„Natürlich hatten wir uns mehr erhofft“ - Team Visma - Lease a Bike muss nach Teamzeitfahren bei Paris-Nizza umdenken

Radsport
durch Nic Gayer
Dienstag, 10 März 2026 um 21:00
vingegaard
Die 3. Etappe von Paris-Nizza brachte die erste große Verschiebung im Gesamtklassement. Das Mannschaftszeitfahren zwang mehrere Favoriten dazu, ihre Ausgangslage im Kampf um das Gelbe Trikot neu zu bewerten.
Für Team Visma - Lease a Bike entwickelte sich der Tag letztlich eher zu einer Übung in Schadensbegrenzung als zu einer Gelegenheit, Zeit gutzumachen. Die niederländische Mannschaft belegte im 23,5 Kilometer langen Mannschaftszeitfahren zwischen Cosne-Cours-sur-Loire und Pouilly-sur-Loire den vierten Platz in 26 Minuten und 55 Sekunden, nachdem sie zwischenzeitlich sogar die provisorische Bestzeit gehalten hatte.

Visma verpasst den erhofften TTT-Erfolg

Im Verlauf der Etappe unterboten jedoch mehrere Teams diese Marke. Zunächst setzte das Decathlon AG2R La Mondiale Team eine schnellere Zeit, danach verbesserten sich auch Lidl-Trek und schließlich die späteren Tagessieger INEOS Grenadiers.
Nach dem Mannschaftszeitfahren lag Vismas Kapitän Jonas Vingegaard im Gesamtklassement 17 Sekunden hinter dem neuen Spitzenreiter Juan Ayuso. „Natürlich hatten wir uns mehr erhofft, aber es ist, wie es ist“, erklärte Vingegaard anschließend in einer Pressemitteilung von Team Visma - Lease a Bike.
Die schwarz-gelbe Formation war als einer der Favoriten auf den Etappensieg gestartet. Vingegaard erhielt Unterstützung von einer starken Mischung aus Rouleuren und Kletterern, und die Zeit von 26:55 Minuten wirkte zunächst durchaus konkurrenzfähig.
Am Ende waren jedoch drei Mannschaften schneller. „Es war vielleicht nicht unser bester Tag als Mannschaft, aber dennoch sind wir eine starke Zeit gefahren“, analysierte Vingegaard. „Leider hat es nicht zum Sieg gereicht.“
Trotz des verpassten Erfolgs brachte das Team mehrere wichtige Fahrer gemeinsam ins Ziel. Neben Vingegaard erreichten auch Davide Piganzoli und Bruno Armirail die Ziellinie mit derselben Zeit.

Gesamtklassement bleibt eng zusammen

Auch wenn Visma den Etappensieg verpasste, bleiben die Abstände im Gesamtklassement nach drei Etappen weiterhin gering.
Juan Ayuso führt nun das Rennen an. Dahinter bewegen sich die Zeitrückstände jedoch weiterhin im Sekundenbereich und nicht in Minuten. Mehrere Teams verfügen weiterhin über mehrere Fahrer in unmittelbarer Nähe zur Spitze.
„Wir hätten lieber einen Vorsprung, aber die Unterschiede sind nicht groß“, sagte Vingegaard. „Wir haben ein starkes Team und werden in den kommenden Tagen alles tun, um Zeit gutzumachen.“
Der zweimalige Tour-de-France-Sieger zeigte sich dabei weiterhin optimistisch. „Ich fühle mich gut, deshalb freue ich mich auf die nächsten Tage.“

Der Blick richtet sich auf die Bergetappen

Auch im Management von Team Visma - Lease a Bike reagierte man sachlich auf das Ergebnis.
Sportdirektor Marc Reef räumte offen ein, dass die Mannschaft mit höheren Erwartungen in das Mannschaftszeitfahren gestartet war. „Als Team haben wir alles getan, um das Zeitfahren zu gewinnen. Leider ist es uns nicht gelungen“, sagte Reef. „Am Ende waren drei Mannschaften besser. Das ist die ehrliche Wahrheit.“
Nach dem Zeitfahren richtet sich der Fokus nun auf die nächste Phase der Rundfahrt, in der schwereres Terrain eine größere Rolle spielen dürfte. „Morgen beginnt der nächste Teil von Paris-Nizza mit einer schweren Bergankunft“, erklärte Reef.
Nach einem Tag, der das Kräfteverhältnis im Rennen neu geordnet hat, will Team Visma - Lease a Bike nun in den kommenden Kletteretappen beginnen, den Rückstand zur Spitze Schritt für Schritt zu verkleinern.
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