Mit dem Omloop Het Nieuwsblad und Kuurne-Brüssel-Kuurne, die das Eröffnungswochenende der Klassikersaison 2025 einläuten, beginnt die wichtigste Zeit des Frühjahrs. Zwei der herausragenden Rennen der kommenden Wochen bleiben die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix. Einer, der diese Monumente besser kennt als die meisten, ist die italienische Ikone Andrea Tafi.
Tafi, Sieger der Flandern-Rundfahrt 2002 und von Paris-Roubaix 1999, sieht die Teamstärke als entscheidenden Faktor für potenzielle Gewinner. „Es sind natürlich sehr unterschiedliche Wettkämpfe, aber letztlich ist der Schwierigkeitsgrad fast derselbe, nämlich sehr hoch. Und wenn die Rennen hart werden, macht es den Unterschied, in einem guten Team zu sein“, erklärt Tafi gegenüber Bici.Pro. „Das Kopfsteinpflaster von Roubaix führt zu einer natürlichen Auslese, entweder man ist begabt oder man ist es nicht. Während Flandern eher ein normales Rennen ist, wenn ich das mal so sagen darf, muss man stark sein, aber auch intelligent seine Kräfte einteilen und in den entscheidenden Momenten noch frisch sein. In beiden Fällen ist das Team von grundlegender Bedeutung, ohne das man nicht weiterkommt.“
Um seine Aussage zu untermauern, verweist Tafi auf seine eigenen Erfolge. „In dem Jahr, in dem ich Flandern gewonnen habe, hatte ich zum Beispiel einen großartigen Daniele Nardello, der mich beschützt hat, als ich im Finale angegriffen habe. Aber auch im Jahr des Roubaix-Sieges waren es die Teamkollegen, die hinter mir standen, die den Unterschied ausmachten“, erinnert er sich. „Als ich in Roubaix 46 km vor dem Ziel angegriffen habe, wusste ich, dass ich Fahrer hinter mir hatte, die mich in jeder Hinsicht beschützen würden, und so ist es auch gekommen. Bei solchen Rennen sind das wirklich grundlegende Aspekte.“
Welche Teams sind in der aktuellen Saison besonders stark? „Im Allgemeinen sind die belgischen und niederländischen Teams wie Alpecin-Deceuninck von Mathieu van der Poel die stärksten, weil sie dort zu Hause sind, die Straßen kennen, viele Fahrer dort leben und sich generell sehr für das Rennen interessieren“, analysiert Tafi. „Meiner Meinung nach gibt es aber auch andere Teams, die man im Auge behalten sollte, Außenseiter, wie das Tudor Pro Cycling Team von Fabian Cancellara, der dort Großes geleistet hat.“
Für ein erfolgreiches Frühjahr müsste jedoch Julian Alaphilippe seine Bestform wiederfinden. „Warum nicht?“ fragt Tafi. „Er will sich sicherlich rehabilitieren und die letzten unglücklichen Jahre wieder gutmachen. Tudor macht die richtigen Schritte, einen Schritt nach dem anderen, und ich bin überzeugt, dass sie es schaffen können. Aber wie wir wissen, werden die Rennen von den Fahrern gemacht, und man kann nie wissen. Auch weil die wichtigen Rennen jetzt beginnen, werden wir von nun an nach und nach sehen, in welcher Verfassung die verschiedenen Protagonisten bei den großen Veranstaltungen ankommen werden.“