Seit Dienstag, 13.01., steht Jonas Vingegaards Rennkalender 2026 fest. Nach wochenlangen Gerüchten hat
Team Visma | Lease a Bike endlich das Giro-d’Italia-Debüt seines Stars bestätigt. Die Corsa Rosa ist das große neue Element im Programm des Dänen, doch der
Tour de France, die erneut sein Hauptziel bleibt, kehrt er keineswegs den Rücken.
Vingegaard 2026 zwischen Giro und Tour – die härtesten Rivalen
Vingegaard peilt das gleiche Double an, das sein Erzrivale
Tadej Pogacar 2024 vollendet hat. Damals gewann der Slowene beide Rennen, und der Visma-Kapitän hofft auf die Wiederholung in einer Saison, in der
er auch UAE Tour und Volta a Catalunya bestreiten wird. Sein Kalender inklusive Grande Boucle lautet demnach:
UAE Tour 2026: 16. bis 22.02. Volta a Catalunya 2026: 23. bis 29.03. Giro d’Italia 2026: 08. bis 31.05.
Tour de France 2026: 04. bis 26.07.
Nach der Tour hält sich
Jonas Vingegaard die Option offen, die Weltmeisterschaften in Montreal zu fahren, ein Kurs, der ihm hervorragend liegen dürfte. Zunächst sind es jedoch diese vier Fixpunkte, und bei jedem wartet angesichts der zu erwartenden Konkurrenz harte Gegenwehr:
Remco Evenepoel, Isaac del Toro, Enric Mas, Pogacar selbst…
Darum analysiert dieser Beitrag – basierend auf den bereits weitgehend bestätigten Teamplänen – die Hauptgegner, die
Jonas Vingegaard bei den vier 2026 vorgesehenen Rennen erwarten. Der Reihe nach nennen wir die wichtigsten Anwärter, die ihm den Gesamtsieg streitig machen können.
1. UAE Tour 2026
Vingegaards Saisoneinstand erfolgt auf feindlichem Terrain: dem von UAE Team Emirates XRG. Bei der
UAE Tour wird der Däne dank der Anstiege Jebel Hafeet und Jebel Jais als Favorit auf die Gesamtwertung gehandelt. Dennoch ist die Startliste hochklassig. Auch wenn
Tadej Pogacar fehlt, sind seine drei derzeit größten Widersacher im Rennen:
Remco Evenepoel (Red Bull - BORA - hansgrohe). Isaac del Toro (UAE Team Emirates - XRG). Antonio Tiberi (Bahrain Victorious).
Viele Bestätigungen stehen noch aus, doch bereits die Aussicht auf Duelle mit Evenepoel und Del Toro erhöht die Attraktivität für Zuschauer deutlich. Ein echter Härtetest zum Saisonauftakt gegen zwei der aktuell stärksten Rundfahrer.
Jonas Vingegaard und
Remco Evenepoel treffen bei der
UAE Tour 2026 direkt aufeinander.
2. Volta a Catalunya 2026
Im zweiten Einsatz wird es noch kniffliger. Die diesjährige Volta a Catalunya verspricht eine der spannendsten und ausgeglichensten Ausgaben der letzten Jahre zu werden. Die Zahl der bereits bestätigten Namen für eine der wichtigsten WorldTour-Etappenrennen über eine Woche ist beachtlich. Von den bisher gemeldeten sind die fünf härtesten Rivalen für
Jonas Vingegaard:
Remco Evenepoel (Red Bull - BORA - hansgrohe). Joao Almeida (UAE Team Emirates - XRG). Florian Lipowitz (Red Bull - BORA - hansgrohe). Felix Gall (Decathlon CMA CGM). Mikel Landa (Soudal - Quick-Step).
Auffällig ist das Red-Bull-Duo Evenepoel/Lipowitz. Für beide ist es ein Schlüsseltest, da sie das Gespann bei der
Tour de France wiederholen. Dazu kommt Almeida, der Vingegaard vor dem Giro d’Italia einen psychologischen Nadelstich versetzen könnte. Nicht zu vergessen Gall, flankiert von Leo Bisiaux, sowie Mikel Landa als Anführer von Quick-Step.
