Jonas Vingegaards Saison 2026 ist bislang von Kontrolle und Autorität geprägt, doch laut
Jens Voigt könnte der entscheidende Teil seiner Kampagne noch bevorstehen.
Nach Gesamtsiegen bei Paris–Nizza und der
Katalonien-Rundfahrt, wo er zwei Etappen gewann und das Rennen mit einem entschlossenen Bergangriff entschied, hat sich der Leader von
Team Visma | Lease a Bike als dominanter Grand-Tour-Anwärter der frühen Saison positioniert.
„Der Giro d’Italia ist ein luxuriöses Trainingslager für Jonas“,
sagte Voigt im Gespräch mit Eurosport. „Er wird ihn noch stärker machen.“
Der Däne hat seinen üblichen Aufbau verändert und den Giro d’Italia in ein Programm aufgenommen, das bereits von souveränen Gesamtsiegen in Paris–Nizza und Katalonien geprägt ist. Statt bis Juli zu warten, hat Vingegaard sein Niveau schon in zwei großen einwöchigen Rundfahrten gezeigt.
Dominanz in Katalonien setzt den Ton für die Ambitionen 2026
Katalonien lieferte den klarsten Beleg. Vingegaard musste die Woche nicht hinterherjagen. Er wählte seinen Moment am entscheidenden Bergankunft, fuhr dem Feld davon und übernahm das Leadertrikot, gefolgt von einem weiteren Etappensieg tags darauf, der die Spannung im Gesamtklassement nahm.
Zuvor hatte er bereits Paris–Nizza kontrolliert. Zusammengenommen machen die beiden Erfolge ihn zum klaren Grand-Tour-Fahrer der frühen Saison. „Er ist in überragender Form, hat Paris–Nizza und die Volta a Catalunya überzeugend gewonnen“, ergänzte Voigt.
Jonas Vingegaard gewann zwei Etappen und die Gesamtwertung bei der Katalonien-Rundfahrt 2026
Giro-Tour-Plan steht für klaren Strategiewechsel
Vingegaards Entschluss, sowohl den Giro d’Italia als auch die
Tour de France anzupeilen, markiert eine deutliche Abkehr von den Vorjahren, in denen sein gesamtes Jahr auf den Peak im Juli ausgerichtet war.
„Ich verstehe, warum er seine Pläne dieses Jahr geändert hat und bei der italienischen Grand Tour am Start steht“, sagte Voigt. „Er will bei der Tour de France ganz oben stehen und nicht wieder ‚nur‘ Zweiter werden.“
Für Vingegaard fügt sich der Giro nun in eine Saison, die bereits von Kontrolle, Kletterstärke und aufeinanderfolgenden Gesamterfolgen geprägt ist. Der Weg zur Tour ist dieses Jahr ein anderer, doch die bisherigen Resultate verstärken nur den Eindruck, dass er dort aus einer Position der Stärke ankommt.
„Er hat ein anspruchsvolles Programm vor sich, weil er den Giro d’Italia gewinnen will“, führte Voigt fort. „Er ist so konstant, dass er sowohl beim Giro als auch bei der Tour ganz vorne landen kann.“
Gezielter Aufbau in Richtung Juli
Paris–Nizza und Katalonien haben bereits gezeigt, in welcher Verfassung Vingegaard ist. Er musste nicht mit offenem Visier fahren, um zu dominieren. Er war einfach stärker, wenn die Straße anstieg, und entschlossener in den Schlüsselmomenten.
Mit dem Giro d’Italia als nächstem Härtetest bleibt das übergeordnete Ziel unverändert. Alles in Vingegaards Saison 2026 weist nun auf den Juli, wo es nicht mehr ums Mitfahren geht, sondern um die Rückkehr auf die höchste Stufe des Tour-de-France-Podiums.
Das ist genau die Justierung, die nötig war.