieser Vuelta zu schlagen gilt.
Genau darin liegt die Dimension der Aufgabe, vor der seine Konkurrenten bei der Vuelta a Espana 2026 stehen. Sie müssen nicht nur beweisen, dass sie grundsätzlich eine Grand Tour gewinnen können. Sie müssen gleichzeitig bereit sein, jeden noch so kleinen Riss zu nutzen, den der beste Radsportler der Welt ihnen möglicherweise offenlässt.