3. Giro d’Italia 2026
Die dritte Hürde ist bereits eine Grand Tour. Und nicht irgendeine: Jonas Vingegaards erster Giro d’Italia als Profi. In Abwesenheit von
Tadej Pogacar startet der Däne klar favorisiert, doch eine Startliste mit mehreren der besten Rundfahrer des Pelotons ist keinesfalls zu unterschätzen. Die fünf stärksten dürften sein:
Joao Almeida (UAE Team Emirates - XRG). Enric Mas (Movistar Team). Richard Carapaz (EF Education-EasyPost). Giulio Pellizzari (Red Bull - BORA - hansgrohe). Ben O’Connor (Team Jayco AlUla).
Weitere Namen wie Adam Yates bei UAE sind möglich. Der Brite dürfte jedoch als Edelhelfer für Almeida agieren, der sich für die letztjährige Vuelta a Espana revanchieren will. Dort lag der Portugiese nicht allzu weit hinter Vingegaard. Auch Enric Mas als Movistar-Kapitän weckt große Erwartungen, zumal es auch für ihn die Giro-Premiere ist.
Richard Carapaz’ Liebesbeziehung mit dem Giro ist bekannt: Sieger 2019 und Dritter 2025, als er ohne das Drama auf Etappe 20 über den Colle delle Finestre der Gesamtwertung sehr nahekam. Zudem strebt Giulio Pellizzari hoch, zumal mit Rückenwind von Jai Hindley und Aleksandr Vlasov, und Ben O’Connor sucht die sportliche Wiedergutmachung.
Und das Beste: Viele Namen werden noch dazukommen. Bereits bestätigt ist etwa Mikel Landa, der im Wolfpack eine führende Rolle übernehmen soll. Bei INEOS Grenadiers ist zwar nichts offiziell, doch deutet vieles auf Egan Bernal und Thymen Arensman als Co-Kapitäne hin.
Vingegaard has already won the Tour de France and Vuelta a Espana
4. Tour de France 2026
Zum Schluss die Krönung. Die
Tour de France 2026 wird Vingegaards sechster Start als Visma-Leader. Er tritt mit einer bereits fixierten Aufstellung an (vorbehaltlich Verletzungen oder Rückschlägen): Wout van Aert, Matteo Jorgenson, Victor Campenaerts, Sepp Kuss, Ben Tulett, Christophe Laporte und Bruno Armirail unterstützen ihn.
Sprich: Visma geht all-in, um den Thron der Grande Boucle zurückzuerobern. Dafür muss vor allem
Tadej Pogacar geschlagen werden, der die letzten beiden Ausgaben gewann und seinen fünften Triumph anpeilt, womit er zu Eddy Merckx, Miguel Indurain, Jacques Anquetil und Bernard Hinault aufschließen würde.
Natürlich ist es nicht nur Pogacar. Alle Teams bringen ihre Besten zur Tour, und die fünf plus eins härtesten Gegner über drei Wochen dürften sein:
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG).
Remco Evenepoel und Florian Lipowitz (Red Bull - BORA - hansgrohe). Juan Ayuso (Lidl-Trek). Isaac del Toro (UAE Team Emirates - XRG). Cian Uijtdebroeks (Movistar Team).
Wie gesagt, Pogacar ist der Hauptgegner. Der Slowene wird mit Isaac del Toro einen Top-Helfer an seiner Seite haben, der selbst realistische Podiumschancen besitzt. Dazu kommt erneut das Red-Bull-Duo Evenepoel/Lipowitz. Juan Ayuso erhält bei Lidl-Trek Freiheiten als neue Speerspitze, Gleiches gilt für Cian Uijtdebroeks beim Movistar Team.
Und natürlich gibt es weitere Namen, die man im Blick behalten sollte: Tobias Johannessen, Mikel Landa, Oscar Onley, Kevin Vauquelin, Antonio Tiberi, Lenny Martinez, Mattias Skjelmose, Valentin Paret Peintre, Ben Healy…