Juan Ayuso hat seinen Fahrplan für den Schlussspurt der Saison 2026 festgelegt. Der 23-Jährige aus Javea wird nicht bei der Vuelta a Espana antreten und hält damit an dem Programm fest, das bereits zu Jahresbeginn geplant worden war. Seine Rückkehr ins Renngeschehen ist für September vorgesehen, wie die
AS bestätigt.
Den Auftakt in den letzten Saisonblock bilden die kanadischen Klassiker. Ayuso kehrt damit erst einige Wochen nach der Tour de France zurück, die er auf dem siebten Gesamtrang beendete. Ein Ergebnis, das hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückblieb, vom Spanier selbst jedoch als wichtiger Bestandteil seines Lernprozesses betrachtet wird.
Vuelta a Espana spielte für Juan Ayusos Karriere eine besondere Rolle
Ayuso verbindet eine besondere Geschichte mit der Vuelta. Bei der spanischen Landesrundfahrt gelang ihm der endgültige Durchbruch in die Weltspitze: 2022 fuhr er im Alter von gerade einmal 19 Jahren auf den dritten Gesamtrang. Ein Jahr später mischte er erneut ganz vorne mit und wurde Vierter – bei jener Ausgabe, die vom damaligen Jumbo-Visma-Trio Sepp Kuss, Jonas Vingegaard und Primoz Roglic dominiert wurde.
Juan Ayuso verzichtet 2026 auf die Vuelta a Espana und richtet seinen Fokus nach Platz sieben bei der Tour de France auf die Klassiker, die WM und die EM.
2024 verzichtete Ayuso auf einen Start, 2025 bestritt er bei der Vuelta sein letztes Rennen für UAE Team Emirates. Seine Rolle unterschied sich damals von der bei seinen vorherigen Teilnahmen, dennoch verließ er die Rundfahrt mit zwei Etappensiegen. Eine erneute Rückkehr zur Vuelta war für dieses Jahr von Beginn an nicht vorgesehen – und sofern nichts Unvorhergesehenes geschieht, wird sich daran auch kurzfristig nichts ändern.
Der große Fixpunkt in Ayusos Saison 2026 war stattdessen die Tour de France. Dort feierte der Spanier sein Debüt für
Lidl-Trek und damit zugleich den ersten Grand-Tour-Auftritt im Rahmen eines langfristig angelegten Projekts. Sein Vertrag mit der Mannschaft läuft bis 2030.
Der Weg zur Tour verlief allerdings keineswegs reibungslos. Bei Paris-Nizza stürzte Ayuso im Gelben Trikot, später zwang ihn ein Virus bei der Baskenland-Rundfahrt zur Aufgabe. Dennoch erreichte er die Grande Boucle in einer Verfassung, die es ihm ermöglichte, im Kampf um die vorderen Plätze mitzumischen. Über weite Strecken der Rundfahrt gehörte er zu den Kandidaten auf eine Spitzenplatzierung.
Rückkehr bei den kanadischen Klassikern
Am Ende der drei Tour-Wochen stand für Ayuso der siebte Gesamtrang. Das entsprach zwar nicht den Erwartungen, mit denen er in die Rundfahrt gegangen war, doch der Spanier hob vor allem die wertvollen Erfahrungen hervor, die er über drei Rennwochen sammeln konnte.
Vor September wird Ayuso kein Rennen mehr bestreiten. Sein Comeback ist bei den kanadischen Klassikern vorgesehen: Am 11. September 2026 steht zunächst der GP de Quebec auf dem Programm, zwei Tage später folgt am 13. September der GP de Montreal. Es sind seine ersten beiden Rennen im abschließenden Saisonblock.
Anschließend soll Ayuso den Großteil des Monats in Kanada verbringen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Auch die Weltmeisterschaften werden dort ausgetragen und bilden einen der wichtigsten Fixpunkte seines Programms für das Saisonfinale 2026.
Dabei soll Ayuso zu den tragenden Säulen der spanischen Nationalmannschaft unter Alejandro Valverde gehören. Sowohl bei den Weltmeisterschaften als auch anschließend bei den Europameisterschaften ist für ihn eine wichtige Rolle vorgesehen. Seine Vielseitigkeit und seine Qualitäten auf anspruchsvollen Strecken machen ihn zu einer zentralen Figur im spanischen Aufgebot.
Il Lombardia wird für Ayuso zur Monument-Premiere
Nach den Weltmeisterschaften führt Ayusos Rennkalender im Oktober zu den Europameisterschaften nach Slowenien, die für die erste Woche des Monats angesetzt sind. Nur wenige Tage später wartet am 10. Oktober mit Il Lombardia das letzte große Ziel seiner Saison.
Der italienische Herbstklassiker besitzt für Ayuso eine zusätzliche Bedeutung. Obwohl der Spanier inzwischen seit mehreren Jahren auf höchstem Niveau fährt und sich längst in der Weltspitze etabliert hat, wird Il Lombardia sein erstes Monument seit seinem Wechsel ins Profilager sein.
Damit wartet auf Ayuso ein anspruchsvolles und hochkarätiges Saisonfinale. Die kanadischen Klassiker markieren seine Rückkehr ins Renngeschehen, anschließend vertritt er Spanien bei den Welt- und Europameisterschaften, bevor er sein Jahr bei einem der prestigeträchtigsten Eintagesrennen des Radsportkalenders beendet.
Mit gerade einmal 23 Jahren und einem Vertrag bei Lidl-Trek bis 2030 kann Ayuso die letzten Monate des Jahres ohne Zeitdruck angehen. Sein neues Team betrachtet seine Entwicklung als langfristigen Prozess. Die Tour de France hat ihm wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse geliefert, auf denen er aufbauen kann. Nun wartet ein neuer Block großer Ziele, ehe sich der Blick auf die Saison 2027 richtet – und auf den nächsten Schritt, den Ayuso dann bei den Grand Tours machen will.