„Der Ehrgeiz, der Beste zu werden“ – Neues Rad soll einen neuen, aerodynamischeren Jonathan Milan zeigen

Radsport
durch Nic Gayer
Montag, 05 Januar 2026 um 17:00
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Jonathan Milan zählt bereits zu den stärksten und schnellsten Sprintern im Peloton. Doch bei Lidl-Trek will er seine Entwicklung nicht einfach fortschreiben. In die Saison 2026 soll ein anderer Milan starten - mit einer grundlegend veränderten Position auf dem Rad, die ihm im Sprint den entscheidenden Vorteil verschaffen und seinen Erfolg weiter ausbauen soll.
Im Frühjahr kehrt der Italiener zum Giro d’Italia zurück. Im vergangenen Jahr gewann er das Gruene Trikot der Tour de France und zwei Etappen. „Beides hängt zusammen, aber der Giro wird mir viele Möglichkeiten bieten, angefangen mit der Chance, das erste Maglia Rosa zu tragen - und das passiert nicht immer“, sagte Milan der Gazzetta dello Sport. „Das Maglia Rosa war in meinen Kindheitstraeumen immer da. Jetzt ist es kein Traum mehr, sondern ein Ziel.“ Der Fahrplan steht - für ihn und seinen Anfahrerzug mit Simone Consonni, Edward Theuns und Max Walscheid. Mads Pedersen kehrt stattdessen zur Tour de France zurück.

Starke Konkurrenz und ein klares Ziel

Milan weiß, dass ihn auch 2026 hochklassige Konkurrenz erwartet. „Neben mir Merlier, Philipsen und Kooij. Und es kommen andere, sehr starke. Wie Magnier, der wohl den Giro faehrt, und Brennan. Man muss realistisch bleiben, kurzum. Wenn ueberhaupt, kann man sagen, ich pflege den Ehrgeiz, der Beste zu werden.“
Sein wichtigster Rivale bleibt Tim Merlier. Bei der Tour de France gewannen beide im vergangenen Sommer jeweils zwei Massensprints, und in den Resultaten scheinen sie dem Rest leicht voraus. „Ich fahre wirklich gerne gegen ihn“, sagte Milan ueber den Belgier. „Er ist ein Rivale, aber wir gratulieren einander, wenn der eine oder der andere gewinnt… Wir sind immer sehr nah beieinander, er ist ein guter Typ, es ist ein fairer Wettkampf. Und jedes Mal gewinnt der Beste.“
Milan ist inzwischen 25 Jahre alt und hat seine Sitzposition grundlegend ueberarbeitet. Bei einer Koerpergroesse von 1,94 Metern ist Aerodynamik eine besondere Herausforderung, doch im Winter investierte er gezielt in Veraenderungen. „Meine Position verbessern. Und nicht wegen der vielen Kommentare, als waere ploetzlich jeder Biomechaniker… Wir haben im Team viel darueber gesprochen, mit den Spezialisten, und ich handle entsprechend. Wir haben die Rahmengroesse komplett veraendert, den Lenker verbreitert… So koennen wir viel Energie sparen, besonders fuer den Sprint, in den man so frisch wie moeglich kommen muss.“
Damit geht Milan im Fruehjahr bewusst ein Risiko ein. Entscheidend wird sein, ob er die Vorteile auch auf die Straße bringt. „Und ich kann insgesamt viel tiefer fahren. Ich kann den Kopf deutlich weiter nach unten nehmen. Das wird, ihr werdet sehen, ein klarer Unterschied sein.“
„Zweifellos versuche ich, mich jedes Jahr zu verbessern. Training, Arbeitsmethoden. Aerodynamik, Kraftraum. In meinem Kopf gibt es immer die Idee, den naechsten Schritt zu machen. Deshalb investiere ich alles. Also, ich wuerde sagen: ja. Ob das so war oder nicht, wird die Zeit zeigen“, schloss Milan.
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